LKR Coburg
Spontanaktion

Coburger "Ladies" unterstützen Fußballerinnen in Kenia

Als Erzieherin arbeitet Katharina Engel ein Jahr lang in Kenia. Als sie eine besondere Mädchenmannschaft kennen lernt, steht fest: Sie muss helfen.
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Katharina Engel im Kreis der Mädchen, die Fußball als ihre Bestimmung ansehen.: privat
Katharina Engel im Kreis der Mädchen, die Fußball als ihre Bestimmung ansehen.: privat
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"Kathi goes wild" heißt die Internetseite, auf der Katharina Engel zurzeit über ihre Arbeit mit Kindern in Kenia berichtet. Ein Jahr ist sie dort an einer Schule für geistig behinderte Kinder im Einsatz. Daneben engagiert sie sich noch für andere Projekte. Jetzt, kurz bevor ihre Zeit in Afrika endet, stieß sie auf eine ganz besondere Gruppe von Mädchen, die sie mit möglichst viel Hilfe aus Deutschland unterstützen möchte.
Im Internet schrieb Katharina unter anderem: "Die Mädels haben echt Talent, richtig Bock, so viel Spass und für alle ist der Fußball, wie sie sagten, ,their purpose', ihre Bestimmung. Die Mannschaft trainiert in einem Dorf außerhalb von Kisumu. Im Trainerstab ist eine Spielerin der kenianischen Frauennationalmannschaft. Sie selbst hat genauso angefangen wie die Mädchen, weshalb diese natürlich auch sehr zu ihr aufschauen und sie ein großes Vorbild für sie ist. Sie gehen alle auf die selbe Schule und kommen aus sehr armen Familien. Ich glaube, dass ihnen dieser Sport wirklich alles bedeutet!"
Katharina hat die Begeisterung dieser Mädchen tief berührt, die ihren Sport mit minimalster Ausstattung betreiben müssen. "Die meisten von ihnen spielen ohne Schuhe, aber das lassen sie sich absolut nicht anmerken! Neben dem Training, ist eine weitere Aufgabe der vier Trainer, die Kids im Alltag zu unterstützen. Sie sind weitaus mehr als die Trainer. Die Truppe nennt sich selbst nicht Mannschaft oder Team, sondern Familie. Zwei der Mädels sind schon Mama und auch das Thema Aufklärung sehen sie als Aufgabe für sich", schreibt Katharina weiter.


Local Ladies helfen

Die Trainer, die viel für die Truppe aus eigener Tasche zahlen, oft für die Mädels kochen und ihre Türen für sie immer offen halten, beeindrucken die junge Deutsche, so sehr, dass sie auch etwas dazu beitragen möchte, die Mädchen in ihrem Fußballtraum zu fördern. Also wandte sich Katharina Engels an ihre Sportfreunde in Coburg. Gemeinsam mit ihrer Damenmannschaft, den Local Ladies der Coburg Locals, hat sie sich überlegt, eine kleine Sammelaktion zu starten und die "Familie" zu unterstützen. "Wir fanden das super und haben auch schon eine große Kiste mit Sachen voll, die wir nach Kenia schicken", sagt Stephanie Rempel von den Local Ladies, die zusammen mit Anne Pauls organisiert, dass die Sachen zu ihrer Freundin nach Kenia kommen.
Auch Michael Haust vom Sportshouse Fitnessstudio in Rödental hat sich von der Begeisterung anstecken lassen. "Ich finde solche spontanen Aktionen klasse", sagt er. So wurde eine Kiste im Sportshouse aufgestellt, wo Katharina Engel trainiert, wenn sie in Deutschland ist. Die Kiste lädt dazu ein, sie mit Sportklamotten wie Sport-BH, Oberteilen und Hosen zu füllen. Vor allem aber werden dringend Sport- und Fußballschuhe bis Größe 42 gebraucht, damit die Mädels nicht mehr barfuß auf das Spielfeld müssen und ihr Talent auch wirklich an den Ball bringen können.


Direkte Verteilung

Das Gesammelte wird dann zu Katharina Engel nach Kisumu geschickt und sie wird es den Mädels zukommen lassen. Für den Versand wünscht sie sich Geldspenden. Wer spenden möchte soll sich dazu über ihre Facebookseite "Kathi goes wild" bei ihr melden, damit sie die Kontodaten durchgeben kann. Eine Spendenquittung gibt es leider nicht, weil es eine private Aktion ist. Aber das wird wohl niemanden abhalten, der die Mädels unterstützen möchte. Ende August, wird die Arbeit von Katharina Engel in Kisumu enden. Sie ist dort hin gefahren, um ein Jahr lang zu erleben, wie auf einem anderen Kontinent, mit behinderten Menschen umgegangen wird.
Als staatlich anerkannte Erzieherin hat sie in der Schule am Hofgarten in Coburg gearbeitet. Das Bild vom Umgang mit Behinderten, das sie aus Deutschland mitgebracht hat, ist ein völlig anderes, als das, das sie in Kenia vorfand. "Es gibt hier keine Versicherungen wie bei uns, deshalb können die Behinderten oft nicht bekommen, was sie eigentlich dringend brauchen. Wenn in Deutschland jemand einen Rollstuhl braucht, bekommt er ihn, wenn er Physiotherapie braucht, bekommt er sie. Hier müssen das die Eltern bezahlen, und es ist oft nicht das Geld dafür da", beschreibt sie das Problem. Für sie ein Grund für eine noch höhere Wertschätzung für die Möglichkeiten in Deutschland als bisher schon.
Allen Mangel kann Katharina Engel nicht beseitigen - aber sie würde sich sehr freuen, wenn mit Spenden aus Deutschland eine Mädchen-Mannschaft ihrem Traum von Fußball ein wenig näher kommen könnte, gemäßt dem Motto ihrer Mannschaft in der Heimat, den Local Ladies: "Mit Teamgeist zum Erfolg".
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