Coburg

Coburger Traumspiel-Regen-Dilemma

Zwei Spiele sollte der FC Coburg im Juli im Dr.-Stocke-Stadion machen dürfen. Doch nun hat die Stadt den Platz gesperrt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Dr.-Stocke-Stadion am Donnerstagnachmittag nach einem heftigen Regenschauer. Würde auf dem nassen Feld gespielt werden, könnte das alle Rasen-Sanierungsmaßnahmen vom Frühjahr zunichte machen, argumentiert die Stadt. Deshalb wird der Platz bis zum "Traumspiel" am 20. August gesperrt - nicht mal die zugesagten beiden Heimspiele des FC Coburg dürfen stattfinden. Foto: Ulrike Nauer
Das Dr.-Stocke-Stadion am Donnerstagnachmittag nach einem heftigen Regenschauer. Würde auf dem nassen Feld gespielt werden, könnte das alle Rasen-Sanierungsmaßnahmen vom Frühjahr zunichte machen, argumentiert die Stadt. Deshalb wird der Platz bis zum "Traumspiel" am 20. August gesperrt - nicht mal die zugesagten beiden Heimspiele des FC Coburg dürfen stattfinden. Foto: Ulrike Nauer
Als Dilemma gilt eine Situation, in der man nur eine falsche Entscheidung treffen kann. Norbert Tessmers Dilemma am Donnerstag: Welchem Verein tritt er auf die Füße? Dem FC Coburg und seiner Herrenmannschaft oder dem FC-Bayern-Fanclub Red Residenz?

Anlass des Ärgers ist das "Traumspiel" des FC Bayern-München gegen eine heimische Auswahl am 20. August: Dafür muss der Rasen des Dr.-Stocke-Stadions tipptopp sein, weswegen die Stadt das Feld im Frühjahr sanierte. Der FC Coburg konnte wochenlang nicht dort spielen. Aber im Mai sei zwischen dem FC Coburg, dem Sportamt der Stadt und dem Fanclub Red Residenz vereinbart worden, dass die Herrenmannschaft in der neuen Saison ihre ersten beiden Hinrundenspiele noch im Dr.-Stocke-Stadion machen könne, sagt Alexander Pietsch, stellvertretender Vorsitzender des FC Coburg. Ab dann sollte der Rasen drei Wochen Ruhe haben, damit die teuren Profis der Bayern am 20. August einen Platz vorfinden, mit dem die Stadt und der Fanclub sich nicht blamieren.

"So oder so hab ich einen Shitstorm zu erwarten", seufzt Tessmer: Als Oberbürgermeister entschied er gestern letztlich gegen den FC Coburg. Diesen Sonntag und am Samstag darauf müssen die Heimspiele verlegt werden. Mögliche Ausweichplätze seien das Benno-Benz-Stadion an der Bamberger-/Karchestraße oder den Allwetterplatz direkt neben dem Rasenfeld des Stocke-Stadions, sagt Tessmer.

Glücklich ist Pietsch mit beiden Vorschlägen nicht: Die Benno-Benz-Anlage diente während des Sambafests als Zeltplatz. Wegen des Aufbaus zum Schützenfest steht der Anger nicht als Parkplatz zur Verfügung, und Getränke ausschenken kann der FC Coburg dort auch nicht, ganz abgesehen von der Bandenwerbung, die dort nicht oder nur schlecht möglich sei. Der Kunstrasenplatz gehe seinen Spielern auf die Knochen, sagt Pietsch - schließlich haben sie dort schon wochenlang trainiert, weil ja der Rasen im Dr.-Stocke-Stadion geschont werden soll. Und ab dem 29. Juli wäre er ohnehin drei Wochen lang nicht genutzt worden; der FC Coburg hätte in dieser Zeit nur Auswärtsspiele absolviert. Pietsch: "Wir haben uns an jede einzelne Vereinbarung gehalten."

Ausschlaggebend war für den OB ein Gutachten des städtischen Grünflächenamts, dass der Platz bei der derzeitigen nassen Witterung zu sehr leiden würde. Immerhin seien bei den Regenfällen der letzten Tage bis zu 35 Liter pro Quadratmeter herabgekommen, und es seien weitere Niederschläge vorhergesagt. Das sei ein Fall von höherer Gewalt und bei der Terminierung des "Traumspiels" nicht absehbar gewesen, sagt Tessmer.

Die Kosten für Spielverlegungen des FC Coburg werde die Stadt übernehmen, versichert er und argumentiert mit der Bedeutung des Spiels: Über 10 000 Karten seien verkauft, auch überregionale Medien hätten sich angekündigt. "Ein solcher einmaliger Großevent, der nur alle Jahrzehnte vorkommt, überwiegt aus Sicht der Stadt die angesetzten Spiele mit eher geringem Zuschaueraufkommen", heißt es in einer Stellungnahme, die das Büro des OB noch am Donnerstag verschickte.

Wo der FC Coburg nun am Sonntag spielt, vermochte Pietsch am Donnerstag noch nicht zu sagen. "Wir sind nur über die Art verärgert, wie da mit uns umgegangen wird, wo wir doch alles frühzeitig besprochen haben."

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren