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Coburg
Auftritt

Coburg-Debüt eines jungen Dichters und Musikers

Der Gitarrist und Lyriker Christian Rosenau stellt sich bei "Literatur in den Häusern unserer Stadt vor.
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Luise Hecht und Christian RosenauFotos: Jochen Berger
Luise Hecht und Christian RosenauFotos: Jochen Berger
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Dichter oder Musiker? Christian Rosenau wählt lieber die Variante Dichter und Musiker. In eine gängige Schublade will er so gar nicht passen - der in Weimar geborene Lyriker und Gitarrist, der seit gut einem Jahr in Coburg lebt und wirkt. Als musizierender Dichter, als eigene Texte lesender Musiker freilich ist Rosenau bislang in der Vestestadt noch nicht hervorgetreten.


Die Reihe "Literatur in den Häusern unserer Stadt" beschert Coburg nun das Debüt eines vielseitigen jungen Künstlers. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der im Chor des Landestheaters engagierten Sopranistin Luise Hecht, sowie mit dem Schauspieler Niklaus Scheibli bietet Christian Rosenau ein vielschichtiges literarisch-musikalisches Programm.

Von John Dowland bis Jazz

Als Beitrag zum Literaturfestival "Coburg liest" bietet der Abend
interessante Begegnungen. John Dowland trifft auf Christian Morgenstern, Ingeborg Bachmann trifft auf Christian Rosenau. Mit Worten musizieren - so lässt sich Rosenaus Lyrik beschreiben. Seine Verse gehen oft von genau beobachteten alltäglichen Beobachtungen und Erlebnissen aus, die dann poetisch verwandelt werden.

Rosenaus Gedichte verraten feines Gespür für Rhythmus und Melodie der Sprache, doch dem scheinbar naheliegenden Unterfangen, als musizierender Dichter doch ganz einfach auch die eigenen Verse zu vertonen, verweigert er sich beharrlich. Denn als Liedermacher möchte Rosenau ganz und gar nicht abgestempelt werden.
Vielmehr erprobt er sich erfolgreich als Rezitator in eigener Sache und stellt sich dann als einfühlsamer Gitarrist in den Dienst von John Dowland, Benjamin Britten, Heitor Villa-Lobos und Manuel de Falla. Mit schlanker, sicher geführter Stimme und prägnanter Artikulation übernimmt Luise Hecht den Vokalpart, bewährt sich aber auch als einfühlsame Rezitatorin.

Musik und Sprache haben Christian Rosenau von Kindesbeinen an gleichermaßen fasziniert. "Schon als ich die ersten Griffe auf der Gitarre konnte, habe ich eigene Texte dazu gemacht", erinnert sich Rosenau.
Lesend erweckt Niklaus Scheibli Gedichte von Herta Müller und Ernst Jandl, von Wolfgang Hilbig und Peter Rühmkorf intensiv zum Leben.

Als Gitarrist beweist Christian Rosenau sein Geschick in der Kunst, stilistisch jederzeit einfühlsam zu musizieren. Das beginnt mit Lautenliedern von John Dowland und reicht bis hin zu Jazzklängen des Duos "Tuck & Patti" ganz am Ende. Der Lohn: ausdauernder Beifall für das Coburg-Debüt eines Musikers und Poeten, das neugierig macht auf weitere Auftritte.



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