Untersiemau
Startschuss

Das Toleranz-Netzwerk wird größer, jetzt auch in Untersiemau

Als erste Grund- und Mittelschule der Region wurde die Untersiemauer Schule mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet.
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Begeisterte Zuhörer in einer Aula voller Schüler (von links): Karina Kräußlein-Leib, Rolf Rosenbauer, Monika Gunzenheimer, Birgit Reißmann, Sabine Gerstner und Thomas Apfel Foto: Norbert Karbach
Begeisterte Zuhörer in einer Aula voller Schüler (von links): Karina Kräußlein-Leib, Rolf Rosenbauer, Monika Gunzenheimer, Birgit Reißmann, Sabine Gerstner und Thomas Apfel Foto: Norbert Karbach
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Jeder hat das Recht, anders zu sein. An einer Schule, an der Rassismus keine Chance hat, ist man tolerant, es gibt keine Ausgrenzung und wird mutig für Schwächere eingetreten. Das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" (SOR-SMC) zeichnete als erste Grund- und Mittelschule der Region die Lehranstalt in Untersiemau aus. Sabine Gerstner, Mitarbeiterin des Bezirksjugendrings Oberfranken, überreichte das entsprechende Schild sowie die dazugehörende Urkunde.

82 Schulen im Bezirk

Die Idee entstand 1988 in Belgien, 1995 kam das Projekt nach Deutschland. Mittlerweile, wie Gerstner betonte, gehörten bundesweit über 3300 Schulen zum Netzwerk. Bayernweit gebe es 630 und in Oberfranken 82 Schulen mit diesem Titel. Die Titelverleihung, meinte sie, solle der Startschuss für ein tolerantes Schulklima sein.

"Hier in diesem Haus kommen täglich unterschiedliche Kinder zusammen", erzählte Rektorin Kerstin Meyer, "aus unterschiedlichen Ländern, mit verschiedenen Religionen, Charakteren, Aussehen, Kleidung, Hobbies und, und, und." Da habe es manchmal Streit gegeben. Vertrauenslehrkraft und Klassensprecher hätten gemeinsam überlegt, was zu tun sei. Besseres Verstehen, Abbau von Vorurteilen und gleichzeitig Aufbau von mehr Toleranz sei gefragt. So war die Idee geboren, bei diesem Projekt mitzumachen. Die Resonanz sei umwerfend gewesen.

"An einem Strang gezogen"

Werte seien gefragt, Werte, die heutzutage nicht immer als selbstverständlich angesehen würden. Werte, die nicht in allen Elternhäusern vermittelt würden. Schüler und Lehrkräfte hätten das Vorhaben unterschrieben. Thomas Apfel, Moderator von Radio 1, sei als Pate gewonnen worden. Rektorin Meyer freute sich: "Alle haben gemeinsam an einem Strang gezogen. Ich freue mich und bin stolz wie Oskar auf euch. Machen wir was draus!"

Schulrätin Karina Kräußlein-Leib verurteilte Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass. Die Untersiemauer Schüler hätten den Willen bekundet und Initiative gezeigt, den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" für ihre Schule zu erwerben. Sie hätten sich damit bereit erklärt, das damit verbundene Projekt umsetzen. Kräußlein-Leib; "Davon bin ich schwer beeindruckt!" Schon öfter habe sich gezeigt, dass teilnehmende Schulen großen Erfolg hätten. An diesen Schulen gebe es weniger Streit auf den Schulhöfen, der Umgangston sei freundlicher. Zudem seien viele Schüler hilfsbereiter und griffen in Situationen ein, die sie früher vielleicht ignoriert hätten.

Nicht nur die Schulgemeinschaft, sondern die gesamte Gemeinde sei stolz auf das bisher Erreichte, freute sich Bürgermeister Rolf Rosenbauer. "Es ist schön, dass ihr den anderen gegenüber Respekt zeigt und deren Meinungen anerkennt. Bleibt an diesem tollen Thema dran. Unsere Schule wie auch die Gemeinde sind bunt."

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