Coburg
SPD-Nominierung

"Coburg soll rot bleiben!"

Fast alle SPD-Fraktionsmitglieder treten wieder an, mindestens acht Kandidaten sind unter 30, und auf den hinteren Plätzen finden sich bekannte Namen.
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Thomas Nowak erhielt das meiste Lob bei der Nominierungsversammlung: Stadtverbandsvorsitzender Stefan Sauerteig bezeugte großen Respekt "vor deiner Bereitschaft zur Mitarbeit in deiner Coburger SPD". Nowak hatte sich erfolglos um die OB-Kandidatur bemüht. Foto: Simone Bastian
Thomas Nowak erhielt das meiste Lob bei der Nominierungsversammlung: Stadtverbandsvorsitzender Stefan Sauerteig bezeugte großen Respekt "vor deiner Bereitschaft zur Mitarbeit in deiner Coburger SPD". Nowak hatte sich erfolglos um die OB-Kandidatur bemüht. Foto: Simone Bastian

Die Coburger SPD will die Stadt weiterhin prägen: "Coburg soll rot bleiben" fiel mehrfach so oder mit ähnlichen Worten am späten Samstagnachmittag im Gemeindesaal von Heiligkreuz, wo die SPD ihre Stadtratsliste aufstellte.

Wer die Stadt prägen will, muss die Mehrheit haben oder zumindest Teil der Mehrheit sein. Oberbürgermeister Norbert Tessmer war der erste, der darauf hinwies, dass es allein wegen der großen Zahl an Gruppierungen und Parteien, die antreten, unmöglich sein dürfte, die absolute Mehrheit zu stellen. Die hatte die SPD im Stadtrat von 1972 bis 1978; ihre Stadtratsliste hatte sie damals im Gustav-Dietrich-Haus aufgestellt.

Den Oberbürgermeister stellt die SPD nun seit 1990 ununterbrochen. 24 Jahre amtierte Norbert Kastner, der bei der Konferenz ebenfalls zu Gast war. Sein Nachfolger wurde vor sechs Jahren Norbert Tessmer, der aber nicht mehr für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert.

Mit Geschlossenheit könne es gelingen, "der Mehrheit zumindest nahe zu kommen", sagte Tessmer. Er habe in seiner Zeit als Stadtrat (immerhin seit 1984) einige Generationenwechsel bei der SPD mitvollzogen oder eingeleitet, sagte er. Danach sieht es jetzt wieder aus, wie Landtagsabgeordneter Michael Busch anmerkte: "Es ist eine Liste, wo die Jungen vornedran stehen und wir Alten hinten", sagte Busch. Und: "Es ist eine mutige Liste."

Mindestens acht der 40 Kandidaten sind unter 30 - nicht alle mussten sich vorstellen, nicht alle sagten dabei ihr Alter. Ramona Brehm auf Listenplatz 2 führt die Reihe der U-30-Jährigen an. Die jüngste ist Lara Nowak mit 18 Jahren (Listenplatz 22), der jüngste Max Kastner mit 24 (Platz 27).

Bis auf Monika Ufken treten alle derzeitigen Stadtratsmitglieder der SPD wieder an, wenn auch nicht alle auf vorderen Plätzen. Wobei die Platzierung auf der Liste nicht vorwegnimmt, ob es jemand in den Stadtrat schafft, wie Spitzenkandidat Dominik Sauerteig betonte. Er muss es wissen: Er trat 2014 auf Listenplatz 5 an und stand nach der Wahl, gemessen am persönlichen Stimmenergebnis, auf Position 13 der Liste. Sauerteig selbst verwies auf Martin Lücke, der 2014 von Listenplatz 23 nach vorne gewählt wurde auf Platz 10.

Thomas Nowak, Dritter Bürgermeister und Sauerteigs Rivale um die Oberbürgermeisterkandidatur, steht auf Platz 3. Dass er weitermachen will, trug ihm mehrfach Lob und starken Beifall ein. Sowohl Stefan Sauerteig als Stadtverbandsvorsitzender als auch Dominik Sauerteig würdigten Nowaks Solidarität mit der Partei. Auch Dominik Sauerteig bat um Geschlossenheit, um "die Erfolgsgeschichte Coburgs weiterzuschreiben."

Sozialdemokratisch geprägt

Mit seinem kämpferisch vorgetragenen Grußwort hatte Tessmer die Stimmung angeheizt und die Richtung vorgegeben: Dass Coburg weiterhin sozialdemokratisch geprägt werden solle, kam in nahezu jeder der kurzen Vorstellungsreden vor. Das sei ihre Motivation, zu kandidieren, sagten zum Beispiel Tina Stadelmann, Maximilian Rühl und Michael Busch. Auch er musste sich vorstellen, was bei Listenplatz 40 und seinem Bekanntheitsgrad eher als Scherz gemeint war, ebenso wie bei Norbert Tessmer.

Carl-Christian Dressel, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Versammlungsleiter, erinnerte an die Volksabstimmung am 30. November 1919. Die Coburger sollten entscheiden, ob sich das Land Coburg Thüringen anschließen solle und waren zu 88 Prozent dagegen. "Das war das Werk eines Sozialdemokraten", sagte Dressel. Franz Klingler hatte nicht nur für den Anschluss an Bayern geworben, sondern auch den entsprechenden Staatsvertrag maßgeblich ausgehandelt.

Die Stadtratskandidaten der SPD Coburg

1. Dominik Sauerteig, 2. Ramona Brehm, 3. Thomas Nowak, 4. Petra Schneider, 5. Stefan Sauerteig, 6. Bettina Lesch-Lasaridis, 7. Can Sadik Aydin, 8. Franziska Bartl, 9. Bastian Braunersreuther, 10. Gabriele Morper-Marr, 11. Andreas Gehring, 12. Jasmin Müller-Alefeld, 13. Toni Münster, 14. Sabine Kastner, 15. Dominik Rädlein, 16. Tanja Stadlmeyer, 17. Dr. Maximilian Rühl, 18. Christina Thonhauser, 19. Martin Lücke, 20. Karin Hinterleitner, 21. Özkan Ünsac, 22. Lara Nowak, 23. Stefan Leistner, 24. Carmen Schmucker-Brabec, 25. Oliver Pieschel, 26. Saskia Gareis, 27. Max Kastner, 28. Johanna Thomack, 29. Denis Wester, 30. Dr. Friederike Beck-Meinke, 31. Wolfram Krause, 32. Birgit Jäckel-Beck, 33. Peter Ehrl, 34. Lukas Gehring, 35. Dr. Karlheinz Lindner, 36. Matthias Neuf, 37. Thomas Rausch, 38. Horst Schunk, 39. Norbert Tessmer, 40. Michael Busch.

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