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Coburg
Einschränkungen

Corona kommt den Busbetrieb teuer

Die verschiedenen Maßnahmen, die das soziale Leben eindämmen, verursachen auch Kosten, wie das Beispiel des Coburger Stadtbusnetzes zeigt.
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Ein Bus fährt vom Theaterplatz weg, der zentralen Haltestelle in der Stadt. Seit einer Woche ist "Ferienbetrieb". Foto: Simone Bastian
Ein Bus fährt vom Theaterplatz weg, der zentralen Haltestelle in der Stadt. Seit einer Woche ist "Ferienbetrieb". Foto: Simone Bastian

Keine Laufkundschaft mehr für die Innenstadt, keine Schüler mehr - der Stadtbusbetrieb hat für den Moment einen großen Teil seiner Kunden verloren. Schon am vergangenen Dienstag trat der "Ferienfahrplan" in Kraft - die Busse, die sonst zusätzlich eingesetzt werden, um die Schüler zur Schule und mittags wieder heim zu bringen, fallen weg.

Ansonsten fahren die Linien im gewohnten Takt. Noch. Denn laut Raimund Angermüller, dem Leiter der Verkehrsbetriebe, gibt es derzeit durchaus Überlegungen, den Betrieb auf Stundentakt umzustellen. Noch sei das nicht entschieden, aber eben auch nicht auszuschließen. Ziel sei es aber auf jeden Fall, finanzielle Auswirkungen für die Beschäftigten zu vermeiden.

Seit Dienstag verzichtet die SÜC Bus und Aquaria GmbH darauf, in den Bussen Fahrscheine zu verkaufen. "Im März werden 90000 Euro fehlen", sagt Angermüller. Wenn dann ein weiterer Monat dazu komme, "dann reden wir über mindestens 270000 Euro". Die Fahrgäste seien durchaus bereit, für die Fahrt zu bezahlen, sagt Angermüller. Aber sie können nicht. Im Vorverkauf gibt es lediglich die Abonnements und die Zeitkarten. Über Fahrscheinautomaten verfügen die SÜC nicht, Einzelfahrscheine gibt es nur beim Busfahrer. Aber die sollen zu ihrem Schutz die vorderen Türen nicht mehr öffnen- Quer durch den Bus verspanntes Trassierband nach der ersten Sitzreihe soll verhindern, dass Fahrgäste in der Nähe der Fahrer sitzen oder stehen.

Eigentlich ist vorgesehen, dass die Bordcomputer in den Bussen in diesem und im nächsten Jahr umgerüstet werden. Dabei sollen auch Geräte eingebaut werden, die berührungsloses Bezahlen mit Kreditkarte, Handy oder Fitness-Uhr ermöglichen. "Das ist eine Investition von 400000 Euro", sagt Angermüller. "Aber möglicherweise kommt das jetzt auch noch einmal auf den Prüfstand."

Der Verkehrsbetriebsleiter erwartet gar nicht, dass die Kosten stark sinken, wenn der Fahrplan weiter ausgedünnt wird. "Die Personalkosten bleiben uns ja. Aber es hat keinen Sinn, mit leeren Bussen durch die Gegend zu fahren."

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