Coburg
Konzert

Coburg: Arien in Zauber und Wahnsinn

Zauberei-Geschichten: "Verzaubert! Verliebt! Verflucht!". Um die ging es bei einem gar nicht so kleinen Konzert in der Reithalle.
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Die Sopranistin Joanna Stark, Megumi Ikeda und Marco A. Cruz Otero, bei ihrem Konzert in der Reithalle. Carolin Herrmann
Die Sopranistin Joanna Stark, Megumi Ikeda und Marco A. Cruz Otero, bei ihrem Konzert in der Reithalle. Carolin Herrmann
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Dort präsentieren sich immer wieder Künstler des Landestheaters außer der Reihe, bringen inhaltlich Überraschendes oder überraschen mit ihren Fähigkeiten.

Diesmal war es die Chorsängerin Joanna Stark, die ein gesanglich anspruchsvolles Programm aus Sopranarien bot, in der zweiten Hälfte dann ins 20. Jahrhundert greifend: So unter anderem die glänzende Arie der Morgana aus Händels "Alcina", eine Wahnsinnsarie aus Rame aus "Platée", Offenbachs mechanische Puppe Olympia zwischen maschinenhaftem Wesen und (vorgetäuschter) verführerischer Erotik, Rimski-Korsakows anrührende Schwanenprinzessin und Tschaikowskys suchende blinde Jolanthe.

Große Kraft

In diesem ihrem eigenen Rahmen entfaltete Joanna Stark ihre beachtliche stimmliche Bandbreite, beeindruckte mit großer Kraft in den Höhen und Koloraturen-Wendigkeit, bewies auch schmelzende Belcando-Kunst. Nach der Pause machte sich dann von Douglas Moores "Willow Song" bis Samuel Barber allerdings auch der große Kraftaufwand für das bereits Geleistete bemerkbar. Wie viele (dramatische) Sopranarien hintereinander, plus anspruchsvollen Violinsolos, kann man mit Genuss hören? Kurz gesagt: Das war ein schönes Konzert, das programmatisch etwas ausuferte.

Zur Seite hatte Joanna Stark Coburgs koordinierte 1. Konzertmeisterin im Philharmonischen Orchester, Megumi Ikeda, die wieder einmal ihre technische Perfektion, aber eben auch ihre in den zartesten Tönen wie ihn den furiosen Ausbrüchen fesselnde Imaginationskraft zu voller Wirkung brachte.

Ikeda war nicht nur einfühlsame Duo-Partnerin, sondern auch faszinierende Violinsolistin, so mit Tschaikowskys Melodie op. 42., in der zweiten Konzerthälfte gar mit einem ekstatisch und tonal herausfordernden Stück von Karol Szymanowski (1882 - 1937), aus seinen Mythen von 1915.

An Cembalo und Klavier sorgte Marco A. Cruz Otero, Repetitor und Dirigent am Landestheater, zusätzlich zu seiner mitfühlenden - und bei Ikeda mithaltenden - Begleitung, auch für wohltuende Beruhigung, etwa mit einem Nocturne von Chopin. Mit einem Tanz von Alberto Ginstera demonstrierte jedoch auch er, zu welcher Durchschlagskraft er fähig ist. Inhaltliche Orientierung bot Karzyna Bogucka als Moderatorin.

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