LKR Coburg
Regiomed-Klinikverbund

Coburger Landrat glaubt an Klinikum-Neubau

In der Diskussion um den Neubau eines Klinikums in Coburg soll der Kreistag am Donnerstag detaillierte Informationen bekommen.
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Gut gelaunt und kritisch: Die SPD-Fraktion im Kreistag sieht den Landkreis Coburg in vielen Bereichen auf einem guten Weg. Darüber diskutieren (von links) Frank Rebhan, Norbert Kastner, Petra Schneider,  Michael Busch, Thomas Rausch und Carsten Höllein.Berthold Köhler
Gut gelaunt und kritisch: Die SPD-Fraktion im Kreistag sieht den Landkreis Coburg in vielen Bereichen auf einem guten Weg. Darüber diskutieren (von links) Frank Rebhan, Norbert Kastner, Petra Schneider, Michael Busch, Thomas Rausch und Carsten Höllein.Berthold Köhler
So langsam wird die Marschrichtung klar, was die Art und Weise der künftigen medizinischen Versorgung der Menschen im Coburger Land angeht. Beim "Sommerbrunch" der SPD-Kreistagsfraktion im TSV-Sportheim machte Landrat Michael Busch (SPD) am Sonntag eine klare Ansage. Nach Gesprächen mit dem künftigen Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexanders Schmidtke gehe er, davon aus, "dass an einem Neubau nix vorbei geht", sagte Busch. Das werde Schmidtke auch dem Coburger Kreistag bei einer ersten nichtöffentlichen Gesprächsrunde am Donnerstag so präsentieren.
So weit, die künftige Strategie der Öffentlichkeit zu präsentieren, scheint der Regiomed-Klinikverbund aber noch nicht zu sein. Der Landrat verwies auf noch anstehende Gespräche innerhalb der Zweckverbandsversammlung: Dabei werde man die ersten belastbaren Zahlen für die beiden im Raum stehenden Varianten - Sanierung des Komplexes in der Ketschendorfer Straße oder Neubau an komplett anderer Stelle - präsentiert bekommen. Lange wird es bis dahin offensichtlich nicht mehr dauern, denn der Landrat kündigte an, dass es schon "in nächster Zeit" eine gemeinsame Sitzung des Coburger Stadtrates und des Kreistages zum Thema "Zukunft des Klinikums Coburg" geben wird.


Rechnet sich der VGN-Beitritt

In der SPD-Fraktion ist man nicht nur sehr gespannt auf diese Sitzung - man geht auch mit hohen Erwartungen in die anstehenden Gespräche. Frank Rebhan (Neustadts Oberbürgermeister und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag) richtete an den noch amtierenden Regiomed-Chef Joachim Bovelet eine unmissverständliche Ansage: Die SPD geht davon aus, dass der Hauptgeschäftsführer jetzt bald die noch offenen Fragen beantwortet. Wie das geschehen soll - auch davon hat Frank Rebhan klare Vorstellungen: "ordentlich, wahrheitsgemäß und schriftlich". Darauf werde die SPD-Kreistagsfraktion bestehen, kündigte der Fraktionsvorsitzende an. Ein Klinikneubau, der sei schließlich ein "Jahrhundertprojekt".
Optimistisch zeigte sich Rebhan, was die Weiterentwicklung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angeht. Der Neustadter Oberbürgermeister und sein Fraktionskollege Kanat Akin haben dazu ja einen Antrag gestellt, dass der Landkreis die Möglichkeiten für einen Beitritt des Coburger Landes vom Nürnberger Verkehrsbund (VGN) prüfen soll. Er könne es sich vorstellen, sagte der Fraktionsvorsitzende, dass eine solche Entscheidung "finanzierbar und machbar" sei - aber dafür brauche man halt erst einmal belastbare Zahlen.
Die Zeit für eine Weiterentwicklung im ÖPNV sei da, meinte Frank Rebhan und verwies auf eine entsprechende Finanzierungsoffensive des Freistaates Bayern: "Hier stehen hohe Mittel zur Verfügung." Sollte sich der VGN-Beitritt finanziell machen lassen, sieht Rebhan auch keine großen Widerstände im Kreistag. "Wenn kluge Konzepte vorliegen, dann werden sie die Kollegen der anderen Fraktionen auch mittragen", zeigte sich Rebhan überzeugt, dass die sachbezogene Arbeit im Kreistag auch während der Wahlkampfzeit eine Fortsetzungen finden wird.
Was den gesamten ÖPNV angeht, sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende den Landkreis Coburg ohnehin derzeit so gut aufgestellt wie nie zuvor, insbesondere bei den Angeboten für die junge Generation. Nach dem erfolgreichen Party-Bus kündigte Frank Rebhan für den Freitag, 24. August, den nächsten großen Fortschritt an: Dann sollen die Anruf-Sammeltaxis im Landkreis ihren Betrieb aufnehmen. "Damit hat unser Nachtverkehr ein bislang noch nicht erreichtes Niveau", versprach der Neustadter Oberbürgermeister.


Wie Busch zum Landtag kam

Gegenüber der SPD-Kreistagsfraktion, mit der er in denen vergangenen Jahren den einen oder anderen Konflikt auszufechten hatte, ging der Landrat auch noch einmal ausführlich auf seine Motivation für die Kandidatur zum Landtag ein. Dass er dorthin "abgeschoben" werden soll, sei mitnichten der Fall, zeigte sich Busch selbstbewusst: "Einen Landrat schickt man nicht nach München." Es sei seine freie Entscheidungen gewesen, für den Bayerischen Landtag zu kandidieren, sagte Busch - und räumte aber auch ein, dass "diese Geschichte" nicht ganz einfach gewesen sei: "Ich musste es mir reiflich überlegen." Doch jetzt sei er entschlossen, in der vermeintlich großen Landespolitik das umzusetzen, was in der Kommunalpolitik der Normalfall sei: zielorientierte Arbeit.
Da kam der Landrat ausdrücklich Rückendeckung vom Fraktionsvorsitzenden: Kommunale Kompetenz fehle im in Land und Bund, auch bei der SPD, sagte Frank Rebhan: "Wir brauchen nicht immer die reine Lehre, sondern die Lösungen für Probleme."


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