Coburg

Coburger Kammerkonzert beeindruckt mit Ausdruckskraft und Klangsinn

Ausschließlich Musik des 20. Jahrhunderts erklang beim 4. Kammerkonzert im Coburger Rathaussaal.
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Impressionen vom Kammerkonzert im Coburger RathaussaalFoto: Jochen Berger
Impressionen vom Kammerkonzert im Coburger RathaussaalFoto: Jochen Berger
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Im reichhaltigen kulturellen Angebot Coburgs hat sie sich bereits bestens etabliert - die neue Reihe der Kammerkonzerte im Rathaussaal mit Musikern des Philharmonischen Orchesters. Ihr besonderer Reiz liegt ebenso in den oft ungewöhnlichen Besetzungen wie in der Programmauswahl, die auch Bezug nimmt auf den aktuellen Spielplan des Landestheaters.

Britten bis Hindemith

Das bewies auch das vierte Konzert der Reihe, das ausschließlich Werke des 20. Jahrhunderts umfasste mit seiner Vortragsfolge Bezug nahm auf zwei Opern im Großen Haus - Benjamin Brittens "Peter Grimes" und Paul Hindemiths "Neues vom Tage". Brittens einsätziges Quartett "Phantasy" für Oboe und Streichtrio, ein Werk des damals 18-jährigen Jung-Komponisten, eröffnete den Vormittag - von Bernhard Forster (Oboer), Megumi Ikeda (Violine), Zhuo Lu (Viola) und Woongwhee Moon (Cello) mit fein differenzierten Klangfarben und großer Intensität des Ausdrucks interpretiert.

Schwereloser Klang

Sehr eindringlich gelang den Interpreten danach auch das Quartett für Oboe und Streichtrio von Isang Yun, das zwischen Expressivität und schwerelosem, fast zerbrechlich wirkendem Klang pendelt.

Klarinettenquintett

Paul Hindemith, dessen Oper "Neues vom Tage" vor gut einer Woche ihre erfolgreiche Coburger Erstaufführung am Landestheater erlebte, hat mit seinem Klarinettenquintett ein fünfsätziges Werk geschaffen, das in zwei Fassungen vorliegt - der Urfassung von 1923 und der revidierten Fassung von 1954, die als Opus 30 veröffentlicht wurde.

Musikantisch geprägt

Das Publikum im Rathaussaal erlebte eine überaus spannungsvolle Wiedergabe dieses in den raschen Sätzen musikantisch geprägten Quintetts durch Megumi Ikeda, Jos Jonker (Violine), Zhuo Lu (Viola) und Woongwhee Moon (Cello) sowie Philipp Grzondziel (Klarinette). Mitreißend gelang der furios interpretierte Scherzo-Satz ("Im flotten Ländlertempo"). Zum inneren Höhepunkt geriet der sehr expressive interpretierte langsame Satz.

Ausdauernder, lautstarker Beifall des begeisterten Publikums.

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