Laden...
Coburg
Absage

Coburger Güterbahnhof wird keine Partyzone - auch nicht zeitweilig

Zu viel altes Holz, kein Strom- und kein Wasseranschluss, kein geeigneter Zugang - die Stückguthalle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs eignet sich nicht für Partys und ähnliche Veranstaltungen. Das ist die Antwort von Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann auf eine Anfrage der Wählergruppe Pro Coburg.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das alte Holzgebälk in der Stückguthalle sieht zwar gut aus, macht den Brandschutz aber schwierig. Foto: Helke Renner /CT-Archiv
Das alte Holzgebälk in der Stückguthalle sieht zwar gut aus, macht den Brandschutz aber schwierig. Foto: Helke Renner /CT-Archiv
Die Designtage haben Begehrlichkeiten geweckt - im positiven Sinne. Sie haben gezeigt, dass der frühere Güterbahnhof mit Stückguthalle, großzügigen Freiflächen und Verladerampe effektiv genutzt werden kann, bevor es dort richtig losgeht mit der Erschließung und Bebauung. Ideen für eine Zwischenlösung hatte die Wählergemeinschaft Pro Coburg schon vorher und wandte sich mit einem Antrag an die Stadt. Im Bau- und Umweltsenat nahm Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann gestern dazu Stellung. Die erste Idee: Die Stadt könnte nach dem Vorbild der Firma Brose auf dem Gelände Parkflächen schaffen.

"Brose hat einen sechsstelligen Betrag in den Bau der Stellplätze investiert, das müsste die Stadt auch", sagte Ullrich Pfuhlmann. Außerdem sei die Zufahrt problematisch.
"Und wer soll diese Zufahrt unterhalten, sich um die Sicherheit und die Einhaltung der Parkordnung kümmern?" Ausreichend befestigte Flächen zum Parken gebe es bereits auf dem Güterbahnhofsgelände. Die würden auch durch Mitarbeiter der Firma Ros, Studenten und ehemalige Nutzer des Angerparkplatzes in Anspruch genommen. Die Stadt toleriere das.

Kein Strom und kein Wasser

Dem Vorschlag, die Stückguthalle vorübergehend für Partys oder ähnliche Veranstaltungen zu nutzen, erteilte der Hochbauamtsleiter eine definitive Absage. "Das Gebäude besteht zu einem großen Teil aus Holz." Da könne der Brandschutz nicht gewährleistet werden. Undichte Stellen im Dach und ein unzureichender Zugang sind weitere Gründe, warum das Gebäude als Veranstaltungsort nicht tauge. Zudem gebe es keinen Strom- und keinen Wasseranschluss und damit auch keine nutzbaren sanitären Anlagen. "Die Hochschule hatte sich während der Designtage mit Dixi-Toiletten beholfen."

Senatsmitglied Hans-Heinrich Ulmann (CSB) wies darauf hin, dass immer wieder Anfragen an die Stadt gerichtet werden, weil Veranstalter "irgendwelche Bruchbuden" nutzen wollten. "Es gibt aber Sicherheitsvorgaben, die es nicht erlauben, so etwas zu genehmigen." Die Anregung von Pro Coburg, die baufälligen Reste der Gleis-Überdachung zu entfernen, wird derzeit schon umgesetzt. "Die Abbrucharbeiten waren wegen der Designtage zurückgestellt worden", erläuterte Ullrich Pfuhlmann. Auf Bitte des Designforums Oberfranken werde nur das Dach entfernt, die Stahlkonstruktion bleibe stehen und könne als künstlerisches Objekt genutzt werden. Inzwischen stehen die für den Abbruch notwendigen Haushaltsmittel bereit.

Für Peter Kammerscheid (Pro Coburg) war, wie er sagte, die Aussage wichtig, dass es für das Güterbahnhofsgelände momentan keine temporäre Nutzung geben werde. Petra Schneider (SPD) wies auf die Bachelor-Arbeiten von Architekturstudenten hin, die sich mit der Gestaltung der Fläche beschäftigen und auch Zwischenlösungen berücksichtigen. Und sie bat darum, bei den Abrissen insgesamt vorsichtig vorzugehen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren