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Coburg
Notfall

Coburg: Frau beschwert sich über Klinik-Aufenthalt

Ein im Wortsinn böses Erwachen hat eine Frau erlebt, die über die Notaufnahme ins Klinikum kam. Nicht nur dass sie in einem Männerzimmer lag, auch die Sauberkeit ließ zu wünschen übrig.
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Wer ins Klinikum kommt, erwartet eine fachgerechte Behandlung, aber auch Respekt. Foto: dpa/Peter Endig
Wer ins Klinikum kommt, erwartet eine fachgerechte Behandlung, aber auch Respekt. Foto: dpa/Peter Endig
Gabriele Haberlandt verzieht jetzt noch frustriert das Gesicht, wenn sie sich an den Sonntagmorgen erinnert, an dem sie im Klinikum aufgewacht ist und in den Nachbarbetten drei alte Männer lagen. Nun hat sie nichts gegen Männer, aber im Krankenhaus, in einer doch recht intimen Atmosphäre, nur mit einem leichten Hemd bekleidet, möchte sie nicht auf engstem Raum mit ihnen liegen. Außerdem: Die sanitären Anlagen müssen auch gemeinsam genutzt werden. Und da erlebte die Patientin den nächsten Schock. "Die Toilette war derart verschmutzt, dass ich sofort wieder rausgegangen bin", erzählt Gabriele Haberlandt. Als sie sich bei einer Krankenschwester beschwerte, erhielt sie zur Antwort, dass am Sonntag nicht geputzt werde.

Und wie ist die Patientin in das Männer-Zimmer gekommen? "Ich war am Samstag bei einer goldenen Hochzeit eingeladen, als es mir plötzlich sehr schlecht ging", erläutert sie.
Das habe nicht etwa am Essen oder gar am Alkohol gelegen - Gabriele Haberlandt leidet seit über 20 Jahren an einer Krankheit, die es notwendig macht, dass sie sich regelmäßig in ärztliche Obhut begibt. An besagtem Samstag sei es so schlimm geworden, dass ihr Lebensgefährte sie in die Notaufnahme des Klinikums bringen musste. Dort wachte sie dann im Zimmer mit den drei Männern auf.

"Angeblich gab es nur dort einen freien Monitor, der für die Überwachung meines Zustands notwendig war", erzählt Gabriele Haberlandt. Trotzdem hatte sie Erfolg mit ihrer Beschwerde. Noch am Sonntag wurde sie in ein anderes Zimmer zu einer Frau verlegt. "Als ich aber aus dem Männerzimmer herausgekommen bin, haben sie schon wieder eine Frau hineingeschoben."

Am Montag sei dann jemand vom Qualitätsmanagement zu ihr gekommen und habe sich alles notiert. Diese Gelegenheit hat die Patientin auch gleich genutzt, um sich darüber zu beklagen, dass die behandelnden Ärzte sich bei ihr nicht vorgestellt hätten. Denn sie seien alles andere als freundlich, eher kurz angebunden, gewesen. Und auch das hält Gabriele Haberlandt nicht gerade für angebracht, wenn ein Patient über die Notaufnahme ins Klinikum kommt und sowieso schon gestresst ist.

Schnelles Handeln war nötig

Clemens Flock, der stellvertretende Geschäftsführer des Klinikums, nimmt die Beschwerde der Patientin sehr ernst. Dennoch: "Als Frau Haberlandt zu uns kam, musste sehr schnell reagiert werden - in ihrem Interesse. Es musste rasch ein Monitorplatz gefunden werden. Dabei ist es sicher auch etwas hektisch zugegangen." In einer solchen Situation werde das Verhalten der Ärzte oft missverständlich als unfreundlich wahrgenommen.

Dass die Patientin in einen Raum mit drei Männer gebracht worden sei, habe tatsächlich damit zu tun, dass es nur noch in diesem einen entsprechenden Monitor gab. "Die Frau musste dringend überwacht werden, deshalb hat sich das Personal für diese Lösung entschieden", erläutert Clemens Flock. Um die Intimsphäre der Patientin zu wahren, seien aber die Vorhänge zu den anderen Betten hin zugezogen worden.

Reinigungspersonal auf Abruf

Für die mangelhafte Sauberkeit in der Toilette hat der stellvertretende Geschäftsführer indes kein Verständnis. Zwar sei das Reinigungspersonal bei der Service-GmbH angestellt, aber auch am Sonntag stehe immer mindestens eine Person auf Abruf zur Verfügung. "Hygiene ist im Krankenhaus wichtig. Vor allem in der Notaufnahme muss immer wieder etwas gereinigt werden." Das Personal könne innerhalb von zehn Minuten vor Ort sein. "Auf den Stationen sind Rufnummern hinterlegt, unter denen jemand angefordert werden kann." An dem betreffenden Wochenende seien aber Schwesternschülerinnen auf den Stationen beschäftigt gewesen, die davon unter Umständen nichts gewusst haben. "Daraus werden wir lernen und auch die Schülerinnen informieren", sagt Clemens Flock.

Dass sich Ärzte den Patienten nicht namentlich vorstellen, sei am Klinikum nicht üblich und inakzeptabel. "Aber auch daraus ziehen wir unsere Schlüsse." Im Übrigen gebe es am Haus sogenannte Einführungstage für neu hinzugekommene Ärzte. Einen Monat lang geht es dabei um die medizinische Vorbereitung, aber auch um Standards am Klinikum. "Dazu gehört auch, dass ein Arzt sich den Patienten so vorstellt, dass die auch den Namen verstehen."

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