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Coburg
Kommunalwahl

Coburger OB-Kandidaten stehen Rede und Antwort

Die Jungen Coburger, die keinen eigenen OB-Kandidaten stellen, hatten zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Ein Promi moderierte.
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Sechs der zehn Coburger OB-Kandidaten stellten sich beim Talk der Jungen Coburger den Fragen  (von links): Martina Benzel-Weyh, Dominik Sauerteig, Christian Meyer, Christian Müller, Ina Sinterhauf und Michael Zimmermann. Foto: Wolfgang Desombre
Sechs der zehn Coburger OB-Kandidaten stellten sich beim Talk der Jungen Coburger den Fragen (von links): Martina Benzel-Weyh, Dominik Sauerteig, Christian Meyer, Christian Müller, Ina Sinterhauf und Michael Zimmermann. Foto: Wolfgang Desombre
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Die bevorstehende Wahl sei für Coburg richtungsweisend, merkte Christian Limpert an, der als ARD-Korrespondent aus Wien angereist war. Er selbst sei immer noch ein Coburger und dürfe auch im März wählen, machte Limpert deutlich. "Wer überzeugt mich"? Unter diesem Motto und ohne Einflussnahme der Gastgeber habe er alle Fragen selbst zusammenstellen können, sagte Limpert. "Der Wirtshaus-Talk soll Spaß machen", war seine Devise für den Abend.

Obwohl die Jungen Coburger keinen eigenen OB-Kandidaten für die Kommunalwahl im März stellen, hatten sie alle Bewerber zu einer Talkrunde einladen. Sechs von zehn Kandidaten hatten die Einladung angenommen. Kurzfristig hatten Norbert Denninger (Satirepartei "Die Partei"), René Hähnlein ("Die Linke") und Michael Partes (ÖDP) abgesagt. Thomas Apfel ("Pro Coburg") war wegen eines privaten Termins entschuldigt.

Vier Fragenkomplexe

In vier Komplexe war die Fragerunde untergliedert: Innenstadt und Wohnen, Umwelt und grünes Coburg, Gesundheit und Soziales sowie kulturelles Leben und Sport. Zum Warm-up wollte Christian Limpert das Wissen der Kandidaten rund um Coburg testen. "Was ein OB unbedingt wissen sollte", in welchem Jahr Prinz Albert geboren wurde, wann und unter welchem Namen das Landestheater errichtet wurde, wie viele Feuerwehren es in Coburg gibt, wie viele Fenster das Rathaus auf der Frontseite hat, das wievielte Samba-Festival in diesem Jahr veranstaltet wird, solche Sachen. Bei der Frage, welches bedeutsame Ereignis für Coburg sich in diesem Jahr jähre, brachte es Christian Müller (CSB) gleich auf den Punkt: Der Anschluss Bayerns an Coburg.

Nun war es an der Zeit, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen und ihre Vorstellungen und Ideen zu hinterfragen. Wäre er als OB besser als Geschäftsführer der Wohnbau mit mehr als 3000 Mietwohnungen? Das Konzept Markthalle sei mit der Politik eng abgestimmt gewesen und er sei mit der Entwicklung zufrieden, entgegnete Christian Meyer (CSU) souverän. Die Markthalle sei aus einem Wettbewerb heraus entstanden und es sei auch eine Nahversorgung geplant gewesen. Die Umsetzung sei jedoch schwierig und man habe ein Jahr dafür gekämpft. Es sei gelungen Leben in die Markthalle zu bekommen, aber es sei auch noch Luft nach oben, merkte der CSU-Kandidat an.

Wohnen auf kleinstem Raum - ist "Klein Bombay" etwas für Coburg? Wohlstand sei von der Gewerbesteuer abhängig. Ein gutes Fundament sei mit Neuansiedlungen zu erreichen, meinte Dominik Sauerteig (SPD).

2018 hat Ina Sinterhauf (Die Grünen) für den Landtag kandidiert, nun für das Amt des Coburger OB. Sie kandidiere, um etwas zu verändern und als Stadtoberhaupt hätte sie die Möglichkeit etwas zu bewegen. Coburg klimaneutral zu gestalten, sei dabei ihr Ziel. An der Hochschule habe sie sehr viel verändert und dies lasse sich auch auf Coburg übertragen.

Auch Persönliches

Limpert gab die Vorlage: "Die Kandidaten der Christlich-Sozialen Bürger (CSB) haben einen Altersdurchschnitt von über 60 Jahren. Sind dies noch dynamische Kandidaten?" Sie übernähmen als Kandidaten Verantwortung und Rentner wollten ihre Lebenserfahrung einbringen, widersprach Christian Müller und fügte hinzu: "Das Lebensalter ist heute nicht mehr das Entscheidende."

Limpert: "Haben die Freien Demokraten das richtige Rezept?" Die FDP habe immer eine Rolle im Stadtrat gespielt, betonte Dr. Michael Zimmermann. Als Arzt habe er lange außerhalb Coburgs gelebt, nun möchte er sich in Vestestadt politisch engagieren. Die FDP habe ein gutes Konzept erarbeitet, und er könnte in Sachen Regiomed viele Tipps geben.

