Coburg
Ausstellung

Coburg: Die Seelenräume des Macbeth

Parallel zur "Macbeth"-Produktion am Landestheater haben sich Innenarchitektur-Studenten der Hochschule Coburg mit Shakespeares Drama befasst.
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Mit auf der Spitze stehenden Zylindern veranschaulichen Victoria Hofbauer und Renate Wolf die nicht mehr tragende, hierarchische Struktur. Carolin Herrmann
Mit auf der Spitze stehenden Zylindern veranschaulichen Victoria Hofbauer und Renate Wolf die nicht mehr tragende, hierarchische Struktur. Carolin Herrmann
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Dichte Nebelschwaden greifen um die rohen, übermächtig wirkenden Burgmauern. Sie ziehen Macbeth und sein Land ins Grauen. In solchem Bühnenland von Ausstatterin Gabriele Wasmuth ist jetzt Shakespeares großes Drama um Aufstieg und Untergang eines Tyrannen am Landestheater Coburg zu erleben, in der intensiven Inszenierung von Schauspielchef Matthias Straub.
Inspirieren von dem Grundthema menschlichen Daseins, der Frage nach Macht, Gier und Wahn, ließen sich parallel zu der Produktion auch Innenarchitektur-Studenten der Hochschule Coburg. Die pflegt seit Jahren eine enge Kooperation mit dem Landestheater, zum gegenseitigen Nutzen: Von der Hochschule kommen weitere Impulse. Das Landestheater wiederum bietet den Studenten konkrete Anwendungsmöglichkeiten.


Gedanken-Räume schaffen

Unter Leitung von Professor Michael Heinrich, selbst Diplom-Bühnen- und Kostümbildner, galt im vergangenen Wintersemester das Seminar "Szenische Konzeption/Bühnenbild" Shakespeares wuchtigem Drama "Macbeth". Das Ergebnis ist jetzt im linken Wandelgang des Landestheaters zu sehen, eine kleine Ausstellung, die auf anschaulich gestalteten Prospekten die Entwürfe präsentiert.
Die Studierenden haben eigene und eigenwillige Varianten gefunden, um der mörderischen Entwicklung Macbeths Raum zu geben. Die Entwürfe fokussieren auf zentrale Aspekte vor allem des Seelen-Dramas, den psychischen Absturz des Tyrannen oder Macbeths Entwicklung von einer gewissenhaften, treu en Person zum skrupellosen Tyrannen. Sie versuchen, Macht als Verengung des Daseins zu versinnbildlichen oder die Verirrung der Seele zwischen Sein und Schein zu verdeutlichen. Thematisiert wird aber auch die Entwicklung jenseits von Moral und Gesetz. -
Ein Blick in diese kleine Ausstellung lohnt.


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