Herreth
Landwirtschaft

Das Coburger Kreiserntedankfest zieht um

Die traditionsreiche Veranstaltung findet am kommenden Samstag in der Herrether Flur statt. Der Gottesdienst führt zu besonderen Stationen.
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Das ist typisch fränkische Kulturlandschaft: Hans Rebelein, Wolfgang Böhmer, Sebastian Porzelt, Harald Reblitz (hinten, von links), Ute Reblitz, Martin Flohrschütz und Margit Schubert-Platsch (vorne, von links)   beim Probesitzen an der letzten Station des  Rundganges  beim Kreiserntedankfest am kommenden Samstag.Foto: Berthold Köhler
Das ist typisch fränkische Kulturlandschaft: Hans Rebelein, Wolfgang Böhmer, Sebastian Porzelt, Harald Reblitz (hinten, von links), Ute Reblitz, Martin Flohrschütz und Margit Schubert-Platsch (vorne, von links) beim Probesitzen an der letzten Station des Rundganges beim Kreiserntedankfest am kommenden Samstag.Foto: Berthold Köhler

Einen neuen Weg beschreitet der Kreisverband Coburg im Bayerischen Bauernverband (BBV) am kommenden Samstag bei seinem Kreiserntedankfest. Große Reden wird es nicht geben, dafür geht es hinaus aufs Land. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Weg, den die Besucher des Festes nach dem Gottesdienst gehen, wird an einer Linde mitten in den Äckern zwischen Herreth und Draisdorf enden. "Das wird der Abschluss eines schwierigen Bauernjahres", sagt BBV-Obmann Martin Flohrschütz und schnauft erst einmal durch

Das bewährte Organisationsteam um Kreisgeschäftsführer Hans Rebelein kann sich heuer beim Kreiserntedankfest mehr oder entspannt zurücklehnen. Harald Reblitz und seine Mit-Herrether haben nämlich Verantwortung und Kommando übernommen.

Sie haben gemeinsam mit Pfarrer Matthias Hagen das Programm für den Festgottesdienst entworfen. Der beginnt in der Kirche und wird draußen in der Herrether Flur zu weiteren Stationen führen. "Sie Stationen stehen für das, was uns wichtig ist", erklärt Kreisobmann Flohrschütz und nennt das lebensspendende Wasser am Brunnen oder die "Veredlung unserer Produkte" im Backofen als Beispiele.

Wie sich die Herrether ohne großes Brimborium der Herausforderung des Kreiserntedankfestes gestellt haben, nötigt Martin Flohrschütz allen Respekt an. "Mir ist es fast ein bisschen unheimlich, wie reibungslos die Vorbereitungen laufen", sagt der Kreisobmann und nickt den Vertretern des örtlichen Organisationskomitees anerkennend zu. Die nehmen das Lob gelassen zur Kenntnis. "Wenn wir hier feiern, dann helfen selbstverständliche alle zusammen", erklärt Margit Schubert-Platsch vom Kirchenvorstand das Erfolgsrezept hier im Itzgrund.

Und gejodelt wird auch

Dass die Rahmenbedingungen heuer ein bisschen unglücklich sind, dafür können Mitorganisator Reblitz und seine Helfer nichts. Eigentlich hatten sie beim Bauernverband gedacht, dass beim Feldgottesdienst wenigstens noch ein paar Feldfrüchte draußen auf den Äckern stehen, aber da hat ihnen der heiße Sommer einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die Ernte 2018 ist quasi durch. Dass es so etwas noch nie gegeben hat, da sind sich alle einig. Die Probleme, erinnert Hans Rebelein, haben ja eigentlich schon im vergangenen Jahr angefangen: "Wir sind von einem feuchten Herbst direkt in ein trockenes Frühjahr geraten."

Wenn es nach Martin Flohrschütz geht, sollte man die Ernte 2018 dennoch nicht dramatischer machen als sie ist. "Natürlich", sagt der Kreisobmann, "hatten wir eine schlechte Ernte". Aber von einer Katastrophe zu sprechen, ist ihm dann deutlich zu weit gegriffen. Vor 50 oder 60 Jahren hätte ein Sommer wie dieser zu einer Katastrophe geführt, erklärt Martin Flohrschütz: "Da waren die Wirtschaftskreisläufe auch deutlich regionaler." Und die Landwirte noch nicht so leistungsfähig wie jetzt, ergänzt er fast trotzig: "Unsere Böden sind in Ordnung. Wenn sie das nicht wären, wäre nicht das gewachsen, was immer noch gewachsen ist."

Abgehakt. Jetzt geht der Blick von Flohrschütz den Samstag und "einer schönen Feier für uns Bauernfamilien". Freilich sind auch Gäste willkommen, das regionale Buffet in der Herrether Festhalle am Draisdorfer Weg steht allen offen, versichert Hans Rebelein.

Der BBV-Kreisgeschäftsführer rechnet für Samstag mit rund 150 Besuchern, bei doch einigen interessanten zeitgleichen Veranstaltungen wären mehr schon eine große Überraschung. Bei der musikalischen Umrahmung hofft Martin Flohrschütz auf "echte Stadlromantik".

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, schließlich spielt abends Mario Bamberger. Und der ist immerhin Coburgs "Meisterjodler".



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