Coburg
Faschingsauftakt

Coburger Narren im Wahlkampffieber

Ein Rathaussturm mit einem Hauch von Abschied: Für Oberbürgermeister Norbert Tessmer war es der letzte, bei dem er die Schlüssel herausrücken musste.
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Das Prinzenpaar Jenny I. und Marc II. nahm die Kandidaten für den OB-Posten aufs Korn.
Das Prinzenpaar Jenny I. und Marc II. nahm die Kandidaten für den OB-Posten aufs Korn.
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Das Faschingsvolk hat am Samstag die Macht in der Stadt übernommen - mit Jungfrau "Helau" an der Spitze: Alex Reuther setzt sich in diesem Kostüm für einen einheitlichen Schlachtruf der drei Coburger Faschingsvereine ein. Narrhalla ("Idis ahoi!"), Coburger Mohr ("Zackzack Hurra!") und Effect's ("Hutzel hutzel!") stürmen zwar am Samstag nach dem 11. 11. vereint das Rathaus, aber jeder mit seinem Schlachtruf.

Außerdem hat jeder sein närrisches Führungspersonal dabei: Gardekönigin Selina I. vertritt den Coburger Mohr, die Narrhalla bietet Jenny I. und Marc II. als Prinzenpaar sowie das Kinderprinzenpaar Elise I. und Paul I. auf. Die Narrhalla hat die Faschingssession 2019/2020 unter das Motto "Narrhalla royal - die Wahl ist egal!" gestellt - und Oberbürgermeister Norbert Tessmer, selbst Elferrat, gab das Rathaus ohne Gegenwehr frei.

Aber: "Es ist nun das letzte Mal, und das erwischt mich recht frontal", sagte Tessmer. Er wird nicht mehr zur Wahl antreten. Er hat seinen eigenen Blick auf das aktuelle politische Geschehen: "Doch wenn ich mir anschau', was da so manche Anträge bringen, da muss ich schon oft mit den Lachtränen ringen." Für die Wahl am 15. März hätten schon viele ihren Hut in den Ring geworfen und große Versprechungen gemacht. "Viele glauben, Macht und Geld, allein das regiert die Welt."

Thomas Eck, Präsident der Coburger Narrhalla, lenkte den Blick in den Süden der Innenstadt zum Rosengarten. Denn da herrsche offensichtlich Ufo-Gefahr, spielte er auf den Unfall vorige Woche an. Ob denn Außerirdische mit allen Mitteln für den Erhalt des Rosengartens kämpfen, oder wollten sie mit einem Teilabriss des Palmenhauses Tatsachen schaffen?

Auch "Jungfrau Helau" (Alex Reuther) kam zu einem Auftritt: " Niemand hat die Absicht, Ahoi, Hutzel und Hurra zu vernichten", suchte er zu beruhigen. "Den Karnevalismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Eck hier auf."

Auch das Prinzenpaar Jenny I. und Marc II. hatte sich Gedanken gemacht, wer nach den Narren und Oberbürgermeister Norbert Tessmer nächstes Jahr das Rathaus übernehmen wird. "Der Straubel hat es vorgemacht, hat sich im Landratsamt warm untergebracht. Das will der Apfel jetzt auch können, sich den breiten Rathaus-Sessel gönnen. Schon wieder so ein Radio-Mann! Ach geh fort, gibt es denn keinen anderen, der was kann? Das Rennen könnt auch der Nowak machen, da wird's in Coburg etwas leiser krachen. Vergessen dürfen wir auch nicht den Müller, wenn der gewinnt, das wäre der Brüller. Von den Schwarzen kommt vorerst noch Geeier, wird's am Ende wohl doch der Meyer?"

Burkhard Pfeuffer, Vorstandsmitglied der Effect`s, machte sich Gedanken über die Sportförderung der Stadt: "Hab ich da richtig hingeschaut? Umkleiden für drei Millionen Euro wer`n gebaut. In die Sportförderung, dahin muss das Geld. Da habt ihr 16000 Sportler und Wähler, denen das gefällt."

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