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Coburg
Fleischskandal

Coburger Schlachthof: Ermittlungen vor Abschluss

Die Angelegenheit schlug im Frühsommer 2013 Wellen und hatte Folgen: Das Magazin "Quer" des bayerischen Fernsehens berichtete seinerzeit, dass aus dem Coburger Schlachthof Fleisch an Lebensmittelbetriebe ausgeliefert werde, das als nicht verzehrfähig eingestuft war.
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Im Juni 2013 herrschte noch Betrieb im Coburger Schlachthof - inzwischen nicht mehr. Foto: CT-Archiv
Im Juni 2013 herrschte noch Betrieb im Coburger Schlachthof - inzwischen nicht mehr. Foto: CT-Archiv
Beschuldigt wurde der Hauptmieter, die Firma Dellert. Das Unternehmen verarbeitete vor allem Rinder. Zu sehen waren in dem Fernsehbeitrag Aufnahmen aus der Kuttelei, wo die Därme und Pansen aufbereitet werden. Deren Betreiber will das beiseite geschaffte Fleisch aber zu Tierfutter verarbeitet haben, was bei dem sogenannten K3-Fleisch auch erlaubt wäre. Gezeigt wurde allerdings, dass das Fleisch in Boxen gelegt wurde, die für Lebensmittel vorgesehen sind. Der Firma Dellert wurde vorgeworfen, dass als ungenießbar deklarierte Fleischteile zurechtgeschnitten und in den Lebensmittelhandel gebracht wurden. Es soll sich um Fleisch von Tieren gehandelt haben, die krank oder verletzt waren. Dellert belieferte auch Metzgereien und Gastronomiebetriebe in der Region.

Der Betrieb in der Kuttelei wurde als erstes eingestellt, dann folgten Dellert und schließlich der gesamte Schlachthof. Der befand sich noch in städtischer Hand: Die Mitarbeiter des Schlachthofs töteten die Tiere und teilten sie in Hälften. Außerdem übernahmen sie die Fleischbeschau und sortierten nicht verwendbares K3-Fleisch aus. Was freigegeben war, übernahmen die Zerlegebetriebe und Metzgereien, die in Coburg schlachten ließen. Inzwischen steht der Schlachthof leer.

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe ermittelt die Staatsanwaltschaft. Wie Leitender Oberstaatsanwalt Anton Lohneis bestätigte, seien die Ermittlungen gegen vier Personen - zwei Schlachthofmitarbeiter, Firmenchef Ludwig Dellert und den Kutteleibetreiber - so gut wie abgeschlossen. Derzeit hätten deren Anwälte Gelegenheit, sich zum Ermittlungsergebnis zu äußern. Bis Ende Oktober/Anfang November will die Staatsanwaltschaft dann entscheiden, ob Anklage erhoben wird.

Details zu den Ermittlungsergebnissen nannte Lohneis nicht. Im Juni 2013 hatte es gehießen, dass "in geringem Umfang" K3-Fleisch an Metzgereien und Gastronomiebetriebe gegangen sei. Die Ermittlungen hatten sich damals zunächst gegen die Mieter im Schlachthof gerichtet; Mitarbeiter der Stadt waren zunächst nicht betroffen.

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