Creidlitz
Bau- und Umweltsenat

Das Grundstück fürs neue Creidlitzer Feuerwehrhaus ist schwierig

Der Bau des Creidlitzer Feuerwehrgerätehauses wird mit 2,02 Millionen Euro 320 000 Euro teurer als geschätzt. Hauptgrund ist die Aufbereitung des Bodens.
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Auf diesem Hanggrundstück an der Creidlitzer Straße (hinter dem Pkw auf der gegenüberliegenden Straßenseite) wird das neue Feuerwehr-Gerätehaus in Creidlitz gebaut. Daneben, im direkten Anschluss an die vorhandenen Häuser, ist dem Vernehmen nach ein Wohn- und Geschäftshaus geplant, worin eine Arztpraxis vorgesehen ist. Foto: Christoph Winter
Auf diesem Hanggrundstück an der Creidlitzer Straße (hinter dem Pkw auf der gegenüberliegenden Straßenseite) wird das neue Feuerwehr-Gerätehaus in Creidlitz gebaut. Daneben, im direkten Anschluss an die vorhandenen Häuser, ist dem Vernehmen nach ein Wohn- und Geschäftshaus geplant, worin eine Arztpraxis vorgesehen ist. Foto: Christoph Winter

Das neue Gerätehaus für die Feuerwehr in Creidlitz wird teuer als geschätzt. Thorsten Huld vom Hochbauamt der Stadt gab am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats zu, dass die ersten Schätzungen einerseits etwas zu optimistisch gewesen, andererseits nach den ersten Berechnungen in die Höhe gegangen seien. Jetzt wird der Bau an der Creidlitzer Straße auf der rechten Seite am Ortsende in Richtung Ketschendorf mit 2,02 Millionen Euro veranschlagt, 320 000 Euro mehr als zunächst geschätzt.

Die Kostensteigerung begründete Thorsten Huld mit der allgemeinen Baupreissteigerung im vergangenen Jahr um fünf Prozent, einer Brandmeldeanlage (30 000 Euro) und der Photovoltaik-Anlage, die die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert (23 500 Euro). Den größten Anteil der Mehrkosten haben jedoch die Baugrubensicherung, die Erdarbeiten mit Entsorgung des Erdaushubes (126 500 Euro) und die daraus resultierenden höheren Honorare (53 000 Euro).

Bislang ist die Creidlitzer Feuerwehr recht beengt in der Ortsmitte bei der Schule im Florianweg untergebracht. Für das neue Creidlitzer Feuerwehrgerätehaus konnte kein anderes Grundstück gefunden werden - und das ist aufgrund seiner Hanglage kein leichtes Baufeld. Sieben Meter wird die Baugrube an der künftigen Gebäuderückseite tief sein, 4000 Kubikmeter Erde fallen an, die für teures Geld deponiert werden müssen. "Wir versuchen zwar, dieses unbelastete Erdreich bei anderen Bauvorhaben zur verwenden, aber die Möglichkeiten sind begrenzt", sagte Huld zu den Senatsmitgliedern. Darüber hinaus müsse wegen des schlechten Baugrundes der Boden ausgetauscht werden.

Aufgrund der Mehrkosten hat das Hochbauamt anstelle eines Gründaches nun ein Profilblechdach geplant, das auch die Photovoltaikanlage aufnehmen wird. Drei Seiten der Fassade erhalten nun ein Wärmedämm-Verbundsystem anstelle einer Verkleidung mit Faserzementplatten. Allerdings müssen die verputzen Styroporplatten nach der Erfahrung öfter gestrichen werden, Schimmel und Algen können nicht ausgeschlossen werden. Daher wird die zunächst vorgesehene Fassadenverkleidung komplett mit Faserzementplatten wieder favorisiert.

Nicht zusammenwachsen

Schließlich wurde die Zahl der Parkplätze für die Feuerwehrleute um zwei reduziert und die Lage des Parkplatzes neben dem Feuerwehrhaus gedreht. Die Lage des Parkplatzes jedoch stieß auf Kritik. Nach dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) sollen in Coburg die einzelnen Stadtteile nicht nach und nach durch Neubauten zusammenwachsen.

Daher wird nun geprüft, ob nicht das Feuerwehr-Gerätehaus mit Fahrzeughalle, Schulungs- und Sozialräumen zur vorhandenen Creidlitzer Bebauung rückt und der benachbarte Parkplatz in Richtung Ketschendorf angelegt wird.

Man wolle die Creidlitzer Feuerwehr nicht beschneiden, so der Tenor im Bausenat, aber weitere Kosteneinsparungen durch einen kleineren Parkplatz sollten geprüft werden. Einerseits könnten die Feuerwehr-Mitglieder bei Einsätzen auf dem vorgelagerten Übungsplatz auch parken, andererseits könnte eventuell der Firmen-Parkplatz gegenüber bei Übungen zum Parken mit genutzt werden. Das, so der Auftrag des Senats an die Verwaltung, solle mit der Firma Dietze besprochen werden. Die einschlägigen Bauvorschriften für neue Feuerwehr-Gerätehäuser fordern, dass Alarmausfahrten, Übungsflächen und Parkplatz sich nicht überschneiden dürfen.

Keine Passivhausbauweise

Mehrheitlich lehnte der Bau-und Umweltsenat den Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses nach dem Passivhaus-Energiestandard ab. Vor drei Jahren hatte der Stadtrat beschlossen, jeden eigenständigen städtischen Neubau danach zu errichten. In der Folge wurde dem eine Wirtschaftlichkeitsberechnung beigefügt. Diese Untersuchung würde nach den Angaben des Hochbauamtes für das neue Creidlitzer Feuerwehrhaus 15 000 Euro kosten. Würde dann nach dem Passivhausstandard gebaut, fielen nochmals Mehrkosten von geschätzt 170 000 Euro an. CSU, CSB und Pro Coburg argumentieren, dass ein Feuerwehr-Gerätehaus nicht ständig wie ein Wohnhaus geheizt werden müsse. Fast die Hälfte machten allein die Fahrzeuggaragen aus. Daher sei dieser hohe energetische Standard nicht angebracht.

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