Limpert sprach zu Martina Benzel-Weyh (Wählervereinigung "Coburger Liste") in der dritten Person: "Kann Martina Benzel-Weyh die Rolle der Oberbürgermeisterin ausfüllen? Wie wird sie bei Meinungsverschiedenheiten reagieren?" Klar, Limpert bezog sich auf ihren Austritt von den Grünen. Es sei an der Zeit gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen, und es sei ein schwerer Schritt gewesen, von den Grünen wegzugehen, entgegnete Martina Benzel-Weyh und bekräftigte, sie könne mit Konflikten sehr gut umgehen. "Ich stehe zu meinem Wort und habe mich immer für Coburg engagiert."

Beim Thema Coburg als "Schwarmstadt" sagte Meyer, Coburg habe deutliche Standortvorteile gegenüber der Metropolregion. Sinterhauf meinte, die Menschen sollten sich in Coburg aufgehoben fühlen. Es brauche nicht mehr Feste, man sollte vielmehr die Vereine stärken. Der Sozialdemokrat Sauerteig sagte zu diesem Thema, es müsse bezahlbarer Wohnraum vorhanden sein. Coburg habe jedoch auch Verantwortung gegenüber den Landkreisgemeinden und dürfe die Menschen nicht von dort abziehen, meinte der Sozialdemokrat. Dr. Zimmermann sagte: "Gegenüber der Großstadt leben wir hier in einer heilen Welt. Junge Menschen sollten Coburg nicht verlassen müssen, sondern hier alles tun können, auch studieren. Für die Jugend, so Zimmermann, müsse es ein Viertel wie den Steinweg geben. Auch Christian Müller hält einen Platz zum Leben und Ausgehen für wichtig. Einkaufen in der Innenstadt müsse attraktiv gemacht werden. Geschäfte sollten die getätigten Einkäufe den Kunden nach Hause bringen, forderte der Rechtsanwalt.

Was ist wichtig für Coburg?

Nicht Shoppen, sondern die Begegnung sei das Wertvolle in Coburg. Eine Nahversorgung sei wichtig, jedoch sollte der Einzelhandel andere Konzepte fahren, forderte die Kandidatin der Grünen. Nach Meinung von Zimmermann werden Parkplätze benötigt, damit Coburg eine lebendige Innenstadt behält. Die Leute kämen halt nun mal mit dem Auto in die City. Den Individualverkehr zu verbieten, sei der falsche Weg. Bei Leerständen sollte die Stadt zuschlagen und könnte dann die Nutzung selbst steuern, meinte Martina Benzel-Weyh. Ferner sei eine Itzbegrünung total wichtig. Eine Schlossplatztiefgarage wird nach Auffassung von Dominik Sauerteig nicht benötigt. Die Itz erlebbar zu machen, sei eine tolle Aufwertung für Coburg. Das werde beim Güterbahnhof geschehen.

Ein großer Komplex waren die sozialen Probleme, die als Erstes angegangen werden sollten? Martina Benzel-Weyh möchte etwas gegen Kinderarmut tun. Dominik Sauerteig, meinte, es sollte bezahltes Essen in Kitas und Schulen geben. Christian Meyer möchte bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen. Christian Müller sind Ausbildungsplätze für junge Menschen wichtig. Ina Sinterhauf forderte eine bessere Qualität für Kitas. Dr. Michael Zimmermann ist die Versorgung von kranken Menschen sehr wichtig.

Bei der Frage Neubau eines Krankenhauses oder Sanierung waren sich die Kandidaten einig und favorisierten einen Neubau.

"Wenn ich es nicht werde, dann ..."?

Martina Benzel-Weyh: "Coburg wird sehr traurig sein".

Dominik Sauerteig: "Da freuen sich mein Chef und die Mitarbeiter."

Christian Meyer schlagfertig: "Wird es ein anderer."

Christian Müller: "Am 16. März geht trotzdem die Sonne auf."

Ina Sinterhauf: "Dann habe ich einen anderen Beruf."

Michael Zimmermann: "Arbeite ich weiter und tue etwas gegen den Ärztemangel."

Warum sind Sie der beste OB-Kandidat für Coburg?

Martina Benzel-Weyh: "Als Konrektorin weiß ich, dass die Schule wie eine kleine Stadt ist. Ich scheue mich nicht, Verantwortung zu übernehmen, ziehe meine Linie durch und kann aber auch zuhören und bin kommunikativ."

Dominik Sauerteig: "Ich habe eine juristische Vorbildung und kann das Wesentliche von dem Unwesentlichen trennen."

Christian Meyer: "Ich kenne die Themen der letzten zehn Jahre und kann in Coburg etwas bewegen und bin mir sicher, Coburg weiter nach vorne bringen zu können."

Christian Müller: "Ich bin seit 18 Jahren Stadtrat und weiß, wo vielen Leute der Schuh drückt."

Ina Sinterhauf: "Ich habe einen Plan und weiß, wohin ich will. Ich habe Kopf, Herz, Leidenschaft und Durchhaltevermögen."

Michael Zimmermann: "Ich traue mir zu, Probleme zu lösen und das Gesicht der Stadt zu sein."

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