Coburg
Modellbau

Coburger Schüler bauen sich ihre Schule selbst

Jeder Millimeter zählt. Beim Modellbau für die Sanierung ihrer Schule arbeiten die Heilig-Kreuz-Schüler mit Studentinnen und Studenten der Hochschule Coburg zusammen. Jeder Millimeter zählt. Beim Modellbau für die Sanierung ihrer Schule arbeiten die Heilig-Kreuz-Schüler mit Studentinnen und Studenten der Hochschule Coburg zusammen. Jeder Millimeter zählt. Beim Modellbau für die Sanierung ihrer Schule arbeiten die Heilig-Kreuz-Schüler mit Studentinnen und Studenten der Hochschule Coburg zusammen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der zukünftige Pausenhof soll auch ein Fußball- und Basketballfeld bekommen. Daran bauen Marcel Schätlein und Tobias Baum.
Der zukünftige Pausenhof soll auch ein Fußball- und Basketballfeld bekommen. Daran bauen Marcel Schätlein und Tobias Baum.
+9 Bilder
Völlig unvermittelt reckt Lirim Demri seinen Arm senkrecht nach oben. Der Schüler ist etwa 1,70 Meter groß. Seine Motivation sei aber ungleich größer. Mindestens 1,90 Meter also. Und darum, so sagt der 15-jährige Schüler mit einem breiten Grinsen, während er den Maß-Arm wieder senkt, würden sie heute auch locker fertig werden. Mit allem.

Gemeinsam und interdisziplinär

Eine bewundernswerte Projekt-Übersicht mag man dem 15-Jährigen hier unterstellen, angesichts der Tatsache, dass Lirim erst seit vorgestern in der interdisziplinären Projektwerkstatt "Schule - vom Lernort zum Lebensraum" mitmacht. Lirim ist einer der 19 Schüler der Heilig-Kreuz-Mittelschule, die gemeinsam mit 19 Studierenden der Hochschule Coburg an der Generalsanierung ihres Schulgebäudes arbeiten.

Nach monatelanger, theoretischer Vorbereitung werden seit zwei Tagen nun die Modelle erstellt. Schulflur, Pausenhof, Bibliothek und Mensa mit Cafeteria werden im Januar in einem Schauraum der Heilig-Kreuz-Mittelschule zu sehen sein. Und spätestens 2015 Realität sein. Zumindest in Teilen.

Da ist sich Schulleiterin Ariane Hofmann sicher. Aber, auch wenn die Modellbauwelt im Moment noch einem Wunschkonzert gleicht, so spielt das Leben am Ende eben doch seine eigene Musik: "Das ist ein Teil der Erfahrung, die die Schüler machen müssen. Das eine oder andere wird sicher nicht umgesetzt werden können. So ist das Leben", sagt Hofmann lächelnd. Ihr kommt es bei dem Projekt vor allem darauf an, dass die Schüler ernst genommen werden und sehen: "Ich kann meine Lebenswelt gestalten".

Millimeterarbeit

Dass es bei solch einer Gestaltung auf jeden Millimeter ankommt, habe er erst lernen müssen, erzählt Lirim von seinen Anfängen. Der kleine Maßstab war das größte Problem. "Man muss die Dinge anders erklären, für die Schüler sind viele Dinge am Anfang schwerer als für uns", erzählt Christina Mast. "Aber alle sind super motiviert", fügt die 22-jährige Innenarchitektur-Studentin hinzu. Dem kann Alexander Streck, der im dritten Semester soziale Arbeit studiert, nur zustimmen: "Man bekommt ja immer so ein Klischee von Mittelschülern vermittelt, aber das stimmt überhaupt nicht. Es ist das absolute Gegenteil", sagt Streck und lässt seinen Blick vielsagend durch den Raum gleiten.

Da sitzt Lirim Demri, hoch konzentriert, der Oberkörper gebückt, die Nase fast auf dem Lineal, das er mit der linken Hand festhält. Die rechte setzt derweil einen wohlüberlegten Messerschnitt an der Kante an. Wenn er jetzt das nächste Mal seinen Arm hebt, wahrscheinlich, um ihn zu lockern.






was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren