Coburg
Stadtentwicklung

Wohnkonzepte der Zukunft: Warum Coburg "Schwarmstadt" werden will

Junge Leute gehen gerne dahin, wo junge Leute sind. Das will sich Coburg zunutze machen - und dabei dem Leipziger Beispiel folgen.
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Foto: rainerbrabec.de
Foto: rainerbrabec.de

Wo schon viele sind, wollen noch mehr hin: Dieser Umstand trägt dazu bei, dass sich "Schwarmstädte" bilden - Städte, in die es die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zieht. Auch Coburg soll Schwarmstadt werden, zumindest, wenn es nach Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) und Christian Meyer geht, dem Geschäftsführer der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO). Ein Bestandteil der Coburger Zukunft soll das Landestheater bleiben. Doch das wird mit über 100 Millionen Euro Kosten ziemlich teuer.

"Stadtentwicklung für alle?"

Schwarmstädte waren deshalb ein Thema beim diesjährigen Workshop zur Stadtentwicklung, zu dem die WSCO ihre Aufsichtratsmitglieder, weitere Stadträte, Gäste und ihre Mitarbeiter einlädt. "Stadtentwicklung für alle?" war der Workshop überschrieben, um schon mit dem Titel deutlich zu machen, dass unterschiedliche Generationen auch unterschiedliche Vorstellungen von Stadtentwicklung haben können.

Ein Ergebnis: In der Heiligkreuzstraße 24/26 (die frühere Wohnbau-Geschäftsstelle und das Nachbargebäude) soll ein neues und modernes Wohngebäude für junge Leute entstehen, "mit Zugangscodes statt Schlüsseln", wie Christian Meyer sagt. Bis Ende 2022 soll das Haus stehen; die konkreten Planungen beginnen laut Meyer im Januar.

Projekte zukünftig mehr aus Eigeninitiative

Entscheidungsträger müssen sich dessen bewusst sein, dass andere Generationen andere Ideen zur Stadtentwicklung haben als sie selbst, sagt Christian Meyer. Für ihn sind deshalb durchaus auch experimentelle Wohnformen denkbar: "Warum nicht Wohngruppen im Steinweg ermöglichen", die gemeinsam eine Immobilie nutzen und möglicherweise sogar erwerben. Leipzig, die aktuelle "Schwarmstadt", fördere solche Wohngruppen seit Jahren. "Aber wir müssen sehen, was auf Coburg passt und was nicht", schränkt Meyer ein.

Kennzeichen für Schwarmstädte sei, dass Freiräume vorhanden seien, die Entwicklung von unten erfolge und ein entsprechende Image entstehe. "Ziel: 20-Jährige auch außerhalb der Region haben positive Bilder zu Coburg im Kopf", heißt es in einem WSCO-Papier. Und das Fazit aus dem Workshop lautet: "In Anlehnung an erfolgreiche Schwarmstädte sollten in Coburg Projekte weniger von außen forciert werden, sondern müssen sich aus Eigeninitiative selbst entwickeln. Trends sind nicht diktierbar. Aber Städte und ihre Verwaltungen können positive Rahmenbedingungen und durch Unterstützung und mehr Toleranz wichtige Freiräume schaffen."



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