Coburg
Kontrolle

Coburg: Kaputte Bremsen, abgefahrene Reifen, 45 Stunden am Steuer - Polizei stoppt gefährliche Lkw

Am Donnerstag stoppt die Polizei einen hoch gefährlichen Lkw bei Coburg. Einen Tag später wird ein zweiter Lkw derselben Spedition aus dem Verkehr gezogen.
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Am Donnerstag stoppt die Polizei einen hoch gefährlichen Lkw bei Coburg. Einen Tag später wird ein zweiter Lkw der selben Spedition aus dem Verkehr gezogen. Symbolfoto: Michael Gründel
Am Donnerstag stoppt die Polizei einen hoch gefährlichen Lkw bei Coburg. Einen Tag später wird ein zweiter Lkw der selben Spedition aus dem Verkehr gezogen. Symbolfoto: Michael Gründel
Der Lkw war kaum noch fahrtüchtig, der Fahrer überschritt sämtliche Fahrzeitbegrenzungen und die Spedition darf eigentlich gar nicht mehr liefern - bei einer Kontrolle am Donnerstag zogen Polizisten auf der B303 bei Coburg einen Lkw aus dem Verkehr. Die Mängelliste machte selbst die Beamten fassungslos . Nur einen Tag später wird ein weiterer Lkw der Spedition kontrolliert: Auch hier haben die Beamten einiges zu bemängeln.

Wie die Polizei mitteilt, fiel den Beamten bei der Kontrolle zunächst auf, dass der 58 Jahre alte serbische Fahrer seine Fahrerkarte nicht in das dafür vorgesehene digitale Kontrollgerät steckte. Bei der Auswertung der Fahrzeugeinheit wurde festgestellt, dass der Fahrer zu diesem Zeitpunkt bereits eine Tageslenkzeit von 16 Stunden aufwies.

Bei einer genauen Auswertung der Lenk- und Ruhezeiten des letzten Monats konnten Tageslenkzeiten von bis zu 45 Stunden festgestellt werden. Auch etliche tausend Kilometer ohne gesteckte Fahrerkarte legte der Fahrer zurück. Einen Nachweis über die Berufsfahrerqualifikation konnte ebenfalls nicht erbracht werden. Eine Lizenz für den gewerblichen Güterverkehr konnte der Kraftfahrer trotz intensiver Suche nicht vorzeigen, was daran lag, dass der Firma des Fahrers diese bereits im August 2017 entzogen wurde.


Lkw nicht fahrtauglich


Bei der Begutachtung des Fahrzeugzustandes konnten zudem erhebliche technische und sicherheitsrelevante Mängel festgestellt werden, weshalb das Fahrzeug zur genaueren Überprüfung in eine Fachwerkstatt begleitet wurde. Die Werkstatt stellte dann unter anderem gerissene Bremsscheiben, abgenutzte Bremsklötze und abgefahrene Reifen fest.

Bei Recherchen wurde zudem festgestellt, dass die Zulassung des Sattelzuges gesperrt wurde, so dass die Kennzeichen, Fahrzeugdokumente und Fahrzeugschlüssel sichergestellt wurden. Dem Serben wurde die Weiterfahrt untersagt. Ihn erwartet nun ein Bußgeld von knapp 15.000 Euro.


Weiterer Lkw von Spedition auffällig


Am Morgen des 16.02.2018 wurde ein zweites Fahrzeug dieser Firma durch die Verkehrsspezialisten kontrolliert. Diesmal saß ein 54 Jahre alter Serbe am Steuer. Auch hier fehlte die Genehmigung für den gewerblichen Güterkraftverkehr. Bei der Auswertung der Fahrzeugeinheit wurden bei diesem Sattelzug Fahrten ohne gesteckte Fahrerkarte von insgesamt 7753 km festgestellt.

Bei der Kontrolle konnte der Fahrer lediglich seinen serbischen Reisepass vorzeigen. Der Grund hierfür wurde schnell gefunden. Am Vortag wurde er durch das Verkehrskommissariat Salzburg kontrolliert. Da er hier eine Sicherheitsleistung in Höhe von 4000 Euro nicht zahlen konnte, wurden sein Führerschein und der Nachweis über die Berufsfahrerqualifikation bis zur Erbringung der Sicherheitsleistung sichergestellt.
Ohne die Sicherheitsleistung zu zahlen fuhr er weiter. Seine Papiere blieben somit in Österreich.
Weitere umfangreiche Ermittlungen in diesem Zusammenhang werden die Polizeibeamten noch eine Weile beschäftigen.
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