Coburg
Empfang

Coburg will digitaler Vorreiter werden

Die Bewerbung hat die IHK zu Coburg schon im Mai abgegeben: Der IHK-Bezirk möchte Modellregion 4.0 werden und hofft auf Fördermittel vom Freistaat.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Minister mit den lokalen Vertretern (von links): Landtagsabgeordneter Jürgen W. Heike, IHK-Präsident Friedrich Herdan, Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (alle CSU). Foto: Simone Bastian
Der Minister mit den lokalen Vertretern (von links): Landtagsabgeordneter Jürgen W. Heike, IHK-Präsident Friedrich Herdan, Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, Coburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (alle CSU). Foto: Simone Bastian
+2 Bilder
Beim IHK-Empfang am Montagabend erneuerte IHK-Präsident Friedrich Herdan diese Bewerbung. Adressat war der bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU), der sofort wohlwollende Prüfung zusagte. Es sei ja erklärtes Ziel der Staatsregierung, nicht nur die Ballungsräume zu fördern, auch wenn die dortigen Forschungszentren wie Garching bei München eine führende Rolle einnehmen würden. Das Augenmerk gelte auch dem Mittelstand, betonte Pschierer.
Coburg kann mit guten Voraussetzungen für die Modellregion punkten, wie Herdan deutlich machte: "Wir haben die Hochschule, wir haben das Institut für Sensor- und Aktortechnik, hier boomt auch die Wirtschaft und wir sind auf schnelle digitale Konzepte angewiesen."
Herdan versäumte es auch bei dieser Gelegenheit nicht, bei einem Mitglied der Staatsregierung für eine bessere ICE-Anbindung Coburgs und und für ein Raumordnungsverfahren für einen Schienenlückenschluss nach Südthüringen zu werben. Das falle zwar nicht in Pschierers Ressort, "aber hören Sie es sich trotzdem an".
Pschierer hörte nicht nur zu, sondern griff das Thema auf: Infrastrukturpolitik gehöre zur Wirtschaftspolitik. "Bei der Bahn muss man in längeren Zeiträumen denken", sagte er auf Herdans Klagen über die mangelnde Bereitschaft der Bahn, die Zahl der ICE-Halte umgehend zu erhöhen. Die Bahn hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass sie für zusätzliche ICE über Coburg noch gar keine Züge hätte und dass es fahrplantechnisch nicht möglich sei, weitere ICE über Coburg zu lenken.
Bei den weiteren Themen demonstrierte Pschierer große Einigkeit mit den Kammern: Ja, der berufliche sei auch ein Bildungsweg, der zum Erfolg führe, und die Staatsregierung werde das weiterhin unterstützen. Ja, der Verbrennungsmotor sei lange nicht tot, der Industriesektor Automotive für Bayern wichtig und für Oberfranken beziehungsweise Coburg ohnehin. Elektromobilität könne nicht auf einen Schlag alles ersetzen.
Was die Energiewende angehe, so stehe für ihn die Versorgungssicherheit im Vordergrund, betonte der Minister. Der Ausbau der erneuerbaren Energien könne nur erfolgen, wenn parallel auch die Netze ausgebaut würden. Bayern werde in neue Gaskraftwerke in Südbayern investieren, aber die großen Gleichstromleitungen von Norden nach Süden würden trotzdem gebraucht, sagte der Minister. Er forderte die anwesenden Kommunalpolitiker auf, für diesen "Infrastrukturausbau" Überzeugungsarbeit zu leisten. Im Gespräch sind derzeit zwei Korridore durchs Coburger Land, einer davon von Schalkau über Bad Rodach nach Grafenrheinfeld.
Hoffnung machte Pschierer auch darauf, dass Coburg ein eigenes Digitales Gründerzentrum erhalten könne. Das Gründerzentrum Coburg.Zukunft.Digital kooperiert mit dem Gründerzentrum Bamberg. Jeder Regierungsbezirk werde ein weiters solches Zentrum erhalten, kündigte Pschierer an. "Die Bewerbung ist schon fertig!", rief Herdan.
Die neue Wirtschaftsagentur Bayern, in der die Institutionen Invest in Bavaria, Bayern international und Invest Daheim zusammengeführt sind, werde eine Außenstelle in Hof erhalten, kündigte Pschierer an. Diese Außenstelle werde auch über einen eigenen Investitionsfonds verfügen.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren