Coburg
Direktmandat

Coburger Wahlsieger Mittag: "Tolle Teamleistung"

Martin Mittag holt das Direktmandat im Stimmkreis Coburg. Dass der Erfolg so deutlich ausfiel, überraschte die Besucher der CSU-Wahlparty aber dennoch.
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Da ist der Sieger: Die Spitzen der CSU-Kreisverbände Coburg Stadt und Land bereiteten  Martin Mittag (links)  in der Coburger Innenstadt  einen    begeisterten Empfang.Foto: Berthold Köhler
Da ist der Sieger: Die Spitzen der CSU-Kreisverbände Coburg Stadt und Land bereiteten Martin Mittag (links) in der Coburger Innenstadt einen begeisterten Empfang.Foto: Berthold Köhler
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Für Jürgen W. Heike war die Sache schon um 19.38 Uhr klar. "Es ist schön, dass wir wieder das Direktmandat geholt haben", sagte der scheidende Landtagsabgeordnete nach einem Blick ins Smartphone gelassen. Eine halbe Stunde mussten die CSU-Anhänger im "Bayrish Pub" dann aber immer noch warten, ehe sie den strahlenden Wahlsieger Martin Mittag feiern durften. "Martin, Martin", schallte es an der Mauer durch die laue Nacht.

Auch wenn er die Stunden vor Schließung der Wahllokale daheim in Seßlach verbracht hatte - man sah Martin Mittag den Stress der vergangenen Stunden an. Der fiel nun ab. "Ich bin überwältigt", sagte der Noch-Bürgermeister von Seßlach. Dann fiel er Lautertals Bürgermeister, Sebastian Straubel, einer der engsten Mitstreiter der zurückliegenden Wahlkampfwochen, in die Arme.

Es sei eine "tolles Gemeinschaftsleitung" gewesen, das Direktmandat für den bayerischen Landtag bei der CSU halten zu können, lobte Mittag sein Team, während die gut 100 Parteifreunde frenetisch jubelten. Denn so ganz sicher waren sie sich bei der CSU in Stadt und Landkreis nicht, auch diesmal den Sieg davontragen zu können. Jürgen W. Heike war ehrlich: "Ich habe Michel Busch stark eingeschätzt. Stärker als sein jetziges Ergebnis." Für Martin Mittag freue er sich, weil sich dieser sich "trotz aller Widerstände im Wahlkampf" sehr deutlich durchgesetzt habe.

Der langjährige Landtagsabgeordnete hatte ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "München ade" an und wirkte aufgeräumt. Ein paar Aufgaben habe er schon noch zu erledigen, kündigte der ehemalige Staatssekretär an. Noch warte Arbeit im Parlamentarischen Kontrollgremium für den Verfassungsschutz, dann komme aber schon bald ein vierwöchiger Urlaub - "um zumindest ein bisschen von dem nachzuholen, was ich die vergangenen 24 Jahre verpasst habe".

Keine Angst vor Aiwanger

Seinen Nachfolger erwartet keine leichte Zeit. Jürgen W. Heike geht fest davon aus, dass die CSU eine Regierungskoalition mit den Freien Wählern eingehen wird. "Angst" vor dem FW-Frontmann Hubert Aiwanger brauche man dabei nicht haben, versicherte der Noch-Abgeordnete: "Ich bin immer gut mit ihm ausgekommen."

Vorne mit dabei beim Begrüßungskomitee: Hans Michelbach, Mitglied des Deutschen Bundestages. Freilich, das Direktmandat sei eine tolle Sache, aber das gesamtbayerische CSU-Ergebnis schmeckte Michelbach nicht: "Ich bin nicht zufrieden, wir können so nicht weitermachen." Da gab ihm trotz aller Siegesfreude auch Martin Mittag recht: "Wir müssen aus diesem Wahlergebnis die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das ist der Auftrag der Wähler an uns." Der Sieger selbst war mit seinem Gefühl für den Wahlausgang gar nicht weit von seinem Vorgänger entfernt. Auf Tageblatt-Nachfrage erzählte Martin Mittag, dass er schon nach Bekanntwerden der Ergebnisse aus den Wahllokalen der Stadt Coburg ein "sehr, sehr gutes Gefühl" bekommen habe. Eine gute Stunde später war die Sache dann klar.

Ein Dank an den Vorgänger

Vor der nächtlichen Siegesfeier war es Martin Mittag wichtig, noch einmal seinen Vorgänger zu würdigen: "Jürgen W. Heike hat 24 Jahre lang unseren Stimmkreis sehr gut vertreten."

Alle Prognosen und Ergebnisse zur Landtagswahl in Bayern finden Sie in unserem Ticker.

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