Coburg
Öffentlicher Nahverkehr

Was sich Coburgs Schüler von den ÖPNV-Verantwortlichen wünschen

Die Fünftklässler am Alexandrinum haben ihre Erfahrungen in den Schulbussen und Zügen aufgeschrieben. Verantwortliche beim ÖPNV sind gefordert.
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Machen ihrem Ärger über den öffentlichen Nahverkehr Luft: Die Schüler der Klasse 5ce am Alexandrinum. Foto: Klasse 5ce
Machen ihrem Ärger über den öffentlichen Nahverkehr Luft: Die Schüler der Klasse 5ce am Alexandrinum. Foto: Klasse 5ce
Warum geht es immer nur um Schnellstrecken und Prestigeprojekte? Warum wird nicht einmal Geld da investiert, wo wir und unsere Kinder täglich leben? Warum werden die Busfahrer immer mehr gehetzt, warum kann man nicht morgens einen Waggon mehr anhängen, um die Lage zu entspannen? - Fragen, die sich Heike Menke stellt.


Die Lehrerin am Gymnasium Alexandrinum hat mit ihren Schülern im Rahmen des Tageblatt-Projekts Klartext das Thema Nahverkehr bearbeitet. Sie wundert sich nicht mehr, dass viele Eltern lieber "Taxi" spielen. Sie kommt zu dem Ergebnis: "Wenn Nahverkehr genutzt werden soll, muss er auch funktionieren."


Eine Auswahl der Schülerbriefe, die die Klasse 5ce am Alexandrinum zum Thema "Öffentlicher Nahverkehr in und um Coburg" verfasst hat, schickte sie uns jetzt in die Redaktion:

Ronja, Lucia, Karina und Emely: "Wir fahren früh im Bus 8306 von Sonnefeld nach Coburg. Der Bus kommt immer viel zu spät. Manchmal hält er gar nicht an unserer Haltestelle, manchmal macht er Umwege, die er sonst nicht fährt. Wenn wir spät dran sind, fährt er sogar manchmal bei Rot über die Ampel. Bitte keine Vollbremsungen! Manche Busfahrer verstehen uns gar nicht, weil sie nicht gut Deutsch sprechen. Im Bus selber werden wir jüngeren Schüler oft von älteren geärgert. Manche stellen ihre Taschen auf den Sitzen ab, so dass wir stehen müssen, obwohl noch Plätze frei sind. Das ist gemein. Auch die Busfahrpläne werden nicht erneuert!"

Tom und Ferdinand: "Wir fahren mit dem Zug um 7.01 Uhr von Lichtenfels nach Coburg. Da ist es so, dass alle einen beim Einsteigen drängen und hinschubsen und man keinen Platz bekommt. Warum kann man nicht früh, wenn alle zur Schule fahren, einfach einen Waggon mehr anhängen?"

Louis, Jakob und Julia: "Die Busse sind grausam! Sie kommen manchmal zu früh oder zu spät. Wenn sie zu spät kommen, fahren sie meistens durch. Auch wenn sie voll sind, fahren sie durch und lassen einen stehen. Dann hat man ein Problem! Im Winter ist der Bus immer überfüllt. Die Busse sollten langsamer fahren, sonst haut es einen immer hin. Die älteren Schüler stellen ihre Schultaschen auf die Sitze und dann müssen wir stehen. Warum weist der Busfahrer die nicht darauf hin, dass alle Plätze besetzt werden sollen? Dann müssen ja vielleicht auch alte oder kranke Leute stehen. Man könnte doch einen größeren oder mehrere Busse auf einer Linie fahren lassen. Außerdem steht auf dem Bildschirm im Bus meistens nichts drauf. Wir fahren um 6.59 Uhr von Zeickhorn zum Anger."

Emilia, Chantal, Hanno, Leonhard, Emely: "Der Zug um 6.55 Uhr von Bad Rodach nach Coburg ist früh am Morgen sehr überfüllt. Wenn der Zug steht und die Türen aufgehen, wird man von hinten in den Zug geschubst. Beim Ausstieg ist es genau dasselbe. Auf der Fahrt besetzen Leute einen Sitz für sechs und machen die Plätze nicht frei. Warum gibt es nicht mehr Waggons?"
Emma und Katharina: "Die Linie 8319 fährt um 6.40 Uhr von Buch am Forst nach Coburg. Der Bus ist viel zu voll! Viele Busfahrer können nicht gut fahren: Sie fahren los und dann bremsen sie plötzlich wieder ab."

Lily: "Die Linie Z02 Thüringer Viertel fährt von Niederfüllbach nach Coburg. Der Bus ist früh viel zu voll. Deswegen ist der Busfahrer immer genervt. Wenn jemand "Stopp" drückt und nicht so schnell raus kommt, weil es so voll ist, macht der Busfahrer die Tür zu und fährt weiter, auch wenn man "Stopp" ruft. Ich habe neulich gesehen, dass eine alte Frau nicht aussteigen konnte."

Weitere ausführliche Informationen und Stellungnahmen folgen.


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