Ebersdorf
Rückblick

Das Haus der 1500 Kleiderbügel steht in Ebersdorf bei Coburg

Die ehemalige Marienverein-Kleiderkammer in Ebersdorf bei Coburg betreibt seit inzwischen fünf Jahren der VdK-Ortsverband. Nun gibt es ein kleines Fest.
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Annemarie Hetz, Herma Hagen, stellvertretende Vorsitzende Margit Beck, Vorsitzender Fredi Schmidt, Regina Schmidt und Roswitha Schramm sortieren und kontrollieren die angelieferten Waren, bevor sie zum Verkauf angeboten werden. Foto: Alexandra Kemnitzer
Annemarie Hetz, Herma Hagen, stellvertretende Vorsitzende Margit Beck, Vorsitzender Fredi Schmidt, Regina Schmidt und Roswitha Schramm sortieren und kontrollieren die angelieferten Waren, bevor sie zum Verkauf angeboten werden. Foto: Alexandra Kemnitzer
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In früheren Jahren wurde in Ebersdorf von den Mitgliedern des örtlichen BRK-Marienvereins eine Kleiderkammer betrieben. Als der Bedarf nach einem solchen Angebot weniger wurde und dann auch noch die Regierungsaufnahmestelle schloss, wurde der Betrieb eingestellt. Weil die Mitglieder des VdK-Ortsverbandes Ebersdorf-Frohnlach regelmäßig einen Basar abhielten und hierfür Lagerungsmöglichkeiten suchten, reifte in einem Gespräch zwischen Bürgermeister Bernd Reisenweber und VdK-Ortsverbandsvorsitzendem Fredi Schmidt die Idee, wieder eine Kleiderkammer einzurichten.

"Das war vor fünf Jahren", erzählt Fredi Schmidt. Inzwischen hat sich die VdK-Kleiderkammer in der Hinteren Wilhelmstraße 6 längst etabliert und wird bestens angenommen. Während der Öffnungszeiten herrscht immer reger Betrieb. Er freut sich, dass Vorstand, Mitglieder und Helfer mitziehen und sich für die Kleiderkammer ehrenamtlich engagieren. Das 16-köpfige Team trifft sich wöchentlich, immer mittwochs, um die Waren zu kontrollieren und zu sortieren. Schließlich sollen nur saubere und ordentliche Kleidung für Kinder und Erwachsene sowie funktionsfähige Waren angeboten werden, die zu schade zum Wegschmeißen oder für den Reißwolf sind. Deshalb werden beispielsweise Lampen durch einen Elektriker erst auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft. Während der Vorbereitungszeit am Mittwoch werden Waren zwischen 13 und 15 Uhr angenommen. Ansonsten besteht eine weitere Möglichkeit zum Abgeben während der Verkaufszeiten, die an jedem zweiten und vierten Freitag im Monat von 14 bis 16 Uhr sind.

Angebot auf zwei Etagen

Die Größe der Kleiderkammer und das breite Warenangebot sind beeindruckend. Begonnen wurde mit zwei Räumen im unteren Stockwerk. Schnell füllten sich dort aber fünf Räume. Heute erstreckt sich das Angebot auf zwei Etagen. Auf einer Gesamtfläche von etwa 400 Quadratmetern sind die Waren auf zehn Räume verteilt. Damit gleicht die Kleiderkammer einem gut sortierten Warenhaus. Neben Kleidung für Jung und Alt, Groß und Klein gibt es nämlich auch Gebrauchsgegenstände, wie Glas, Porzellan, Tischwäsche, Kleinmöbel, Lampen und Haushaltswaren. Hoch im Kurs stehen Fahrräder, Tischdecken, Töpfe und Handtücher, die besonders gerne angenommen werden.

Eigentlich ein Warenhaus

Die Dimension der Ebersdorfer Kleiderkammer macht deutlich, dass nach wie vor viele Menschen darauf angewiesen sind, Möglichkeiten zu haben, um sich fürs kleine Geld Kleidung und Gebrauchsgegenstände kaufen zu können. "Der Käuferkreis kommt aus dem Coburger Raum sowie den Nachbarlandkreisen und erstreckt sich von der jungen Familie bis zu Senioren", erklärt der Vorsitzende weiter. Während der Öffnungszeiten kommen durchschnittlich 60 bis 80 Nutzer zum "Shoppen" und können sich für einen Stückpreis ab 50 Cent einiges leisten. Aus den Einnahmen spendet der VdK-Ortsverband alljährlich einen nicht unerheblichen Betrag an die Gemeinde, um bedürftigen Einwohnern bei der Anschaffung von dringend benötigten Gegenständen zu helfen. Seit der Eröffnung im April 2014 sind bisher 18 000 Euro zusammengekommen. Da die Räume nicht geheizt sind, ist die Kleiderkammer, soweit es die Witterung zulässt, vom Frühjahr bis Spätherbst geöffnet.

Es wird gefeiert mit Kaffee und Kuchen

Für die Öffnungstage werden jedes Mal etwa 1500 Kleiderbügel bestückt. Deshalb mussten vor zwei Jahren Stützen für die Kleiderstangen angebracht werden, damit diese nicht unter dem Gewicht zusammenkrachen und alles Platz findet. Im Flur der oberen Etage sind Gardinen in allen möglichen Varianten zu finden. Auf die oberen Räume ist die Damenabteilung aufgeteilt. Dort ist Annemarie Hetz als Modeberaterin besonders gefragt. Unten befindet sich die Bekleidung für Herren und Kinder, sowie Bett- und Haushaltswaren. Im Eingangsbereich sind Kleinmöbel, Lampen, Schuhe, Bücher und auch Spielwaren erhältlich. Im Team arbeiten mit: Fredi, Regina und Thorsten Schmidt, Margit Beck, Werner und Hiltrud Reich, Roswitha Büchner, Roswitha Schramm, Annemarie Hetz, Gerda Bischoff, Herma Hagen, Wolfgang Büchner, Rita Griebel, Margarethe Trampusch, Martina Krey, Siegfried Beck. Das fünfjährige Bestehen der VdK-Kleiderkammer wird am 31. Mai von 13 bis 17 Uhr mit Kaffee und Kuchen in der hinteren Wilhelmstraße 6 gefeiert.

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