Coburg
Auftritt

Coburger Zuhörer bejubeln in St. Moriz vereinte Chöre

So meistert der Konzertchor Coburg gemeinsam mit Chören aus Kronach und den jungen Stimmen des Gymnasiums Alexandrinum anspruchsvolle Werke von Mozart bis Rutter.
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Bei seinem Auftritt in St. Moriz wurde der Konzertchor Coburg vom Dekanatschor Kronach, dem Lehrerchor im BLLV Kronach und dem "Vocalensemble des Gymnasiums Alexandrinum" unterstützt. Fotos: Jochen Berger
Bei seinem Auftritt in St. Moriz wurde der Konzertchor Coburg vom Dekanatschor Kronach, dem Lehrerchor im BLLV Kronach und dem "Vocalensemble des Gymnasiums Alexandrinum" unterstützt. Fotos: Jochen Berger
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Viel gewagt und am Ende reichlich Applaus gewonnen - auf diese kurze Formel lässt sich das vom Konzertchor Coburg präsentierte Programm in der Morizkirche bringen. Mozart, Bruckner und Rutter markieren dabei als stilistisch bunter Komponisten-Dreiklang eine musikalische Reise durch zwei Jahrhunderte.


Zusammenarbeit mit dem "Vocalensemble des Gymnasiums Alexandrinum"

Mit vereinten Sangeskräften, das Konzert in St. Moriz und tags zuvor in der Markgrafenkirche Seibelsdorf beweisen es, lassen sich auch ehrgeizige Projekte verwirklichen. Nach diesem Motto setzt Marius Popp als Leiter des Konzertchors schon seit Jahren immer wieder auf die Zusammenarbeit mit anderen vokalen Klangkörpern.

Zum Dekanatschor Kronach kommt in diesem Fall noch der Lehrerchor im BLLV Kronach hinzu. Viele Chöre nicht nur in der Region wünschen sich oft händeringend junge Stimmen herbei.
Der traditionsreiche, vor 170 Jahren gegründete Konzertchor findet sie bei seinen Auftritten in der Zusammenarbeit mit dem Vocalensemble des Gymnasiums Alexandrinum (Einstudierung: Martin Kleiner).


Mozarts "Krönungsmesse"

Viel gewagt - das gilt für den Auftakt scheinbar nur bedingt. Denn Mozarts sogenannte "Krönungsmesse" ist ein gefälliges, nicht allzu tückisches Werk, das sich auch von Laienchören durchaus respektabel bewältigen lässt. Die Herausforderung in diesem Fall besteht für den Dirigenten jedoch vor allem darin, die Vielzahl der mitwirkenden, jederzeit mit großem Engagement agierenden Chöre klanglich und gestalterisch gut zu bündeln.


Klarer Gestik

Das gelingt dem Kronacher Dekanatskantor Marius Popp mit klarer und immer wieder auch anfeuernder Gestik überzeugend. Zudem schafft es Popp, die zumeist im Ensemble geforderten Vokalsolisten gut einzubinden in den Gesamtklang. Als Vokalquartett erlebt das Publikum Solisten, die bereits mehrfach an gleicher Stelle überzeugen konnten. Andrea Wurzer (Sopran), Stefanie Schmitt (Alt), Johannes Puchleitner (Tenor) und Rainer Grämer (Bass) agieren erfreulich homogen - nicht nur bei Mozarts "Krönungsmesse", sondern anschließend auch bei Bruckners "Te Deum" und Rutters "Gloria".


Orgel als Verstärkung

Den Instrumentalpart übernimmt das Popp-Consortium, in dem Laien neben Profis aus der Region agieren. Ergänzt durch das Percussions-Ensemble der Berufsfachschule für Musik Kronach (Einstudierung: Günther Peppel), gefällt das Popp-Consortium durch engagiertes, klanglich meist ausgewogenes Musizieren. Besonders überzeugend: die bei Bruckner und Rutter vielfach geforderten Blechbläser. Die vor allem bei Bruckner und Rutter nötige Fülle erhält der Instrumentalpart dank der dezenten Verstärkung durch die Schuke-Orgel (stets zuverlässig: Sarah Stamboltsyan).

Viel gewagt - das gilt sicherlich für Anton Bruckners klangmächtiges "Te Deum", das eigentlich für wuchtige Klangmassen konzipiert ist und die vereinten Chöre wiederholt vor heikle Aufgaben stellt. Hier setzt Marius Popp bewusst auf flächige Wirkung und große Spannungsbögen.


Umsichtiger Dirigent

Das sichert dieser Wiedergabe verlässlich ihre Wirkung beim Publikum, zumal Johannes Puchleitner inmitten des Solistenquartetts einige exponierte Tenorstellen souverän meistert.

Eine kluge Wahl zum Abschluss ist John Rutters "Gloria" aus dem Jahr 1974. Das Werk pendelt geschickt zwischen Carl Orff- und Filmmusik-Anklängen, hält einige rhythmisch interessante Aufgaben parat und ist mit seiner eingängigen Melodik selbst beim erstmaligen Hören mühelos verständlich. Auch hier gelingt es Marius Popp, die gründlich einstudierten Chöre samt Orchester jederzeit umsichtig zu führen und mit gut nuancierter Dynamik Spannungskurven zu bauen. Der verdiente Lohn: ausdauernder Beifall des Publikums.
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