Coburg
Kurios

Coburger BVB-Fan sollte beim Traumspiel Trikot ausziehen

Weil Bernie Lausch sein schwarz-gelbes Dortmund-Hemd nicht wechseln wollte, musste er beim Traumspiel gegen den FC Bayern München draußen bleiben.
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Enttäuschung vorm Spiel: Bernie Lausch durfte mit seinem Trikot nicht ins Stadion. Foto: privat
Enttäuschung vorm Spiel: Bernie Lausch durfte mit seinem Trikot nicht ins Stadion. Foto: privat
So gerne hätte er beim Traumspiel ein Foto mit Mats Hummels gemacht: Bernie Lausch im schwarz-gelben Trikot von Borussia Dortmund und Mats Hummels im Bayerndress. "Schließlich war er ja acht lange Jahre einer von uns", schwärmt Lausch. Doch dieser Traum ist geplatzt - und zwar schon am Eingang. Denn der passionierte Fußballfan kam mit seinem Trikot nicht an der Security vorbei.
"Dabei hatte ich das Champions-League Trikot 2013 von Borussia Dortmund angehabt, in dem Robert Lewandowski vier Tore gegen Real Madrid geschossen hat, wir aber auch im Finale in London gegen Bayern München verloren haben", erzählt der Mann, der das Spiel letztendlich allein daheim angeschaut hat, während seine Freunde - alles Bayernfans - im Stadion saßen.
"Natürlich darf man mir eine gewisse Naivität vorwerfen, mich nicht einem nicht offiziell kommunizierten Dresscode unterworfen zu haben. Wäre offiziell kommuniziert worden, dass man unter sich, also ausschließlich Fans des FC Bayern München, bleiben möchte, hätte das meines Erachtens so auf der Homepage, in den sozialen Medien, im Programmheft und auf dem Ticket kommuniziert werden müssen. Ich hätte da kein Problem damit gehabt, hätte es aber gerne vorher gewusst", macht Lausch seinem Unmut Luft. Ungeachtet dessen, dass in der heutigen Zeit nicht nur in Fußballstadien viel über Toleranz, Rücksicht und gegenseitigem Respekt zu lesen sei, war er enttäuscht darüber, dass man in diesem Fall seitens der Coburger Veranstalter "sehr kleinkariert und intolerant" damit umgeht. Er wollte doch nur einen verdienten Ex-Spieler seines Fußballclubs sehen, um ein Foto zu machen und sich ein Autogramm zu holen.
"Schließlich will doch der Fußball trotz aller negativen Vorkommnisse verbinden", gibt er zu Bedenken. Selbst während mehrfacher Besuche in schwarz/gelb in der Allianz Arena in München oder auch bei Spielen in Tottenham, Madrid, Marseille, Lemberg, Lissabon, Monaco und Liverpool habe er das so noch nicht erlebt. "Dass Coburg auch weltoffen ist, kann man jedes Jahr während des Sambafestivals erleben. Beim Fußball wird das anscheinend etwas enger gesehen", mutmaßt der enttäuschte Fußballfan, der sein Trikot vor Ort ausziehen oder umdrehen sollte.


Keine Provokation

"Doch da hatte ich auch meinen Stolz und daheim umziehen wollte ich mich auch nicht. Das wär zu umständlich gewesen.Was sagt der Veranstalter zu diesen Vorwürfen? Norbert Scholz, Präsident des Red Residenz Coburg 01, betont, dass der Sicherheitsdienst jegliche Provokation im Stadion vermeiden wollte. Dass Bernie Lausch nicht eingelassen wurde, hätte weder etwas mit seiner Person, noch mit dem BVB zu tun gehabt.
"Die Veranstaltung sollte friedlich und perfekt über die Bühne laufen, das hatten wir uns zum Ziel gesetzt", sagt der Präsident. Der Mann hätte das Trikot ja auch in einer Tüte mitbringen und zum Foto dann anziehen können, meint Scholz.
Es hätte im Vorfeld Hinweise gegeben, dass die gestohlene Riesenfahne am Spieltag wieder auftaucht - als Schnipsel zerschnitten oder vielleicht sogar verbrannte Überreste. Scholz: "Wir waren sehr vorsichtig und sind deshalb mit dem erfahrenen Sicherheitsdienst sehr zufrieden." Die Entscheidung für die erfahrene Firma aus Weiden haben wir nicht bereut.

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