Coburg
Jugendhilfe

Coburger Familien-Café soll wieder öffnen

Bald gibt es wieder Kaffee und Kuchen im Familienzentrum in der Judengasse. Die Stadt soll die Betriebskosten für das Familien-Café bezuschussen.
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Das war einmal, soll aber jetzt wieder möglich werden: Mareike Burghardt mit Levi, Anna-Lena Brehm mit Luna und Alexandra Porsch mit Matilda haben es sich 2011 regelmäßig im Café Babbel gutgehen lassen.  Foto: CT-Archiv/Christiane Lehmann
Das war einmal, soll aber jetzt wieder möglich werden: Mareike Burghardt mit Levi, Anna-Lena Brehm mit Luna und Alexandra Porsch mit Matilda haben es sich 2011 regelmäßig im Café Babbel gutgehen lassen. Foto: CT-Archiv/Christiane Lehmann

Hoch die (Cappuccino-)Tassen! Das ehemalige Kindercafé Babbel lebt auf - wenn auch sicherlich unter einem anderen Namen. Der Wunsch nach der Wiedereröffnung des Eltern-Kind-Cafés in der Judengasse wurde immer lauter. Birgit Thäringer, die als KoKi-Fachkraft junge Mütter in Coburg betreut, brachte am Donnerstag sogar eine Unterschriftenliste mit in den Jugendhilfeausschuss.

Die war allerdings gar nicht notwendig. Das Amt für Jugend und Familie hatte bereits eine Beschlussvorlage ausgearbeitet, die letztendlich einstimmig angenommen wurde. Dem Stadtrat wird nun empfohlen, dem Trägerverein zur Deckung der jährlichen Betriebskosten einen kommunalen Zuschuss zu gewähren.

Den Ausschlag dazu gab der Stadtratsantrag von Bettina Lesch-Lasaridis vom März diesen Jahres. Darin hatte die SPD-Stadträtin gefordert, das Familien-Café als sozialen Treffpunkt aufrecht zu erhalten. Sie hatte auch beantragt ein weiterführendes und zukunftsfähiges Betreiberkonzept erarbeiten zu lassen. Johanna Schilling vom Verein Domino stellte die wesentliche Eckpunkte daraus vor.

Familienfreundliche Preise

In dem zukünftigen Familiencafé könnten Eltern und Kinder - nach einer kurzen Umbauphase - in einer lockeren, kindgerechten Atmosphäre zu familienfreundlichen Preisen essen und trinken. Es dient somit als Treffpunkt, Infopool und Anlaufstelle für die Angebote des Familienzentrums, als attraktiver Ort für Eltern und Kinder gleichermaßen.

Da für Kinder verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten und pädagogische Betreuung angeboten werden, haben Eltern die Möglichkeit, andere Eltern kennen zu lernen und neue Kontakte zu knüpfen. Sie können sich über Erziehungsfragen und andere familienrelevante Themen austauschen und informieren, oder auch an den dort stattfindenden pädagogischen Angeboten teilnehmen.

An den Vormittagen werden die Caféräume von der Trägergemeinschaft des Familienzentrums für pädagogisch begleitete Angebote genutzt. Beispiele sind das Storchencafé der koordinierenden Hebamme aus dem Förderprogramm Geburtshilfe, Vorträge der Erziehungsberatung im Rahmen des "Schlaumeiertach" der Kooperation KoKi und Kinderschutzbund Coburg, Kooperation mit dem Projekt "Elterntalk" und weiteren Anbietern.

Zur Mittagszeit essen die Kinder der Mittagsbetreuung von der Lutherschule im Café. Das Domino hat deshalb die Räume angemietet und finanziert aus den Elternbeiträgen eine Hauswirtschafterin, die das Essen täglich frisch zubereitet.

Am Nachmittag (montags bis freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr) öffnet das Familien-Café für jedermann. Jeden Samstag ist zwischen 9.30 und 12.30 Uhr ein Familien-Brunch geplant.

Doch noch Erfolgsprojekt?

Außerdem stehen die Räume abends als Veranstaltungs- und Seminarräume zu Verfügung und können angemietet werden.

