Coburg
Sanierung

Coburger Heilig-Kreuz-Kirche wieder geöffnet

Nach der ersten Phase der Emporen-Sanierung steht das Gotteshaus ab sofort wieder zur Verfügung.
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Nach dem ersten Teil der Emporen-Sanierung steht die Heilig-Kreuz-Kirche in Coburg ab sofort wieder für Gottesdienste und Konzerte zur Verfügung.Foto: Jochen Berger
Nach dem ersten Teil der Emporen-Sanierung steht die Heilig-Kreuz-Kirche in Coburg ab sofort wieder für Gottesdienste und Konzerte zur Verfügung.Foto: Jochen Berger
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Der Geruch von Holz hängt noch unverkennbar in der Luft in der Heilig-Kreuz-Kirche in Coburg. Doch das Gotteshaus am Ufer der Itz ist wieder geöffnet und steht ab sofort wieder zur Verfügung - zumindest teilweise und wenn auch zunächst nur vorübergehend.


Rund 150.000 Euro investiert


Der erste Teil der Sanierung der maroden Holz-Emporen ist abgeschlossen. Bis zum Beginn des zweiten Sanierungsabschnitts im nächsten Jahr kann die Heilig-Kreuz-Kirche wieder für Gottesdienste und Konzerte genutzt werden.


Rot-weiße Absperrbänder und graue Plastikplanen an der (mit Blick zum Chorraum) Empore rechts im Kirchenschiff zeigen freilich unmissverständlich, dass noch reichlich Arbeit auf die Sanierer wartet. Während der erste Abschnitt der Sanierung nach Angaben der Stadt mit rund 150000 Euro zu Buche schlägt, werden für den zweiten Sanierungsabschnitt rund 100000 Euro veranschlagt. Sanierungsbeginn: 2018.


Der Grund für die Maßnahme: der statische Zustand der historischen Emporen war höchst bedenklich. Die Emporen waren deshalb schon seit geraumer Zeit gesperrt gewesen, nachdem die Statiker im Februar 2016 Alarm geschlagen hatten. Lange musste sich die Kirchengemeinde Heilig Kreuz gedulden, bis die dringend notwendige Sanierung tatsächlich in Angriff genommen wurde. Während der ersten Sanierungsphase mussten Gottesdienste in den vergangenen Monaten im Gemeindehaus abgehalten werden. Dort wurde vor zwei Wochen auch eine neue Luther Kantate von Sigurd Knopp (Musik) und Birgit Kleefeld (Textzusammenstellung) uraufgeführt.


Die nächsten Konzert-Termine stehen übrigens bereits fest. Am Samstag vor dem 1. Advent (2. Dezember, 17 Uhr) gestaltet das Gymnasium Albertinum mit Chor und Solisten, symphonischem Blasorchester, Saxofonorchester ein Adventskonzert unter dem Motto "Jingle Bells". Das Vocalensemble Coburg schließt sich an am 3. Advent (Sonntag, 17. Dezember, 17 Uhr).



Zur Geschichte und Gegenwart der Heilig-Kreuz-Kirche in Coburg


Die Heilig-Kreuz-Kirche diente von 1870 bis 1918 als Garnisonskirche des Thüringischen Regiments Nr. 95, dessen Kaserne in der Nähe lag. Den Kern des Gotteshauses bildet der spätgotische Chor mit Kreuzrippengewölbe. Anfang des 15. Jahrhunderts war an einer Furt an der Itz eine Kapelle zur Verehrung einer Heilig-Kreuz-Reliquie errichtet worden. Ab 1413 folgte der Anbau des dreischiffigen Langhauses, wobei allerdings der Glockenturm an der Nordwestecke unvollendet blieb. 1735 bis 1739 wurde die Kirche umfassend umgestaltet. Durch den Einbau einer flachen, stuckierten Bretterdecke als Ersatz für ein Gewölbe entstand eine Saalkirche. Die Westempore wurde durch eine dreiseitig umlaufende, zweigeschossige Empore ersetzt. Nach der Reformation verlor die Kirche im Jahr 1545 den 1407 erlangten Status einer Pfarrkirche. 1952 wurde die Gemeinde wieder selbstständig. Sie ist neben St. Moriz mit rund 5000 Mitgliedern die zweite Kernstadtgemeinde Coburgs.
Im Jahr 1621 wurde eine Orgelempore errichtet und wohl die erste Orgel aufgebaut. Die gegenwärtige Orgel errichtete 1968 der Göttinger Orgelbaumeister Paul Ott. Sie hat zwei Manuale, Pedal und 26 Register. Das neunteilige Orgelhauptgehäuse stammt wohl aus der Zeit um 1735. Es zeigt den rhythmischen Wechsel von Rund- und Spitztürmen mit dazwischengeschalteten Flachfeldern. 1998 wurde die Orgel renoviert.
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