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Coburg
Liebeserklärung

Coburg und Kroatien sind die Heimat von Ante Krolo

Seit Montag ist Kroatien Mitglied der Europäischen Union. Der in Coburg lebende Kroate Ante Krolo ist darüber sehr glücklich und davon überzeugt, dass sein Heimatland sich in dem Staatenbund behaupten wird.
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Ante Krolo ist glücklich in seinem Restaurant, in dem viele Fotos aus seiner Heimat hängen, unter anderem auch von Dubrovnik, das er besonders liebt und jedem Touristen empfiehlt. Foto: Helke Renner
Ante Krolo ist glücklich in seinem Restaurant, in dem viele Fotos aus seiner Heimat hängen, unter anderem auch von Dubrovnik, das er besonders liebt und jedem Touristen empfiehlt. Foto: Helke Renner
Ante Krolo liebt seine Heimat Kroatien und wäre er jetzt gern dort, um mit den anderen die neue Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) zu feiern. Aber er muss dableiben: das Geschäft. Der gebürtige Kroate ist froh, dass sein Land es geschafft hat, in die Vereinigung der europäischen Staaten aufgenommen zu werden, obwohl es in seiner Heimat auch viele Zweifler gibt. "Die sagen, dass es jetzt nicht besser, eher schlechter wird. Sie haben Angst vor den europäischen Standards, die zu erfüllen sind. Kroatien ist nicht reich, das wird schwierig", sagt Ante Krolo. Aber er ist zuversichtlich. "Das Land gehört in die EU, auch wenn die Schulden hoch sind und immer noch Korruption herrscht." Es sei dennoch vieles besser als früher in Jugoslawien.


Ein Stück Kroatien in Coburg

Im Alter von 16 Jahren war Ante Krolo nach Deutschland gekommen und 1982 nach Coburg - als erster Kroate. Er wollte ein besseres Leben, als es ihm in seiner Heimat möglich war. Mit viel Engagement und Arbeit hat er es geschafft. In seinem Restaurant "Kroatia-Grill" bringt er den Gästen ein Stück Kroatien nahe. Und jedes Jahr im Sommer zieht es ihn für drei bis vier Wochen selbst dorthin.

Ante Krolo wurde in der Nähe der Hafenstadt Split geboren. Dort lebt heute noch ein Bruder mit seiner Familie. Die Eltern sind im vergangenen Jahr gestorben. Was würde er von seinem Heimatland erzählen, wenn er dafür werben sollte? "Die Landschaft ist wunderschön. Wir haben immerhin 1100 Kilometer Küste und 1246 Inseln." Es werde ja auch immer wieder gesagt, dass Kroatien zu den vier schönsten Ländern der Welt gehört. Für Ante Krolo ist das keine Frage. Das unterschreibt er sofort.

Außerdem sei sein Heimatland eine ausgesprochen gebildete Nation und darüber hinaus eine sehr sportliche. "Vor allem im Handball, Fußball, Tennis und Wintersport haben die Kroaten international Erfolge." Ante Krolo hat früher selbst einmal Fußball gespielt. Heute komme er leider nicht mehr dazu.

Bestechung im Krankenhaus

Manchmal denke er schon darüber nach, wieder zurückzugehen, wenn er mal Rentner ist. Aber seine Lebensgefährtin, eine Coburgerin, wolle lieber hier bleiben. "Der Hauptgrund dafür ist das kroatische Gesundheitssystem, das nicht so gut ist wie in Deutschland." Denn dort herrsche, so wie im ganzen Land, die sogenannte Schalterkorruption. Was das bedeutet, hat Ante Krolo vor etwa zehn Jahren selbst erleben müssen.

Er hatte schon seine Urlaubsreise nach Kroatien geplant, da musste er sich noch einer Bruch-Operation unterziehen. "Ich bin also gleich, nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, losgefahren", erzählt er. Es mussten nur noch die Fäden aus seiner Narbe gezogen werden. Er dachte, das dürfte kein Problem werden. Weit gefehlt. "Die wollten das einfach nicht machen. Erst nach der Bezahlung haben sie mir die Fäden gezogen."

Land der Erfinder

Trotz allem sei er aber der Ansicht, dass die Kroaten ein fleißiges Volk sind und das mit der EU packen werden. Nicht ohne Stolz verweist Ante Krolo darauf, dass der Erfinder der Krawatte ein Kroate war, dass die Hunderasse Dalmatiner ein Exportschlager ist und dass der Kroate Ivan Vucetic den kriminalistischen Fingerabdruck entdeckt hat.

"Ich würde in Zukunft auf die Landwirtschaft setzen", sagt Ante Krolo. Immerhin wird die Hälfte der Flächen in Kroatien landwirtschaftlich genutzt. Mit Industrie könne das neue EU-Mitglied weniger punkten.
Auch wenn der Kroate in Coburg keine weiteren Landsleute kennt, fühlt er sich in der Stadt sehr wohl - sagt er. Seit zehn Jahren empfängt er auch das kroatische Fernsehprogramm. "Ich kann es aber nur schauen, wenn ich Ruhetag habe", bedauert Ante Krolo und schaut ein wenig wehmütig auf das große Foto von Dubrovnik - eine Stadt, die er sehr liebt.

Einige Informationen des Auswärtigen Amtes zu den Einreisebestimmungen

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass:
Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass:
Ja

Visum

Für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen pro Halbjahr besteht keine Visumspflicht. Bestimmte Tätigkeiten unterliegen ebenfalls nicht der Visumspflicht, wenn sie max. zwischen 30 und 90 Tagen pro Jahr ausgeübt werden und arbeitserlaubnisfrei sind.

Wird ein längerfristiger Aufenthalt (über 3 Monate) angestrebt, muss - außer in den Fällen von Familienzusammenführung mit einem kroatischen Staatsangehörigen und Arbeitsaufnahme - vor der Einreise bei der zuständigen kroatischen Auslandsvertretung ein Einreisevisum beantragt werden.

Zollvorschriften

Im Reiseverkehr gibt es für Waren, die für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind, Obergrenzen, innerhalb derer keine Zollabgaben fällig werden und die am Zoll nicht angemeldet werden müssen. Die genauen Mengen können bei dem kroatischen Zoll (im Internet unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.carina.hr zu finden) abgerufen werden. Bargeld und Schecks können unbegrenzt ein- und ausgeführt werden, müssen aber ab einem Betrag von 10.000 Euro (oder Gegenwert) angemeldet werden.

Der Wert der einzuführenden Waren darf pro Person 1000 Kuna (ca. 120 Euro) nicht überschreiten.

Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin einen Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B und Tollwut.

Behandlungskosten

Akute ärztliche Behandlung und Krankenhausbehandlung ist unter Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung möglich. U.U. müssen Zuzahlungen zu bestimmten Untersuchungen, Behandlungen und Medikamenten geleistet werden. In Einzelfällen wird eine umgehende Bezahlung der Behandlungskosten verlangt; in solchen Fällen empfiehlt es sich eine detaillierte Rechnung ausstellen zu lassen.

Kosten für die Rückführung werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen; der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung wird daher angeraten. Neben niedergelassenen Ärzten existieren vielerorts Gesundheitszentren ("Dom Zdravlja"). Bei den meisten Polikliniken handelt es sich um private Einrichtungen. Die Botschaft kann bei Bedarf eine bei ihr geführte Liste deutschsprachiger Ärzte zur Verfügung stellen.

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