Folgt der Stadtrat der Empfehlung des Jugendhilfesenats könnte das Coburger Eltern-Kind-Café nach einem jahrelangen Kampf um die Rentabilität doch noch zu einem Erfolgsprojekt werden. Das vom damaligen Verein "Der kleine Muck " in der Judengasse erstmals 2003 betriebene und so bezeichnete Eltern-Kind-Café ist neben den Angeboten des Kinderschutzbundes und des Kinderzentrums (Verein Domino Coburg) eine Säule des Familienzentrums und bietet Familien seit 16 Jahren ein niederschwelliges Angebot.

Kosten nicht deckend

Ursprünglich wurde die Arbeit dieses Cafés von der Stadt Coburg für den Posten Miete und Nebenkosten bezuschusst. Zuletzt wurde dem neuen Trägerverein (Kinderschutzbund und Verein Domino Coburg) im Jahr 2011 eine einmalige Anschubfinanzierung in Höhe von 13000 Euro gewährt. Seitdem ist vorgesehen, dass sich dieses Café aus Einnahmen und Drittmitteln finanziert.

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass sich das Familien-Café nicht aus eigener Kraft finanziell tragen kann. Der geringe Konsum der Besucher gepaart mit einer hohen Aufenthaltsdauer der Familien und grundsätzlich familienfreundlichen Preisen hat vergleichsweise geringe Einnahmen zur Folge, von denen sich die konstanten Ausgaben nicht decken ließen. "Insofern lässt sich heute objektiv feststellen, dass ein Café mit einem pädagogischen Ansatz nicht auf Dauer nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden kann", heißt es in der Beschlussvorlage des Amtes für Jugend und Familie.

Splitter aus der Sitzung

Kinderrechte Coburg möchte sich Stadt der Kinderrechte nennen. Darüber soll am Dienstag, 23. Juli, 17.30 bis 19.30 Uhr, diskutiert werden. In einer Auftaktveranstaltung in der Rückertschule können sich alle einbringen, die Lust und Zeit haben, Ideen zu entwickeln und sich aktiv an einer intensiveren Umsetzung von Kinderrechten in der Stadt Coburg beteiligen möchten. Die Initiative dazu haben Claudia Lohrenscheit und Teresa Falter von der Hochschule Coburg sowie Jasmin Müller-Alefeld, Rektorin der Grundschule Neuses, ergriffen. Der Kinderbeauftragte Thomas Apfel unterstützt die IAktion und moderiert die Veranstaltung.

Not Beim diesjährigen Sambafestival können sich Betroffene mit dem Codewort "Ist Luisa hier?" in einer unangenehmen Situation, in der sie sich bedrängt oder auch sexuell belästigt fühlen, an das Sicherheitspersonal des Samba-Festes richten und erhalten damit unmittelbar und diskret Hilfe. Susanne Müller, vom Arbeitskreis "Keine sexuelle Gewalt" informierte darüber bei der Sitzung und kündigte an, dass Plakate und Handzettel der Aktion am Sambafest ausgelegt werden.

Nachsorge Das Angebot Harl.e.kin-Nachsorge Coburg ist ein wichtiger Baustein in der Betreuung von früh- und risikogeborenen Kindern am Klinikum Coburg. Im Mittelpunkt des Nachsorgeangebotes steht die unbürokratische, kostenlose und fachübergreifende Begleitung und Beratung der Familien von früh- und risikogeborenen Kindern beim Übergang vom stationären Klinikaufenthalt in den häuslichen Alltag. Die bewährte Zusammenarbeit der KoKi-Fachkraft des Amtes für Jugend und Familie mit der Coburger Kinderklinik und Geburtsklinik wird dauerhaft fortgesetzt, beschloss der Jugendhilfesenat einstimmig.

KoKi (Koordinierender Kinderschutz): Die KoKi-Stelle in der Stadt Coburg hat sich aus fachlicher Sicht bewährt und ist auf Dauer angelegt. Sie soll durch Förderung der elterlichen Beziehungs-, Bindungs- und Erziehungskompetenzen kontinuierlich einen grundlegenden Beitrag zur Schaffung von Chancen- und Bildungsgerechtigkeit für Kinder leisten. Die Familien stehen oft über mehrere Jahre im (mehr oder weniger losen) Kontakt zur KoKi und haben in Birgit Thäringer eine feste Ansprechperson für ihre Anliegen. Es wurde einstimmig beschlossen, die staatlichen Fördermöglichkeiten in voller Höhe auszuschöpfen. nel

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