Coburg
Auftritt

Coburger "Klanggrenzen": Meerfee trifft den Zauberer

Wie der Abend "Musik und Magie" des Festivals "Klanggrenzen" das Publikum im Coburger Pfarrzentrum St. Augustin verzaubert und verwirrt.
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Nora Lentner und Klara Hornig beeindruckten das Publikum mit dem Liederabend "Musik und Magie".Foto: Jochen Berger
Nora Lentner und Klara Hornig beeindruckten das Publikum mit dem Liederabend "Musik und Magie".Foto: Jochen Berger
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Dieser Abend ist ein Abend der unterhaltsamen Verwirrungen. Und er beginnt mit einem Geständnis. "Glauben Sie an Zauberei? Ich nicht", sagt Dorian Schneider, der als Berufsbezeichnung Zauberkünstler angibt.

Spiel mit der Illusion

Denn die Zauberkunst - sie ist ein Spiel mit der Illusion, mit der Kunst der Täuschung. "Musik und Magie" lautete das Motto beim vorletzten Abend des Kammermusik-Festivals "Klanggrenzen". Im großen Saal des Pfarrzentrums St. Augustin wagten die Sängerin Nora Leitner und die Pianistin Klara Hornig gemeinsam mit Dorian Schneider den Brückenschlag zwischen Lied- und Zauberkunst - ein Unterfangen, das seltsamer klingt, als es tatsächlich ist.

Denn Nora Lentner und Klara Hornig hatten ohne Mühe eine Fülle zauberischer Lieder ausfindig gemacht - von Hugo Wolfs "Elfenlied" bis zu Robert Schumanns "Meerfee". Den roten Faden lieferte Mozarts "Zauberer", den Nora Lentner in immer neuen Strophen interpretierte und dabei auch einige völlig neue Verse mit überraschender Pointe präsentierte.

Hugo Wolfs Kunst, dichterische Verse in faszinierend subtile Klangbilder zu übersetzen, verwandelte Nora Lentner gemeinsam mit ihrer feinfühlig mitgestaltenden Pianistin in stets anschauliche kleine Szenen.

Schwelgerischer Tonfall

Nora Lentners schlanker, sicher geführter Sopran erwies sich dabei als bestens geeignetes Instrument für Mendelssohns federleicht schwebende Liedkunst ebenso wie für Arnold Schönbergs frühe Lieder Opus 2, die noch ganz dem schwel gerisch spätromantischem Idiom verpflichtet sind. Auch bei den ausgewählten Liedern von Claude Debussy und Ernest Chausson bewies sie feines Stilgefühl und ihr Gespür für das Wechselspiel aus Klangfarben und präganter Artikulation.

Schein und Wirklichkeit

Dorian Schneider zelebrierte dazwischen sein charmantes Spiel mit Schein und Wirklichkeit - mit einfachsten Mitteln zu überraschen und Erwartungen zu unterlaufen oder raffiniert mit ihnen zu spielen.

Mendelssohn-Zugabe

Ausdauernder Beifall und Mendelssohns "Hexenlied" als passende Zugabe.

"Klanggrenzen": Ein Festival und seine Küsntler

Nora Lentner Die aus Coburg stammende Sopranistin wurde bereits mit mehreren Preisen bedacht. 2008 gewann sie beispielsweise den Kunstförderpreis der Stadt Coburg. Die junge Sängerin gastierte im Oktober 2016 beim Coburger "Verein" mit einem umjubelten Liederabend und Ende Juni 2017 beim Open-Air-Konzert "Classic & Picknick" mit dem Orchester der Musikfreunde Neustadt im Freibad in Neustadt. Die Künstlerin ist derzeit an der Oper Leipzig engagiert. Seit der Spielzeit 2015/16 ist sie festes Ensemblemitglied der Musikalischen Komödie/Oper Leipzig. Ihre Ausbildung ander Universität der Künste Berlin bei Julie Kaufmann schloss sie 2011 mit dem Diplom ab.

Ausklang in der Alten Pakethalle

Den Abschluss des Festivals bildet am Donnerstag ein Gastspiel mit dem "SeppDeppSeptett" in der Alten Pakethalle. Musik und Kabarett verspricht dieses Benefizkonzert zugunsten des Vereins "Hilfe für das Behinderte Kind". Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlich willkommen.

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