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Coburg
Klimaschutz

Coburgs Aufbruch in eine klimaneutrale Zukunft

Um bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, trafen sich die 24 Unternehmen der Initiative Wohnen.2050 zur Vereinsgründung in Berlin.
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Die ehemalige Hauptverwaltung der Wohnbau Stadt Coburg (im Vordergrund) und das niedrige Gebäude rechts daneben sollen für "junges Wohnen" genutzt werden. Nach einer energetischen Sanierung? Foto: WSCO/Archiv
Die ehemalige Hauptverwaltung der Wohnbau Stadt Coburg (im Vordergrund) und das niedrige Gebäude rechts daneben sollen für "junges Wohnen" genutzt werden. Nach einer energetischen Sanierung? Foto: WSCO/Archiv

Nicht nur über den Klimawandel reden, sondern handeln. Unter diesem Motto hatte die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt Gründungspartner aus ganz Deutschland zur Vereinsgründung der Initiative Wohnen.2050 (IW 2050) eingeladen. Die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) engagiert sich als Gründungsmitglied von Anfang an in dieser Initiative. Übergeordnete Zielsetzung ist ein klimapolitisches Bündnis, das neben der strategischen Kooperation und einem fachlich-inhaltlichen Abgleich vor allem wirtschaftliche und finanzielle Belange zur Erreichung der Vorgaben im Blickfeld hat.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). "Für die Wohnungswirtschaft ist Klimaschutz eines der vordringlichsten Themen - und alle Beteiligten leisten seit langem einen kontinuierlichen Beitrag. Um das Zwei-Grad-Ziel und einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen, gilt es, den Einsatz noch einmal deutlich zu erhöhen. Die Situation erfordert nicht nur Engagement, sondern auch Transformation", erklärte Gedaschko.

Bundesweiter Zusammenschluss

Die Initiative Wohnen.2050 vereint geballtes Knowhow und setzt auf den Open-Source-Ansatz. Lösungen und Tools für die ressourcensparende Entwicklung von unternehmensspezifischen Wegen zur Klimaneutralität werden gemeinsam erarbeitet und ausgetauscht. So bekommen auch kleinere Unternehmen die Chance, sich ökonomisch und sachlich zieladäquat zu positionieren.

"Wir stehen vor der wohl größten Jahrhundertaufgabe unserer Zeit. Deswegen war für uns klar, dass wir eine Brancheninitiative brauchen, um dieser Herausforderung gemeinsam und partnerschaftlich zu begegnen", erklärte Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt und Vorstand der IW 2050, über das Klimaschutz-Engagement.

Sozialverträgliche Mieten

Als Gründungsmitglied war auch die WSCO und außerdem die Stadt Coburg bei der Versammlung in Berlin vertreten. "Wir sehen in der Initiative eine große Chance. Die Klimakrise kann nur in engem Austausch und Zusammenarbeit bewältigt werden", sagte Christian Meyer, Geschäftsführer der WSCO. "In diesem Jahr feiern wir das 70-jährige Bestehen der Wohnbau mit einem ehrgeizigen Ziel: Bis zum 100-jährigen Bestehen soll unser gesamter Bestand klimaneutral sein."

Die Herausforderung liegt für Wohnungsbauunternehmen vor allem darin, die Mieten auf einem sozialverträglichen Niveau zu halten. "Bei einer aktuellen Durchschnittsmiete von 4,70 Euro pro Quadratmeter in Coburg befinden wir uns hier natürlich in einem Spannungsfeld", sagte Meyer, "aber wir werden Lösungen finden, gerade durch den Austausch mit den anderen Mitgliedern der Initiative Wohnen.2050."

Als Klimaschutzmanager der Stadt Coburg war Michael Mosebach in Berlin dabei: "Je nach Betrachtungsweise ist das Wohnen für rund ein Viertel bis ein Drittel des privaten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Maßnahmen zur energetischen Sanierung des Wohnraums sind daher ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele. Ich freue mich, dass die Wohnbau Stadt Coburg sich in diesem Bereich engagiert und ehrgeizige Ziele gesteckt hat."

Über eine Million Wohneinheiten

Bereits zum Gründungstag vertritt die Initiative rund 1 050 000 Wohneinheiten und sechs der zehn größten deutschen Wohnungsunternehmen innerhalb des GdW. "Die Beteiligung und das Interesse waren überwältigend. Wir sind stolz, uns heute mit sagenhaften 24 Gründungsunternehmen auf den Weg in eine klimaneutrale Zukunft zu machen", erklärte Felix Lüter, Leiter des Kompetenzcenters Nachhaltigkeit der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt.

Nach der offiziellen Vereinsgründung diskutierten die Teilnehmer in Arbeitsgruppen über mögliche Finanzierungs- und Klimastrategien. In den nächsten Wochen wird es weitere Termine geben, um Strategien und Maßnahmen zur Erreichung der gesetzten Ziele zu erarbeiten.red