Coburg

Coburger Stadtrat schafft Kopiergeld ab

Eltern, deren Kinder eine Schule im Stadtgebiet besuchen, müssen künftig nicht mehr für Gerätschaften und Papier bezahlen.
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Ausdrucke, Kopien, dafür mussten Schüler beziehungsweise ihre Eltern bisher bezahlen. Foto: Archiv/Alexander Hartmann
Ausdrucke, Kopien, dafür mussten Schüler beziehungsweise ihre Eltern bisher bezahlen. Foto: Archiv/Alexander Hartmann
Gute Nachrichten für die Eltern der Coburger Schulkinder: Der Stadtrat hat am Donnerstag - auf Initiative der CSU - überraschend beschlossen, das Kopiergeld an den Schulen im Stadtgebiet abzuschaffen.
Ursprünglich hatten die Grünen beantragt, das Kopiergeld, das zum Schuljahr 2017/18 pauschal für jede Schule auf zehn Euro pro Jahr und Schüler angehoben worden war, wieder auf die "alten" Preise aus dem Schuljahr 2016/17 zu senken. Damals mussten die Eltern - je nach Schulart - zwischen drei und sechs Euro pro Jahr und Schüler zahlen.
Grünen-Fraktionsvorsitzende Martina Benzel-Weyh, selbst Lehrerin an der Heilig-Kreuz-Schule, hatte in ihrem Antrag die Haushaltskonsolidierung der Stadt als Grund für die "massive" Erhöhung der Gebühren genannt. Vor dem Hintergrund, dass die Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt "weiterhin sehr günstig" ausfielen, sei es die Stadt als "Bildungsregion" Schülern und Eltern schuldig, das Kopiergeld wieder nach unten zu korrigieren.
Die CSU wollten die Forderung der Grünen nicht nur unterstützen, sondern stellte gleich ihrerseits den Antrag, das Kopiergeld überhaupt nicht mehr zu erheben. Die Gebühr sei eine Pflichtaufgabe der Stadt und Teil des Bildungsauftrages, begründete Fraktionschef Jürgen Oehm. "Wir wollen doch die Digitalisierung vorantreiben und weniger Papier verbrauchen."
Bei der SPD nahm man den Vorstoß der CSU wenig begeistert auf. Dritter Bürgermeister Thomas Nowak hätten den Antrag gerne in den Geschäftsgang verwiesen, die Stadträte wollten das Thema aber sofort diskutieren und lehnten Nowaks Vorschlag mehrheitlich ab.
SPD-Fraktionschefin Petra Schneider, die in dem CSU-Antrag - ebenso wie ihre Parteikollegin Gabriele Morper-Marr - beginnenden Wahlkampf witterte, bat darum, die Sitzung wenigstens kurz zu unterbrechen, damit sie sich mit ihrer Fraktion besprechen könne.
Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) wies darauf hin, dass die Erhöhung vor zwei Jahren nichts mit dem städtischen Haushalt zu tun hatte. "Die letzte Anpassung war 2010/11. Nach sieben Jahren war eine neue Kalkulation überfällig." Von einer übermäßigen Belastung für die Eltern könne bei zehn Euro pro Jahr und Schüler keine Rede sein, fand der OB. Immerhin sei der Beschluss für die Erhöhung seinerzeit einstimmig gefasst worden.
Kurt Knoch (JC/CSU) kritisierte den Verwaltungsaufwand, "wenn ein Lehrer dem Geld das halbe Schuljahr hinterher rennen muss". Außerdem sei es keine Sparmaßnahme sondern eine Erhöhung, wenn die Stadt die Gebühren heraufsetze, so Knoch. "Weniger kopieren, das wäre sparen!"
Schulamtsleiter Klaus Anderlik wies darauf hin, dass Klassenarbeiten oder Abituraufgaben zwar vom Ministerium digital verschickt würden, die Schulen sie dann aber für ihre Schüler ausdrucken müssten.
Die Abstimmung ging am Ende knapp aus: 14 zu 12 für die Abschaffung der Gebühr. Stadträte mit schulpflichtigen Kindern durften übrigens nicht mit abstimmen.
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