Coburg
Versteigerung

Coburg: Die Heimat der schönsten Lärche

Mit 580 Euro pro Festmeter erzielte ein Baum aus dem Forstbetrieb Coburg den besten Preis bei einer Versteigerung der Staatsforsten. Albert Schrenker und Norbert Seitz erklären, warum das für sie keine Überraschung ist.
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Forstbetriebsleiter Albert Schrenker (links) und Nobert Seitz müssen nicht lange suchen, bis sie ihre schönen Lärchen im Forstrevier Mönchröden finden: Im Outdoor-Tablet sind die Positionsdaten gespeichert. Im Hintergrund wächst derweil schon der Lärchen-Nachwuchs. Foto: Berthold Köhler
Forstbetriebsleiter Albert Schrenker (links) und Nobert Seitz müssen nicht lange suchen, bis sie ihre schönen Lärchen im Forstrevier Mönchröden finden: Im Outdoor-Tablet sind die Positionsdaten gespeichert. Im Hintergrund wächst derweil schon der Lärchen-Nachwuchs. Foto: Berthold Köhler
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Mit einem zufriedenen Grinsen schauen Forstwirtschaftsmeister Norbert Seitz und Betriebsleiter Albert Schrenker auf die Ergebnisse der diesjährigen Nadelwertholz-Submission der bayerischen Staatsforsten. Bei der Veranstaltung in Himmelkron hat der Forstbetrieb Coburg der Bayerischen Staatsforsten schließlich die "Braut" der Versteigerung, also den Baum mit dem besten Verkaufspreis, gestellt. 580 Euro pro Festmeter war einem Bieter eine Lärche aus dem Forstrevier Mönchröden wert. "Schöne Bäume gehen immer weg wie warme Semmeln", sagt Schrenker zu diesem Preis.

Traditionell kommen die besten bayerischen Lärchen aus dem Spessart, weil es dort viele luftige Standorte auf Buntsandstein gibt - da fühlt sich dieser Nadelbaum einfach am wohlsten. Aber auch das Coburger Land hat solche Gebiete, ganz besonders im Forstrevier Mönchröden, für das Horst Remler zuständig ist.
Und eben dort wuchs die über einen halben Meter dicke Lärche, die jetzt zum Top-Preis aus der Versteigerung ging. Wie Albert Schrenker berichtet, sind Lärchen derzeit sowieso sehr beliebt, weil der Trend zum Holz beim Hausbau unvermittelt anhält.

Es sind aber nicht nur Schreiner und Baufirmen - aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden übrigens - die zum alljährlichen Versteigerungstermin nach Himmelkron kommen. Bestpreise zahlen seit ein paar Jahren zum Beispiel Versuchsanstalten. Weil weltweit nachwachsende Baustoffe, sogar für Hochhäuser, immer wichtiger werden, erforschen Versuchsanstalten deren Belastungsgrenzen. Dafür braucht es dann möglichst astfrei gewachsene Bäume, weil deren Holz die höchsten Belastungen aushalten kann. "Dafür gibt es dann Höchstpreise", sagt Norbert Seitz, der für den Forstbetrieb Coburg der bayerischen Staatsforsten stets die Teilnahme an der Nadelholzversteigerung organisiert.

Für Albert Schrenker ist die jährliche Versteigerung der "Rosinenverkauf". 113 Festmeter Holz aus Coburger Landen lagen in diesem Jahr in Himmelkron zur Versteigerung aus - "ein sehr guter Wert", sagt Seitz. Für den Forstwirtschaftsmeister ist es immer ein ganz schöner Aufwand, aus allen zwölf Revieren des Coburger Forstbetriebes die schönsten Bäume zusammenzusuchen und zur Versteigerung in den Landkreis Bayreuth transportieren zu lassen. Aber ihm und seinem Chef sind es die Anstrengungen wert.

Suchen muss man immer

"Diese Veranstaltung ist immer eine gute Werbung für das Holz", sagt Schrenker. Und Holz ist es halt, was bei den Forstbetrieben produziert wird. Seitz kann sich bei seiner Arbeit auf die Mithilfe der Revierleiter verlassen. Die wissen schon, wo die schön gewachsenen alten (bei Lärchen bis zu 200 Jahre alten) Bäume stehen. Und sie bekommen von Albert Schrenker auch oft genug gesagt: "Wertholz-Suche ist eine Daueraufgabe für einen Revierleiter!"

Dennoch: Ein bisschen Nervenkitzel ist die Wertholz-Versteigerung für die Mannschaft des Coburger Forstbetriebes auf jeden Fall. Das fängt damit an, dass der Himmelkroner Termin in der Vorweihnachtszeit aus forstwirtschaftlicher Sicht nicht ideal ist. Im Spätherbst/Frühwinter stehen die Bäume fast noch zu gut im Saft, um gefällt zu werden. "Im Februar würden wir uns leichter tun", erklärt Seitz. Auch, weil die Logistik beim Fällen und Abtransportieren eines Baumes bei gefrorenem Boden viel einfacher und verträglicher für den Wald ist. Aber irgendwie hat es sich halt so eingebürgert, dass die Versteigerung im Dezember stattfindet.

Große Preissteigerungen wie etwa beim Brennholz hat es in den vergangenen Jahren beim Wertholz nicht gegeben. Das liegt aber nicht etwa daran, dass Wertholz nicht mehr so gefragt ist, erklärt Albert Schrenker: "Für Wertholz gab es schon immer einen guten Preis. Das war auch so, als das Brennholz noch billiger war." Die Käufer erlesener Hölzer kommen aus den verschiedensten Sparten. Viele Schreiner sind darunter, die schöne Bodenbeläge oder Furniere herstellen. Aber auch Geigenbauer, die seit Jahrhunderten auf Fichtenholz aus dem Frankenwald setzen - zuletzt allerdings auch schon Bäume aus dem Coburger Forstbetrieb gekauft haben, weil es hier viele gleichmäßig gewachsene Exemplare gegeben hat.

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