Coburg
Landestheater

Coburger Theater beginnt erst um 20 Uhr

Viele Besucher sind überrascht. Aus internen Gründen wurde der Vorstellungsbeginn im Dezember verschoben. Soll das so bleiben?
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Ein späterer Vorstellungsbeginn am Landestheater ist gerade jetzt, in der dunkelsten Zeit des Jahres nicht unproblematisch. Es gibt aber auch Besucher, die darin Vorteile sehen.Jochen Berger
Ein späterer Vorstellungsbeginn am Landestheater ist gerade jetzt, in der dunkelsten Zeit des Jahres nicht unproblematisch. Es gibt aber auch Besucher, die darin Vorteile sehen.Jochen Berger
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Mittwoch, 19.15 Uhr auf dem Schlossplatz. Der ist gut beparkt, wie es eine Viertelstunde vor Vorstellungsbeginn im Landestheater Coburg sein sollte. Allerdings beginnt der Ballettabend "Drei Farben" erst um 20 Uhr, wie die meisten Abendvorstellungen in diesem Dezember. "Wir waren schon ein bisschen durcheinander", sagen zwei gerade ankommende Besucherinnen. Susanne Scheler-Siebert aus Rödental und Martina Schamberger aus Coburg. "Das Theater begann doch immer um halb acht."

Und tatsächlich gab es von Seiten des Landestheaters auch keine weiter reichende Information für die Öffentlichkeit zu dieser organisatorischen Änderung. Aber die beiden sind in Vorfreude gut gelaunt. Sollte es bei dem späteren Beginn bleiben, "dann richten wir uns danach. Was wir sehen wollen, da gehen wir auch rein." Und wenn eine Inszenierung länger als zwei Stunden dauert, gar drei, was ja nicht so ungewöhnlich ist? "Ne. Das geht nicht. Das wird zu spät."

Andere Besucher sind momentan verständnisvoll, wegen der vielen "Aschenbrödel"-Termine, was man als Grund für den späteren Start vermutet. Aber auf Dauer? - Nein. Da könnte man doch kaum mehr hinterher noch einkehren, ein Bierchen, einen Wein trinken, eine Kleinigkeit essen. Da wäre ja das halbe Abendvergnügen dahin. Was dann wiederum die umliegenden Gastronomen dazu sagen würden, ist ein weiterer Aspekt.

Frauke Schwind-von Berg dagegen findet diese neue Situation "entspannter. Wenn man zwei kleine Kinder hat, ist 20 Uhr besser". Sagt auch Stefanie Voit aus Ahorn. "Mich stört es eigentlich nicht. Ich habe weniger Stress. Wenn man bis 18 Uhr arbeitet... Und man möchte sich doch auch ein bisschen zurecht machen."

Gemischte Gefühle

Es gibt auch noch Zwischenvarianten: Im Winter unter der Woche ist Beginn um 20 Uhr schlecht, im Frühjahr und Sommer könnte sich Ulrike Adler aus Coburg das aber vorstellen.

Auf Tageblatt-Nachfrage ist aus dem Künstlerischen Betriebsbüro, das für die tatsächlich ja vielfach komplizierte Organisation des Veranstaltungsangebotes des Dreisparten-Hauses verantwortlich ist, zu erfahren, man habe sich jetzt, unter der neuen Intendanz von Bernhard F. Loges für die Verschiebung des Vorstellungsbeginns entschlossen, um intern Proben- und Aufbauzeiten besser in Einklang bringen zu können.

Vielerlei Konsequenzen

Verwaltungsdirektor Fritz Frömming fügt gleich an, dass dieser Dezember eine Art Testlauf sei. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen," versucht er eventuellen Protesten zuvor zu kommen.

Tatsächlich ist der Januar-Spielplan wieder weitgehend am alten Modell ausgerichtet. Doch wie die kleine Befragung des Tageblattes und vielfache Erfahrungen anderer Theater zeigen: Ein heikles Thema. Verschiebungen, Änderungen des Vorstellungsbeginnes haben in jedem Fall Konsequenzen in vielerlei Beziehungen.

Zitat:

"Das ist wohl dem Weihnachts-Märchen geschuldet. Sonst würden wir das nicht gut finden. Da kann man ja hinterher gar nichts mehr trinken gehen."

Sibylle und Herbert Müller , Besucher des Landestheaters



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