Coburg
Generalsanierung

Das Coburger Landestheater speckt ab

Der Freistaat hatte die Planungen für Sanierung und Erweiterung des Landestheaters gestoppt, weil sie zu teuer war. Nun wurde das Raumprogramm verkleinert .
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Wasserflecken und rissiger Putz: Dass das Landestheater sanierungsbedürftig ist, steht außer Frage. Aber es soll nicht nur saniert, sondern auch modernisiert und erweitert werden. Da müssen sich Stadt und Freistaat noch auf ein Raumprogramm einigen. Foto: Jochen Berger
Wasserflecken und rissiger Putz: Dass das Landestheater sanierungsbedürftig ist, steht außer Frage. Aber es soll nicht nur saniert, sondern auch modernisiert und erweitert werden. Da müssen sich Stadt und Freistaat noch auf ein Raumprogramm einigen. Foto: Jochen Berger

Das Landestheater war sogar bereit, auf den neuen Orchesterprobenraum zu verzichten. Zumindest auf einen unmittelbar am Schlossplatz. Stattdessen hätte man ein neues Gebäude am Güterbahnhof errichten können. Doch das lehnte der Coburger Stadtrat am Mittwoch mit großer Mehrheit ab.

Alle anderen Einsparungen beim Raumprogramm waren weniger strittig: Ja, die Probenbühne in der Reithalle kann bleiben, eine weitere kommt in den vorgesehenen Erweiterungsbau. Dafür kann die Probenbühne im Verwaltungsgebäude wegfallen, und diese Flächen werden für etwas anderes frei. Ja, das Ballett kann auch in Zukunft im Hahnweg 61 proben. Es gibt dort sogar jetzt schon einen Probenraum für das Orchester, für den Fall, dass es unterm Dach des Landestheaters unerträglich heiß wird. Der Stadtrat heißt es auch gut, dass Umkleiden oder Büroräume mehrfach genutzt werden sollen, indem sich verschiedene Gruppen Umkleiden teilen oder einzelne Mitarbeiter Schreibtische.

Auf Lagerflächen für Kulissen und Deko unmittelbar am Theater kann das Theater auch verzichten, vorausgesetzt, diese Kapazitäten werden am Werkstattgebäude in Cortendorf geschaffen. Da stimmte der Stadtrat auch mehrheitlich zu - nur acht der SPD-Stadträte hätten die Lagerräume lieber direkt am Theater gesehen.

Einig war sich der Stadtrat bei nur zwei Gegenstimmen, dass der Orchesterprobenraum am Theater geschaffen werden muss und nicht "eine Fernreise entfernt" (Klaus Klumpers, ÖDP). Idee war, das Probengebäude am Güterbahnhof zu bauen, zusammen mit dem Globe.

Wenn auch das Wissenschaftsministerium dem neuen Raumprogramm zustimmt, ermittelt das Staatliche Bauamt auf Schätzbasis einen neuen Kostenrahmen, und wenn der akzeptiert wird, ergeht ein neuer Planungsauftrag. Dann wird die sogenannte Haushaltsunterlage Bau erarbeitet, und die enthält dann einen Vorentwurf mit genauerer Kostenschätzung. Denn Bauherr ist bei der Generalsanierung der Freistaat. Die Stadt muss aber einen Teil der Kosten übernehmen. Geplant ist, dass die Generalsanierung 2021 beginnt. Dann muss das Theater das Große Haus räumen, dann beginnen tiefergehende Untersuchungen der Bausubstanz. Es folgen Baubeginn 2022, viereinhalb Jahre Bauzeit bis Herbst 2027.

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