Das Konzert findet am Sonntag, 22. Oktober, um 16 Uhr in der Coburger St. Moriz-Kirche statt. Neben dem Bachchor singen und spielen Anna Haase (Mezzosopran), Evelyn Dankert (Alt), Christian Rathgeber (Tenor), Felix Rathgeber(Bass) sowie Mitglieder des Philharmonischen Orchesters des Coburger Landestheaters. Die Leitung hat Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein.

Mendelssohn begann bald nach der von ihm selbst geleiteten Wiederaufführung der Matthäuspassion mit der Komposition des "Paulus". Die Handlung des Werks beschreibt den Werdegang des "Saulus zum Paulus", der sich - nach Jesu Erscheinung - vom jüdischen Pharisäer und Christenverfolger zum Apostel und christlichen Missionar wandelt. Gerade im Jahr des Reformationsjubiläums passt der "Paulus" thematisch gut zur bayerischen Landesausstellung, die noch bis 5. November auf der Veste und in der Morizkirche zu sehen ist.

"Ein Juwel der Gegenwart", so urteilte Robert Schumann, und auch Richard Wagner zeigte sich nach der Dresdener Erstaufführung überaus begeistert von Felix Mendelssohn Bartholdys neuem Oratorium. Tatsächlich trägt Mendelssohns Werk maßgeblich zur Wiederbelebung und Erneuerung des deutschsprachigen Oratoriums zu Beginn des 19. Jahrhunderts bei. Die Erfolgsgeschichte des "Paulus" ist außerordentlich: Bereits in den ersten beiden Jahren nach der Düsseldorfer Uraufführung Pfingsten 1836 erlebte das Werk in mehr als 50 deutschen Städten, vielen europäischen Metropolen und in den USA zahlreiche Aufführungen. Das Erfolgsgeheimnis der Musik liegt in der Verbindung von barocker Formenstrenge und romantischer Gefühlswelt. In seinem Werk über Leben und Wirken des Apostels knüpfte Mendelssohn an die - damals vergessenen - großen Oratorium Bachs und Händels an. Indem er barocke Formen aufgreift und mit seiner romantischen Tonsprache neu erfüllt, gelingt ihm ein Werk von großer dramatischer Wirkung. Bis heute fasziniert "Paulus" durch die kunstvolle Instrumentation sowie seinen melodischen und harmonischen Reichtum.

Eintrittskarten gibt es bei der Tourist Coburg in der Herrngasse 4, Telefon 09561/898044, Restkarten ab 15 Uhr an der Tageskasse.

Die Solisten

Die Mezzosopranistin Anna Haase studierte in der Klasse von Prof. Tamar Rachum in Israel und schloss an der Tel Aviv Unversity das Artist‘s Diploma mit der Auszeichnung "summa cum laude" ab.
Sie war Finalistin im Mozart-Wettbewerb Salzburg, Stipendiatin bei der Stiftung Villa Musica und besuchte Meisterkurse bei Hilde Zadek, Kurt Moll, Waltraud Meier, Rudolf Piernay, Marjana Lipovšek und Claudio del Monaco.
Ihr Operndebut gab sie 1997 als Ensemble-Mitglied an der Oper Erfurt in der Rolle des Prinz Orlofsky (J. Strauß). Es folgten Produktionen unter anderen bei den Opernfestspielen München, den Schwetzinger Festspielen, der Bachwoche Ansbach, den Göttinger Händel-Festspielen und den Salzburger Festspielen. In einer TV-Produktion für ARTE war sie in einer Inszenierung von Achim Freyer als zweite Dame (Zauberflöte) zu erleben. Liederabende gab Anna Haase in München, Kopenhagen, Straßburg, Tel Aviv und Moskau. Konzertverpflichtungen haben sie durch ganz Europa, Israel, Russland, China und Brasilien geführt.
Die Mezzosopranistin hat mit renommierten Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Marek Janowski, Leos Svarovsky, Michael Hofstetter und Matthias Grünert zusammengearbeitet. Sie ist als Solistin von Chören wie den Thomanern, der Santa Cecilia, dem Dresdner Kreuzchor, und dem Chamber Choir of Europe eingeladen worden. Bisher sind von ihr Tonträger wie Mahlers "Das Lied von der Erde" und Mozarts "Apollo & Hyazinth" erschienen. Mit den "Polnischen Liedern op. 74" von Frédéric Chopin hat sie ein beachtetes Solo-Debut vorgelegt.

