Coburg
Antrag

Coburger Convent: Grüne wollen Fackelzug verbieten

Die nächtliche Veranstaltung während des Pfingstconvents lockt nach Ansicht der Grünen die "ewig Gestrigen" an - "Rechstextremisten, Neonazis und Menschen mit rechtsgerichteter Gesinnung".
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Fackelzug zur Feierstunde (ehemals Mahnstunde) beim CC-Pfingskongress Fotos: Archiv/Timo Geldner
Fackelzug zur Feierstunde (ehemals Mahnstunde) beim CC-Pfingskongress Fotos: Archiv/Timo Geldner
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Für die Mitglieder des Coburger Convents (CC) ist es der feierliche Höhepunkt eines jeden Pfingstkongresses: Nach dem Festkommers am Montagabend setzt sich vom Anger aus ein langer Fackelzug in Bewegung - Ziel ist der Marktplatz, wo es noch eine "Feierstunde" (früher "Mahnstunde") gibt. Doch allen voran den Coburger Grünen ist die Tatsache, dass mit brennenden Fackeln durch die dunkle Coburger Altstadt gezogen wird, ein Dorn im Auge. In einem Antrag zur nächsten Stadtratssitzung fordern sie deshalb, dass ab sofort seitens der Stadtverwaltung keine Genehmigung mehr für den Fackelzug erteilt wird.

In ihrer Begründung weist die Fraktionsvorsitzende Martina Benzel-Weyh, die übrigens konsequent von einem "Fackelmarsch" spricht, auf die "unrühmliche und leider bisher auch noch nicht aufgearbeitete braune Vergangenheit" der Stadt Coburg hin. Als "schwere Bürde, die auf unserer Stadtgeschichte lastet", bezeichnet die Grünen-Stadträtin die Bücherverbrennung vom 7. Mai 1933 im äußeren Hof der Ehrenburg, zu der damals auch ein Fackelmarsch gehört habe. Und Martina Benzel-Weyh schreibt weiter: "Wenn man sich nun in der Nacht von Pfingstmontag auf Dienstag in der Innenstadt von Coburg aufhält, wird man nicht nur an die nationalsozialistische Unzeit in unserer Stadt erinnert, man trifft auch regelmäßig Neonazis an, die mit Hitlergruß und ihrer Anwesenheit alten Zeiten huldigen in der Hoffnung, dass diese wieder anbrechen." Der Fackelmarsch locke nun einmal "ewig Gestrige" an und biete "Rechtsextremisten, Neonazis und Menschen mit rechtsgerichteter Gesinnung" eine "Gelegenheit zum Zelebrieren ihres Gedankengutes".

Mit einem Verbot des Fackelzuges könnte die Stadt ein "Zeichen setzen", so Martina Benzel-Weyh, die in diesem Zusammenhang auch ein "Bekenntnis" zum Bündnis "Coburg ist bunt!" fordert.


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