Coburg
Volleyball

Das plötzliche Saisonende der VSG Coburg/Grub

Nach der zweiten Niederlage gegen die "Piraten" vom CV Mitteldeutschland ist für die VSG Coburg/Grub die Premieren-Saison in der deutschen Eliteliga abrupt zu Ende. Nur 517 Zuschauer unterstützten gestern die "Grünen".
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Nicht nur Ersatz-Libero Max Meuter stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Fotos: Albert Höchstädter
Nicht nur Ersatz-Libero Max Meuter stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Fotos: Albert Höchstädter
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Wer gestern Abend das zweite Duell zwischen der VSG Coburg/Grub und dem CV Mitteldeutschland verpasst hat, bekommt am Samstag keine zweite Chance. Der Pre-Playoff-Vergleich ist durch die überraschend klare 0:3-Heimniederlage der "Grünen"nämlich vorzeitig zu Ende.

Damit ist auch die Premieren-Saison für den Aufsteiger vorbei. Zum erhofften Duell mit dem Spitzenreiter Berlin Recycling Volleys kommt es in Coburg nicht mehr. Die Truppe von Trainer Milan Maric verabschiedete sich zwar mit Anstand, allerdings auch mit einer schwachen Leistung.

Die Enttäuschung in der HUK-Coburg-Arena war förmlich zu spüren. Insider sprachen von einem der schwächsten Saisonspiele überhaupt: "Die Jungs hatten heute einfach ihre Nerven nicht im Griff. Der Druck war wohl doch zu groß".

Ein frustrierter Fan hatte seine ganz eigene Ansicht und redete Tacheles: "Das war Arbeitsverweigerung. Ausgerechnet heute, das ärgert mich total". Kurios: Die elf Fans des CVM ("Hier regiert der CVM") machten genauso viel Stimmung wie die Coburger Fans, die sich gestern nahtlos dem Niveau ihres Teams anpassten.


VSG Coburg/Grub gegen CV Mitteldeutschland 0:3 (19:25, 15:25, 21:25)

Bereits vor dem ersten Ballwechsel überraschte Milan Maric das gewöhnlich gut informierte Volleyball-Publikum in Coburg. Zum ersten Mal in dieser Saison begann er mit Max Meuter als Libero. Der zuletzt formschwache Benni Kucera musste draußen bleiben. Eine Maßnahme, die den erhofften Erfolg nicht brachte. Doch allein daran war die Pleite sicher nicht auszumachen. Fast jeder VSGler spielte in diesem Alles-oder-Nichts-Spiel unter Bestform.

1. Satz

Zur ersten technischen Auszeit führten die Gäste mit 8:7. Maric war unzufrieden, redete während der kurzen Pause intensiv auf seine Jungs ein. Kucera gab Meuter wertvolle Tipps und Co-Trainer Volker Pohl sprach allen Mut zu. Umsonst. Das alles fruchtete nicht. Über einen 12:16-Rückstand zur zweiten technischen Auszeit ging der erste Durchgang mit 25:19 relativ klar an die Gäste.

2. Satz

Zur Enttäuschung der Fans wurde es nicht besser. Schnell lag der Gastgeber mit 4:8 zurück und einige Fans auf den Rängen befürchteten bereits das jähe Saisonende. Es lief einfach nicht und es wurde auch nicht besser. Die Gäste waren beweglicher, viel schlagsicherer und wirkten vor allem selbstbewusster.

Der erste Sieg hatte dem CV Mitteldeutschland sichtbar gut getan. Die Quell-Truppe erlaubte sich kaum Fehler. Im Gegensatz zur VSG. Selbst so erfahrenen Akteuren wie dem Mitte des 2. Satzes eingewechselten Kucera oder dem sonst so schlaggewaltigen Foyer waren eine völlig untypische Nervosität anzusehen. Die Folge: Überflüssige Fehler. Resignation. Über 9:17 und 13:22 ging schließlich auch der zweite Durchgang deutlich mit 15:25 an den VSG-Kontrahenten.

3. Satz

Wer nach der zehnminütigen Pause auf Besserung hoffte, wurde enttäuscht. Es war einfach nicht der Abend des Aufsteigers. 3:8 stand es zur ersten technischen Auszeit. Jetzt machte sich richtig Frust unter den Fans, aber auch bei den Spielern breit. Der Wurm war drin. Vorsitzender André Dehler drohte sogar: "Ich geh' mir gleich selbst ein Trikot holen". Aber nicht nur er war unzufrieden. Maric und Pohl waren ratlos, die Fans sogar sprachlos.

Die Spieler fanden nicht mehr zurück, von Kampfgeist wenig zu sehen. Über 7:15 und 17:22 nahm das Debakel seinen Lauf. Um 20.52 Uhr flog der letzte Ball der Coburger ins Aus. 21:25 - lange Gesichter, pure Enttäuschung. Die ereignisreiche Serie war plötzlich vorbei. Schade.
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