Coburg
Projektwerkstatt

Coburger Schüler entwirren den roten Faden

Schülerinnen und Schüler aus vier Coburger Einrichtungen bringen bringen zusammen mit Studierenden der Hochschule im Domino ein eigenes Theaterstück auf die Bühne.
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Manchmal ist es zum Verzweifeln mit dem roten Faden, der sich durch die Werkstattschau des Studiengangs Soziale Arbeit zieht: Die Leiterin Michaela Musenja versucht am Dienstag, 15. Januar, 13 Uhr im Jugendzentrum Domino zu entwirren.  Foto: Elisabeth Niestroj
Manchmal ist es zum Verzweifeln mit dem roten Faden, der sich durch die Werkstattschau des Studiengangs Soziale Arbeit zieht: Die Leiterin Michaela Musenja versucht am Dienstag, 15. Januar, 13 Uhr im Jugendzentrum Domino zu entwirren. Foto: Elisabeth Niestroj
Was haben ein Drache, der einen Fußball fraß, ein geheimnisvoller Koffer und ein paar Vampire gemeinsam? Die Antwort erfährt der Zuschauer am Dienstag, 15. Januar, um 13 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum Domino (Schützenstraße 1a). Dort zeigen die Kinder und Jugendlichen der Rückert-Schule, der Heinrich-Schaumberger-Schule, der Schule am Hofgarten und des Kinderzentrums (KIZ) des Vereins Domino, wie sie ihre Ideen auf der Bühne umsetzen.
Zusammen mit 19 Studierenden (drittes Semester) des Fachbereichs Soziale Arbeit der Hochschule Coburg haben die insgesamt 36 Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule jeweils ein Improvisations-Theaterstück erarbeitet, dass sie nun im Rahmen einer Werkstattschau zeigen.
Im Juni fanden Schnuppertage statt. Seit Oktober arbeiten die Studenten wöchentlich eineinhalb Stunden mit den Schülern an der Umsetzung. Verbunden werden die einzelnen Theaterstücke mittels des berühmten "roten Fadens", der immer wieder auftaucht und zwischendurch vielleicht auch wieder verloren geht. Durch den Nachmittag gezogen wird er von den Studierenden und der Leiterin der Projektwerkstatt Michaela Musenja (Sozial- und Theaterpädagogin, Regisseurin).

Erstmals mit Kindern

Bereits im sechsten Jahr befindet sich diese Projektwerkstatt, die erstmals mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren arbeitet. "Dass die Projektwerkstatt so gut läuft, liegt an den Schulleitern und den Mitarbeitern des KIZ sowie den Sponsoren, die uns begleiten", sagt Michaela Musenja. "Ohne sie wäre so etwas gar nicht möglich." Und mehr noch: viele Helferinnen und Helfer sind in das Projekt eingebunden: "In der Schule am Hofgarten wurde das Theater beispielsweise in den Tagesrhythmus eingebunden, was dort gar nicht so einfach ist."
Doch auch in punkto Material, Zeit und Arbeitskraft erhalten Studierende und Schülerinnen und Schüler Unterstützung: Zusammen mit dem Schreinermeister Jürgen Holzheid (Hochschule Coburg), dem Material der Coburger Kartonagenfabrik und den Studierenden ist ein tolles Bühnenbild entstanden. Das Familiencafé Babbel stellt den Akteuren am Tag der Generalprobe und der Aufführung heiße Suppe zur Verfügung, die von Heide Lämmrich ausgeteilt wird.

Enorme Entwicklung

Viele fleißige Hände ziehen gemeinsam an einem Strang. Und das zahlt sich aus: "Die Kinder erfahren, dass ihre Ideen wirklich umgesetzt werden und bekommen ein Gefühl davon, dass sie in der Gesellschaft selbst etwas bewegen können", sagt Michaela Musenja. Innerhalb kurzer Zeit haben sie viel gelernt: "Von sich kaum trauen, die eigene Idee zu äußern bis zur Umsetzung auf der Bühne und sich zu zeigen, das ist schon enorm."
Zudem steht der Spaß am Spiel im Mittelpunkt sowie der körperliche Ausdruck. Die eigene Kreativität wird gefördert, ebenso wie Persönlichkeitsentwicklung und Teamfähigkeit. "Das sind Eigenschaften, die spätere Arbeitgeber schätzen." Die Studierenden selbst haben gelernt, mit der theaterpädagogischen Methode praktisch zu arbeiten - und fiebern nun mit Spannung dem Auftritt ihrer Schützlinge entgegen. eln


Wer und was stecken hinter dem Theaterprojekt?

Die Regiesseurin
Michaela Musenja ist den Coburgern unter anderem als Regisseurin der Waldbühne Heldritt bekannt. Im letzten Jahr inszenierte sie den Räuber Hotzenplotz. "Die Arbeit auf der Waldbühne und die Arbeit der Studierenden in der Projektwerkstatt stehen für mich gleichwertig nebeneinander. Da gibt es kein besser oder schlechter", sagt sie.

Die Projektwerkstatt wird vom Lions Club Coburg, dem Schul- und Kulturservice und dem Kulturbüro der Stadt Coburg sowie der Kulturvermittlerin Katharina Scherf gefördert.

Die Werkstattschau findet am Dienstag, 15. Januar um 13 Uhr im Domino, Schützenstraße 1a, statt. Der Eintritt ist frei.




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