Autenhausen
Absage

Das Autenhausener Freibad bleibt diese Saison geschlossen

Obwohl die bisherigen Wasserproben nicht beanstandet werden, kann das Freibad in Autenhausen nicht öffnen, weil weitere Werte fehlen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zaun samt rotem Schild zeigen es an: "Badebereich geschlossen", "Betreten verboten". Zwar hatte sich mittlerweile eine Ersatzlösung für den erkrankten Stamm-Schwimmmeister gefunden, doch weil einige Wasserwerte nicht passen, kann das Bad nicht geöffnet werden. Foto: Bettina Knauth
Zaun samt rotem Schild zeigen es an: "Badebereich geschlossen", "Betreten verboten". Zwar hatte sich mittlerweile eine Ersatzlösung für den erkrankten Stamm-Schwimmmeister gefunden, doch weil einige Wasserwerte nicht passen, kann das Bad nicht geöffnet werden. Foto: Bettina Knauth
+1 Bild
Vom Supersommer bisher überhaupt nicht profitieren konnte das Freibad in Autenhausen. Und das wird auch so bleiben. Der langjährige Schwimmmeister ist bereits seit Beginn der Badesaison langfristig erkrankt, das Schwimmbad konnte auch nicht in den Schulferien geöffnet werden. "Bei uns hat das Schwimmbad zu, weil leider keiner da ist, der das kann", wandte sich noch kurz vor Ferienanfang und Beginn der diesjährigen Ferienspaßwochen der zehnjährige Kevin an Radio Eins. Seine Bitte: "Ihr müsst mir und all den anderen Kindern helfen, jemanden zu finden, damit wir bei diesem Wetter wieder in unser Schwimmbad können."

Inzwischen zeichnete sich sogar eine Übergangslösung ab, die Hoffnung auf eine Öffnung machte: Geplant war Folgendes: Eine ausgebildete Rettungsschwimmerin übernimmt auf Stundenbasis die Aufsicht im Bad, die veraltete Technik mit Chloranlage darf von eingewiesenen Freiwilligen des Fördervereins betrieben werden, und zur Kontrolle der Werte hatte sich der Bademeister in Altenstein bereit erklärt. Nun musste nur noch die Qualität des Wassers stimmen. "Wir warten nun auf das Ergebnis der genommenen Proben und rechnen damit, das Bad gegen Ende der Woche öffnen zu können", sagte der Bürgermeister am vergangenen Samstag. Am Donnerstag diese Woche dann die ernüchternde Nachricht: "Laut Gesundheitsamt reicht die Prüfung der Wasserwerte nicht aus", teilte Mittag mit, das Bad bleibe vorerst geschlossen. Ein Wert des Füllwassers könne nicht bestimmt werden, weil das Wasser nicht aus einer getrennten Leitung ins Becken fließt, informierte Andreas Gsänger, der Vorsitzende des Fördervereins. Unverständlich für ihn, denn "wir nutzen zum Füllen ausschließlich FWO-Wasser!" Am späten Donnerstagnachmittag bemühten sich alle Beteiligten noch um eine einvernehmliche Lösung. Doch dann kam die Nachricht: Die Wasserwerte haben nicht ganz gepasst. Mit der Folge: Das Bad bleibt in dieser Saison geschlossen.


Verein hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt

Schon vor Wochen hatte der Förderverein in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen sicheren Schwimmbetrieb zu gewährleisten und das Bad weiterbetreiben zu können. Doch scheiterten diese Initiativen. Nachdem sich erst weder Bademeister noch Rettungsschwimmer fanden, erklärten sich Freiwillige aus dem Förderverein zu einer entsprechenden Ausbildung bereit. Erst fand deutschlandweit kein passender Kurs statt. Dann wollte vor fünf Wochen zwar die Wasserwacht vor Ort in Autenhausen einen Rettungsschwimmerlehrgang durchführen, die beteiligten Ausbilder und "Lehrlinge" durften aber nicht ins Becken. "Grund war, dass wir den Kurs über die Grundlagen der Bädertechnik nicht vorweisen konnten", erläuterte Gsänger.
Dank der Unterstützung aus Altenstein dürften die Freiwilligen nun selbst die Technik betreuen, ohne zuvor diesen Kurs abgelegt zu haben. Das Gesundheitsamt sei mit dieser Vorgehensweise einverstanden, sagte der Vorsitzende noch am Montag. Vor einer Woche entnahm ein Labor Wasserproben, "mit der Bitte auf Expressbehandlung", wie Mittag am Samstag schilderte.

Und alle stellten sich schon auf den Fall ein, grünes Licht für die Öffnung zu bekommen. "Bekommen wir doch noch das OK, muss alles ganz schnell gehen, wenn das Bad noch einige Wochen geöffnet werden soll", ergänzte der Vorsitzende. "Voraussetzung ist noch, dass bis dahin die Badeaufsicht bereit ist, dass jemand Eintritt kassieren kann, den Kiosk betreibt und jemand die Technik des Bades betreut", zählte Gsänger die weiteren Anforderungen auf. Momentan habe er letztere Aufgabe übernommen, für Kiosk und Kassieren des Eintritts kündigten Vereinsmitglieder ihre Mitarbeit an. Der Autenhausener weiter: "Becken absaugen, Filter rückspülen, Chlor dosieren und Rasen mähen machen wir ebenfalls bereits."

Am Montag blieb das Becken vorn noch durch einen Zaun abgesperrt. Im hinteren Eck hatte sich Familie Günther aus Karlsruhe für eine kurze Rast niedergelassen. Enttäuscht, weil sie sich auf ihrer Radtour von Eckertshausen nach Seßlach nicht erfrischen konnten. "Wir haben das kleine, nette Bad letztes Jahr entdeckt", berichtete Mutter Birgit. "Es ist total idyllisch, ein Kleinod", fügte ihr Mann Kai hinzu. Eigentlich wollten die Günthers sich für ihr Frühstück auch am Kiosk eindecken. "Nur gut, dass wir Essen dabei hatten", kommentierte der zwölfjährige Paul diese unbefriedigende Situation.

2015 stand das Freibad in Autenhausen bereits kurz vor der Schließung. Mit Gründung des Fördervereins kam die Wende: Viele Freiwillige übernahmen Arbeiten und entwickelten ein zukunftsfähiges Konzept für ein attraktiveres Bad. Für den vom Verein vorangetriebenen Umbau zum Naturschwimmbad "Autilus" bewilligte der Seßlacher Stadtrat in seiner Februar-Sitzung mit knapper Mehrheit entsprechende Mittel. Auch Fördergelder wurden bereits zugesagt.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren