Coburg
Vortrag

Coburgs Vergangenheit zwischen Aktendeckeln

Was können Archive für die Geschichtsforschung leisten? Mit dieser Frage befasst sich ein Vortrag im Coburger Staatsarchiv.
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Die Chronik der NSDAP-Ortsgruppe Coburg aus den Jahren 1941/42 lagert im Coburger Staatsarchiv. Diese Chronik kann als Quelle dafür dienen, wie die Partei trotz Krieg einen Anschein von Normalität wahren wollte. Foto: Simone Bastian
Die Chronik der NSDAP-Ortsgruppe Coburg aus den Jahren 1941/42 lagert im Coburger Staatsarchiv. Diese Chronik kann als Quelle dafür dienen, wie die Partei trotz Krieg einen Anschein von Normalität wahren wollte. Foto: Simone Bastian

Den Vortrag hält Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektorin der staatlichen Archive Bayerns und Mitglied der Coburger Historikerkommission. Diese Kommission begleitet das Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Coburger Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Projekt soll aufklären, wie die ehemalige herzogliche Residenzstadt so früh zu einer der deutschen Nazi-Hochburgen werden konnte: Schon 1929 hatten die Nationalsozialisten die Mehrheit im Coburger Stadtrat.

Ein großer Teil der Forschung findet in Archiven statt. Im Coburger Staatsarchiv lagern zum Beispiel die Verfahrensakten der Coburger Spruchkammer. Diese Kammern sollten nach dem Krieg aufklären, wie tief die Deutschen ins nationalsozialistische System verstrickt waren - waren sie Täter, "Mitläufer" oder tatsächlich unbelastet?

Viele Aktenbestände aus der Zeit des Nationalsozialismus wurden nach Kriegsende gezielt vernichtet oder verschwanden. Anderes wurde daraufhin erst recht aufgehoben - auch, wenn es auf den ersten Blick nicht sehr aussagekräftig ist. Das Coburger Staatsarchiv verwahrt Akten verschiedener Institutionen, persönliche Nachlässe, aber auch Originaldokumente aus der Coburger Parteizentrale, die einen Einblick ins Alltagsleben der Coburger in der NS-Zeit eröffnen, heißt es in der Einladung zum Vortrag. Die Chronik der NSDAP-Ortsgruppe aus den Jahren 1941/42 kann zum Beispiel Aufschluss darüber geben, wie der Alltag trotz Krieg weiterging.

Der Vortrag ist am Mittwoch, 24. Oktober, 19.30 Uhr, im Staatsarchiv in der Herrngasse 11 zu hören. Karten gibt es im Vorverkauf für fünf Euro, an der Abendkasse für sieben Euro. Veranstalter der Vortragsreihe sind die Historischen Gesellschaft Coburg zusammen mit der VHS Coburg und der Stadt Coburg.

Mehr zum Staatsarchiv und zu dem Vortrag finden Sie hier(Angebot von infrankenPLUS, für Abonnenten unserer Zeitungstitel kostenlos).

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