Neustadt bei Coburg
Event

Country Festival in Neustadt: Der Westen ist bereit

Der Country Club Mountain Lions veranstaltet an den nächsten zwei Wochenenden wieder das alljährliche Country Festival. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
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Bereits aufgebaut: Die Tipis mit ihrem neuen Holzgerüst.Jann Weckel
Bereits aufgebaut: Die Tipis mit ihrem neuen Holzgerüst.Jann Weckel
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Links ein Steakhouse, rechts der Saloon. Vom Marterpfahl bis zum Tipi ist alles da. Das Gelände der "Mountain Lions", dem Neustadter Country Club, ist ein Stück Wilder Westen in Oberfranken. Die Hitze der vergangenen Wochen verstärkt die Illusion noch: Das Gras ist vertrocknet, es fehlt nur noch Tumbleweed, das - vom Wind getragen - durch die Szenerie hoppelt. Gabelstapler und Lkw gehörten in den vergangenen Tagen aber auch zum Inventar, denn es laufen die Vorbereitungen für das jährliche Country Festival des Vereins.

"An zwei Wochenenden je drei Tage am Stück, das ist schon ordentlich", sagt Jens Korn - Vergnügungswart des Vereins. "Das Festival ist natürlich jedes Jahr das Highlight. Es ist viel Arbeit, macht aber trotzdem Spaß." Zum Programm gehört Country-Musik, aber auch Ponyreiten und Kutschfahrten: "Es ist also auch für die Kinder schön, nicht nur für die Erwachsenen", sagt Korn. Die Vergangenheit hat gezeigt: Besonders wenn das Wetter stimmt, kann es eng werden auf dem Vereinsgelände in der Mörikestraße. "Wie viele Menschen jedes Jahr genau kommen, ist schwer zu sagen. Wir verlangen ja keinen Eintritt", erklärt Korn, "aber es ist schon immer recht voll hier."

Für Außenstehende ist das Festival außerdem eine Gelegenheit, sich das Treiben des Vereins aus der Nähe anzuschauen. 80 Mitglieder zählen die Mountain Lions aktuell, die sich die Verbreitung der amerikanischen Kunst und Folklore zum Ziel gesetzt haben. "Und wofür ist denn so ein Festival sonst da, wenn nicht um den Leuten das zu zeigen?", sagt Mitglied Martin Friedel, der wie Jens Korn über seine Eltern Ende der 90er zum Verein gestoßen ist. Zu diesem Zweck schlüpfen an den beiden Wochenenden viele Mitglieder in ihre - zum Teil sehr teuren - Kostüme: "Vieles ist sogar handgemacht, weil man es gar nicht irgendwo kaufen kann", sagt Korn.


Liebe zum Detail

In der Regel haben die aktiven Mitglieder eine feste Rolle, die sie ausfüllen: Sei es Indianer, Cowboy, Soldat, Trapper oder Mountain Man. Einige besitzen sogar Hütten auf dem Gelände, die passend zur Rolle detailgetreu eingerichtet sind. Allerdings hat auch diese Liebe zum Detail ihre Grenzen: "Es gibt Vereine, da darf man nicht einmal eine Armbanduhr tragen. Wir spielen auch keine historischen Schlachten nach. So ein Verein sind wir nicht."

2018 ist für den Country Club ein Jubiläumsjahr. Entstanden ist die Idee vor 25 Jahren, als sich die späteren Gründer bei einem Country-Konzert trafen. 1999 beteiligte man sich an der kleinen Landesgartenschau, indem man das Gelände in der Mörikestraße - zur Verfügung gestellt von der Stadt - zum Western-Camp umgestaltete. Im Anschluss wurde die Fläche gepachtet, 2001 folgte das erste Country Festival.

Die diesjährige Ausgabe sei mit Blick auf das Jubiläum zwar "nicht unbedingt größer, aber ein bisschen anders", sagt Jens Korn. Zum Beispiel findet an den Samstagen in Kooperation mit der Privilegierten Schützengesellschaft Neustadt eine historische Waffenschau mit Repliken aus den Jahren 1850 bis 1930 statt. "Das gehört nun mal auch dazu", sagt Korn. Für die Kinder wurden die Holzgerüste der Tipis nach zehn Jahren erneuert.

Vielleicht lässt sich durch die Veranstaltung ja das eine oder andere neue Mitglied für den Verein begeistern: "Vereine haben es allgemein nicht leicht mit dem Nachwuchs. Damit kämpfen wir auch."
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