Coburg

Coburger Hightech-Luchs auf vier Rädern

Die Veste war nun schon zum fünften Mal Ort der Präsentation für den neuen Boliden des Hochschul-Rennteams "Cat-Racing". Mit vielen technischen Modifizierungen wollen die Coburger an alte Erfolge anknüpfen.
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Mit Spannung erwartet: das neue Rennauto des Hochschul-Teams "Cat-Racing", mit dem Namen Luchs. Fotos: Thomas Heuchling
Mit Spannung erwartet: das neue Rennauto des Hochschul-Teams "Cat-Racing", mit dem Namen Luchs. Fotos: Thomas Heuchling
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Coburg — Titan, Carbonrohre und Telemetrie - ein Rennauto aus Hightech-Materialien, das ist das neue Auto vom "Cat-Racing-Team" der Coburger Hochschule, für die internationale Formula Student Saison 2013. "Jede Raubkatze braucht ein starkes Herz", sagte Kevin Will, der technische Leiter des Renn-Teams, während der rund eineinhalbstündigen Präsentation in der großen Hofstube der Veste. Und so rätselten die mehr als 100 Gäste, darunter viele Sponsoren, Vertreter der Hochschule und Studenten - alle im einheitlichen schwarzen Anzug - wie der Name des neuen Boliden sein würde.

Im Hof standen bereits fünf seiner Vorgänger, mit den verheißungsvollen Namen Tiger, Leopard oder Panther. Aber erst am Ende der Präsentation, in einem kurzen Video über die Entstehungsphase, wurde der diesjährige Name enthüllt. Er lautet Luchs.
Scheinbar setzt die Hochschul-Rennmannschaft dieses Mal verstärkt auf Cleverness und Intelligenz - Eigenschaften, wofür der Luchs, ein deutlich kleineres Tier als Tiger oder Leopard, ja bekannt ist.

So lag der Schwerpunkt der Entwicklung in diesem Jahr auch bei den Feinheiten, wie Kevin Will verriet: "Wir haben uns in bei der Entwicklung auf die Gewichtsreduktion, ein besseres Ansprechverhalten des Fahrwerkes und auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Fahrzeug konzentriert." Besonders stolz war das Team auf die Unterschreitung der 200-Marke beim Gewicht: Der Coburger-Luchs wiegt nur 196 Kilogramm.
Dass es beim Projekt nicht primär,um die Rennen geht, betonte der betreuende Professor Karl-Heinz Mohr: "Der Schwerpunkt der Formula Student liegt klar in der Konstruktion. Wenn dort gute Arbeit geleistet wurde, dann können auch gute Ergebnisse auf der Rennstrecke erzielt werden."

Mohr verwies auch auf die Wichtigkeit der anderen Fachgebiete, wie Werbung und Marketing, die unter anderem von den Sponsoren das Geld besorgen müssen. "Mit den Leistungen aus 2012 habt ihr die Latte für dieses Jahr sehr hoch gelegt", sagte Mohr zu den Studenten. Ob die guten Platzierungen aus dem vergangenen Jahr bei den vier Rennen in Italien, Spanien, England und Deutschland wiederholt werden können, bleibt abzuwarten. Aber Mohr nutze die Gelegenheit, vor den anwesenden Sponsoren und der Hochschulleitung, Kritik zu äußern. "Die Räumlichkeiten, in denen das Team arbeiten muss, lassen mehr als zu wünschen übrig. Wir fordern eigene Räume." Und witzelnd fügte er hinzu: "Notfalls muss ich meinen Forderungen mit einem Vorderlader Nachdruck verleihen."

Nach der Enthüllung brauchte der Luchs beim Starten des Motors zwar mehr als einen Versuch, aber dann erfüllte doch noch ein sattes und lautes Motorengeräusch den Veste-Hof.

Formula Student

Geschichte Gegründet wurde der Konstruktions- und Rennwettbewerb 1981 in den USA.
Seit 2006 gibt es den Wettbewerb in Deutschland. Die Coburger Hochschule ist zum sechsten Mal dabei.


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