Evelyn Dankert ist in Schwabmünchen, einer Kleinstadt südlich von Augsburg, geboren und aufgewachsen. Nach Ihrem Diplomstudium der Elektrotechnik an der Hochschule der angewandten Wissenschaften in Augsburg, zog sie für Ihre Arbeit im Bereich der Energieversorgung nach München.
Während der Schulzeit und dem Studium sang sie in verschiedenen Chören, unter anderem dem Kammerchor Schwabmünchen. Im Herbst 2013 kam sie zum Nymphenburger Kantatenchor. Dort lernte sie die damalige Stimmbildnerin des Chores Mezzosopran Anna Haase von Brincken kennen, die sie seit Anfang 2014 im Sologesang unterrichtet. In ihrer Ausbildung widmet sie sich besonders dem Konzertgesang im Stimmfach Alt und Mezzosopran. 2015 trat sie als Mitglied eines Oratorien-Ensembles mit dem Werk "Die letzten Dinge" von Louis Spohr zum ersten Mal als Solistin in Erscheinung.

Christian Rathgeber erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Windsbacher Knabenchor. Während seiner Ausbildung und Berufstätigkeit als Heilerziehungspfleger hatte er privaten Gesangsunterricht bei Hans-Peter Blochwitz und Martin Hummel. Er absolvierte ein Diplom-Gesangsstudium an der Musikhochschule Mainz bei Prof. Andreas Karasiak. Derzeit betreut ihn Nadine Secunde aus Wiesbaden.
Sein Schwerpunkt liegt auf Tenorpartien der Alten Musik und der frühen Romantik von Monteverdi, Bach, Händel bis Mendelssohn, die ihm eine rege Konzerttätigkeit deutschlandweit ermöglichen. Konzerte führten ihn unter anderen als Evangelist nach Israel in J. S. Bachs Johannes-Passion, nach Südafrika mit Bachs h-Moll Messe und mit Bachkantaten nach Paris (Theatre des Champs-Elysees), Aix en Provence und in die Schweiz.
Christian Rathgeber ist regelmäßiger Solist der Bachkantaten-Reihe Mainz unter Prof. Ralf Otto und war Mitglied des Jungen Ensembles am Staatstheater Mainz.
Auf der Opernbühne war er in zahlreichen Produktionen im Staatstheater Mainz, Staatstheater Wiesbaden und im Landestheater Rudolstadt zu sehen. Er arbeitetet mit Regisseuren wie Tatjana Gürbaca, Christoph Nehl und Sigrid T`Hooft zusammen.
Eine intensive Arbeit in Ensembles wie dem Collegium Vocale Gent, Balthasar-Neumann-Chor und dem Rundfunkchor Berlin runden sein musikalisches Schaffen ab.

Der Bass Felix Rathgeber erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Windsbacher Knabenchor.
Er studierte Gesang bei Martin Hummel an der Musikhochschule Würzburg und nahm an Meisterkursen bei Hans-Christoph Begemann, Helen Donath, Margreet Honig, Ann Murray, Rudolf Piernay und Michael Volle teil. Er ist Preisträger beim Armin-Knab-Liedwettbewerb sowie Stipendiat der Richard-Wagner-Stipendienstiftung, Bayreuth. Zu seinem solistischen Repertoire gehören fast alle gängigen Werke der Kirchenmusik, die er mit Dirigenten wie Frieder Bernius, Ralf Otto, Michael Schneider und Jörg Straube und mit Orchestern wie "La Banda", "L‘arpa festante", "La stagione", sowie den Heidelberger Philharmonikern, den Nürnberger Symphonikern, den Stuttgarter Philharmonikern und dem Orchestra Ensemble Kanazawa sang. So führten ihn Konzerte als Solist durch ganz Deutschland, nach Österreich, in die Schweiz, nach Italien, Spanien, China und Japan.

Im Bereich Oper konnte er sich bereits im Studium ein breites Repertoire vom Barock bis zur Moderne, von Telemann bis Strawinsky, erarbeiten. Er war von 2012 bis 2014 Mitglied im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf-Duisburg. Seit der Spielzeit 2015/16 ist Felix Rathgeber festes Ensemblemitglied am Landestheater Coburg und debütierte dort als Colline in Puccinis "La Bohème". Weitere Partien waren der Oroveso in Bellinis "Norma", Rocco in Beethovens "Fidelio" und der Figaro in Mozarts "Le nozze di Figaro".