Coburg
Wasserwerk

Coburger Trinkwasser in Bio-Qualität

Die SÜC weisen am Tag der Daseinsvorsorge auf den Beginn der modernen Coburger Wasserversorgung vor 125 Jahren hin.
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Im Wasserwerk der SÜC im Stadtteil Cortendorf erläutert SÜC-Hauptabteilungsleiter Jürgen Zimmerlein Wasserleitungsrohre aus verschiedenen Epochen. Links Holzrohre aus dem 17. Jahrhundert, davor  Leitungen aus Kunststoff sowie eine Gussrohr aus Zement.Foto:Chris Winter
Im Wasserwerk der SÜC im Stadtteil Cortendorf erläutert SÜC-Hauptabteilungsleiter Jürgen Zimmerlein Wasserleitungsrohre aus verschiedenen Epochen. Links Holzrohre aus dem 17. Jahrhundert, davor Leitungen aus Kunststoff sowie eine Gussrohr aus Zement.Foto:Chris Winter

Bedenkenlos das Wasser aus dem Wasserhahn daheim zu trinken - für diese Selbstverständlichkeit betreiben die SÜC einen immensen Aufwand. Mit dem Tag der Daseinsvorsorge am gestrigen Sonntag "möchte die SÜC auf die Leistungen der Stadtwerke und des Entsorgungs- und Baubetriebs (CEB) aufmerksam machen", erklärte SÜC-Geschäftsführer Wilhelm Austen.

Dass seit vielen Jahren und Jahrzehnten in Coburg und Umgebung einwandfreies Trinkwasser zu Verfügung stehe, sei den weitsichtigen Entscheidungen des Coburger Magistrats vor 125 Jahren zu verdanken, so Austen.

Trinkwasser aus dem oberen Itzgrund bei Rödental-Fischbach und -Mittelberg damals in die Stadt zu leiten, ist nach den Worten von Jürgen Zimmerlein, Leiter der Hauptabteilung Gas/Wasser, Daseinsvorsorge im klassischen Wortsinn.

Zimmerlein zitierte aus einem Bericht aus dem Jahr 1870, wonach in Coburg "katastrophale hygienische Bedingungen" bei den öffentlichen und privaten Brunnen herrschten. Die Quellen am Eckardtsberg und im Kürengrund erwiesen sich als nicht ergiebig genug, so dass die Quellen bei Fischbach und Mittelberg erschlossen und das Wasser durch eine Rohrleitung nach Coburg geleitet wurde. "Das wird auch noch die nächsten 125 Jahren funktionieren", wagte er die Prognose. In den 1930er-Jahren erkundete man ein Wasservorkommen bei Heubisch in Thüringen. "Das wurde nicht verwirklicht, aber nach der Grenzöffnung besaßen wir plötzlich ein Grundstück dort mit einem Tiefbrunnen."

Intakte Infrastruktur

Neue Tiefbrunnen baute die SÜC in den 1960er- und 1970er-Jahren, dann auch bei Mönchröden und 1978 erfolgte der Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken, "unser drittes Standbein". Im nächsten Jahr soll zwischen dem Coburger Stadtteil Lützelbuch und Grub am Forst eine Wasserleitung gebaut werden, "was die Versorgungssicherheit dort weiter erhöht".

Der einzige kleinen Makel des Coburger Wassers ist sein etwas sauerer Charakter. Damit metallische Rohrleitungen daher auf Dauer keine Schaden nehmen, wird im Wasserwerk mit natürlich vorkommendem Kalk die Kohlensäure reduziert. "Ansonsten gibt es in unserem Wasser keine Chemie oder Flockungsmittel. Eigentlich könnten wir es als ‚Biowasser‘ verkaufen", witzelte Jürgen Zimmerlein. Eine sichere und bezahlbare Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser sieht er angesichts der Klimaerwärmung als einen wichtigen Standortfaktor an.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer bekannte sich für den Verbleib des Versorgungsunternehmens in der öffentlichen Hand. "Wir haben unsere Stadtwerke nicht versilbert, im Gegensatz zu anderen Kommunen, die jetzt die Versorgungsunternehmen wieder zurückkaufen." Für eine intakte Infrastruktur und somit ein gutes Leben "tun wir gut daran, den kommunalen Unternehmen einen besonderen Wert beizumessen".

Rund um den Tag der Daseinsfürsorge

Aktionstage Am 23. Juni 2019 fand deutschlandweit der dritte Tag der Daseinsvorsorge statt. Mit diesem Aktionstag wollen die kommunalen Versorgungsunternehmen deutlich machen, dass überall in Deutschland die Menschen Trinkwasser und und Strom erhalten, Abwasser und Abfall entsorgt und der Öffentliche Personennahverkehr sowie Glasfasenetze betrieben werden - all das ist Daseinsvorsorge. Der Tag der Daseinsvorsorge rückt die Leistungen kommunaler Unternehmen an einem Tag im Jahr ganz bewusst in die öffentliche Wahrnehmung.

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