LKR Coburg
Naturschutzgroßprojekt

Das Grüne Band entwickelt sich - nicht nur im Coburger Land

Nicht alles lässt sich so schnell umsetzen, wie es sich das Projektteam wünscht, die Schritt für Schritt geht es voran, wie die Sitzung des Zweckverbandes zeigt.
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Heckrinder stehen auf einer Weide im Grünen Band.Rainer Lutz
Heckrinder stehen auf einer Weide im Grünen Band.Rainer Lutz

Um sich einmal vor Ort ein Bild von den Fortschritten bei der Umsetzung in der Projektphase II des Naturschutzgroßprojektes zu machen, traf sich der Zweckverband Grünes Band am Mittwoch in Stressenhausen.

Der Bericht von Stefan Beyer und seiner Kollegin Janine Schindhelm vom Projektteam zeigte, dass sich noch immer nicht alles so schnell umsetzen lässt, was der Zweckverband bei seinen Sitzungen beschließt. So sollten eigentlich Flächen mit einer Gesamtgröße von 12,8 Hektar angekauft werden. Immerhin gibt es nun bei Grundstücken mit insgesamt gut fünf Hektar inzwischen Fortschritte.

Bei den Anschaffungen von Geräten und Ausstattung klappt es besser. Für die künftige Beweidung bei Almerswind wurden 50 Elektrozaun-Netze, Weidezaungeräte und Akkus angeschafft. Die Aufträge für den Kauf von Weidefassanhängern zum Tränken der Tiere sind vergeben. Für den Bereich zwischen Almerswind und Görsdorf wird ein 8000-Liter-Wagen und für die Leite bei Harras einer mit 5000 Litern Fassungsvermögen beschafft.

Unproblematisch sollte der Aufbau eines Unterstandes für die Pferdebeweidung in der Bischofsau verlaufen. Der Zimmerer hat alle Teile parat. Doch die Bürokratie hat noch nicht jede Unterschrift, die sie braucht. Es ist ein schriftlicher Gestattungsvertrag mit dem Landwirt nötig, der bisher aber nicht unterschrieben wurde. "Wir fragen regelmäßig nach, mehr können wir nicht tun", erklärte Stefan Beyer.

Ende September wird der Bau einer Festzaunanlage für die Rote Grube der Tongrube Muggenbach beginnen. In einigen Bereichen wurden Arbeiten zur Entbuschung abgeschlossen.

Geplante Vorhaben

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Als nächstes stehen Entbuschung und Anlage von fünf Tümpeln im Steinachtal auf der Arbeitsliste für das Projektteam. Ähnliche Arbeiten sind für einen Abschnitt des Grünen Bandes bei Rotheul im Landkreis Sonneberg vorgesehen. Dort bereitet den Naturschützern die spät blühende Traubenkirsche Sorgen. Die aus Amerika eingeschleppte Art droht sich auszubreiten und die Naturverjüngung heimischer Arten zu unterdrücken. "Wir werden sie nicht komplett ausrotten können, aber wir wollen versuchen sie so weit wie möglich zurück zu drängen", sagte Stefan Beyer.

Nahe Stressenhausen ging es dann in die Bischofsau, wo die Mitglieder des Zweckverbandes eine Herde von Heckrindern beobachten konnten, die durch Beweidung verhindert, dass das Areal dort erneut mit Büschen zuwächst. Die Tiere sind vergleichsweise scheu und - vor allem wenn Kälber bei der Herde stehen - wachsam. Es wird ausdrücklich davor gewarnt die Weide zu betreten, da Heckrinder durchaus Eindringlinge angreifen können, wenn sie sich oder ihren Nachwuchs bedroht fühlen. Angesichts der stattlichen Erscheinung und der gewaltigen Hörner ist die Versuchung aber ohnehin nicht groß, sich auf ihrer Weide herumzutreiben.



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