Meeder
Unterricht

Coburger Studenten erstellen Lernmaterial übers Bauwesen für Grundschüler

Wie sollen Grundschüler etwas übers Bauwesen lernen ohne Unterrichtsmaterial? Studenten der Hochschule Coburg haben dafür Arbeitshefte erstellt.
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Ein Gesamtwerk ist entstanden durch viele Ideen von Kindern und vom Lehrerkollegium, was der Bauindustrieverband begrüßte, denn die Daseinseinsfunktionen der Gesellschaft seien wohnen, sich versorgen, umsorgen, arbeiten, Handel, Freizeit und all diese Dinge, die nur funktionieren können, wenn gebaut werde, hatte Marin Schneider erinnert (von links): Martin Schneider (Geschäftsstellenleiter Bayerischer Bauindustrieverband), Thomas Dick (Vorsitzender Bezirksverband Oberfranken AS-Bau Hof), Prof...
Ein Gesamtwerk ist entstanden durch viele Ideen von Kindern und vom Lehrerkollegium, was der Bauindustrieverband begrüßte, denn die Daseinseinsfunktionen der Gesellschaft seien wohnen, sich versorgen, umsorgen, arbeiten, Handel, Freizeit und all diese Dinge, die nur funktionieren können, wenn gebaut werde, hatte Marin Schneider erinnert (von links): Martin Schneider (Geschäftsstellenleiter Bayerischer Bauindustrieverband), Thomas Dick (Vorsitzender Bezirksverband Oberfranken AS-Bau Hof), Prof. Egbert Keßler (HS Coburg), Eileen Fritsche (Leiterin GS Meeder), Christina von Obstfelder (Wissenschaftliche Mitarbeiterin HS Coburg), Schulamtsdirektor Uwe Dörfer sowie Projektleiterin Prof. Dr. Birgit Enzmann Foto: Manja von Nida
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Wie werden Häuser, Straßen, Brücken und Türme gebaut? Wer hilft beim Bauen, welche Menschen haben das gelernt, welche Baumaschinen helfen ihnen dabei? Und was alles brauchen Menschen überhaupt, damit sie in einer Stadt leben können? Die Grundschüler der Coburger Heimatringschule und der Anna-B.-Eckstein Schule in Meeder kennen sich bereits aus. Studenten der Hochschule Coburg haben eigens für den Heimat- und Sachkundeunterricht an Grundschulen für jede Klassenstufe ein Arbeitsheft erarbeitet, im Rahmen ihres "Coburger Weg-Projekts", praxisnah Dinge selber angehen lassen.

In dem 2014 veröffentlichten LehrplanPLUS für bayerische Grundschulen werden Kompetenzen im Bereich Bauwesen zwar definiert, allerdings ohne Unterrichtsmaterialien. Und diese lieferten jetzt 36 Studierende mit ihren Dozenten Christina von Obstfelder, Brigitta Sommer und Jonas Schmidt und
die Coburger Heimatringschule sowie die Anna-B.-Eckstein-Grundschule Meeder als Projektpartner. Die vier Arbeitshefte "Bauen und Architektur" wurden jetzt in der Meederer Grundschule vorgestellt.


Hefte bauen aufeinander auf

Auf Anregung von Rektorin Eileen Fritsche (Grundschule Meeder) und Prof. Egbert Keßler (Hochschule Coburg) haben Studierende der Studiengänge Bauingenieurwesen, Architektur und Innenarchitektur mit ihren FS-Lehrkräften und den Schulkindern als Projektpartner eine anspruchsvolle, aufeinander aufbauende Heftreihe für den Einsatz im Grundschulunterricht in den Klassen 1 bis 4 ausgearbeitet. Für jede Klassenstufe wurden die vordefinierten Kompetenzziele in altersgerechte Texte und Aufgaben gefasst. Die Studierenden erfanden Rätsel und Spiele, erstellten einige Figuren und zeichneten alle Bilder.

Damit ist der Pilot "Coburger Weg-Projekt" zum "LehrplanPLUS - Bauen und Konstruieren" gestartet. Projektleiterin Prof. Birgit Enzmann informierte, dieses Coburger-Weg-Projekt der Hochschule beinhalte die interdisziplinäre Lehre und individuelle Förderung. "Das wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verbesserung der Studienbedingungen und Erhöhung der Studierfähigkeit mit 16 Millionen Euro (seit 2011 - 2020) auch gefördert. Studierende kommen schließlich mit sehr unterschiedlichen Zusatzqualifikationen zu uns." In diesem Rahmen bearbeiten verschiedene Studiengänge gemeinsam interdisziplinäre Aufgaben aus der Praxis, auch in Kooperation mit externen Partnern. Dies geschehe auch im Sinne des Leitbilds der Hochschule Coburg, das die ganzheitliche Bildung als wesentliche Voraussetzung für ein späteres gesellschaftlich verantwortliches Handeln sieht. Mit einem breiten Maßnahmenpaket werde versucht, dass möglichst viele dieser jungen Leute zu einem erfolgreichen Abschluss kommen werden.


Probeweise damit unterrichtet

Die Lehrkräfte der Grundschule zeigten sich von der positiven Resonanz des probeweisen Einsatzes der Arbeitshefte begeistert, die an Grundschulen in Coburg Stadt und Landkreis zum Einsatz kommen sollen. Der Bauindustrieverband begrüßt die im Lehrplan PLUS neu definierten Kompetenzen und den damit verbundenen höheren Stellenwert des Bauens in der Grundschule. Er finanzierte
großzügig den Druck der werbefreien Hefte, so dass jedes Grundschulkind im Bereich des Schulamtes Coburg kostenlos ein Exemplar erhalten konnte. Das Schulamt unterstützt die Hochschule beim Verbreiten der Hefte, deren Einsatz derzeit auch evaluiert wird, bestätigte Schulamtsdirektor Uwe Dörfer. Das Ziel ist, beim Ministerium eine Zulassung als Lernmittel für eine bayernweite Anwendung zu erhalten.

Leider sei den meisten Menschen die Bedeutung und Vielfalt des Baugewerbes nicht ausreichend bekannt. Es gebe offene Stellen in allen Ausbildungsebenen (von der handwerklichen Ausbildung bis zum Studium, vom Maurer bis zum Bauinformatiker), weiß Prof. Keßler. Und dieses Projekt sei ein Musterbeispiel für die positiven Effekte interdisziplinärer Zusammenarbeit.


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