Coburg
Tourismus

Citymanager wechselt nach Mainz

Coburg verliert einen kreativen und klugen Kopf in Bereich Tourismus: Der Citymanager Jörg Hormann wechselt nach Mainz. Doch Coburg bleibt er treu.
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Coburgs Citymanager Jörg Hormann wechselt nach Mainz - der Liebe wegen.Christoph Winter
Coburgs Citymanager Jörg Hormann wechselt nach Mainz - der Liebe wegen.Christoph Winter
Wo die Liebe hinführt... Für Jörg Hormann heißt das zunächst: weg von Coburg. Und das, obwohl der Citymanager seine Lebensgefährtin hier kennengelernt hat. Zum 1. Januar wechselt er in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz, wo er als Stadtmarketing-Manager Zukunftsprojekte entwickeln und mehr Besucher in die Stadt locken will.
Der Vestestadt wird er fehlen, der Mann mit den klugen Ideen und der Netzwerker, der Einzelhändler, Verwaltung und Wirtschaftsförderung immer wieder an einen Tisch geholt hat.
"Eine solche Chance bekommt nicht ein zweites Mal. Aber: Natürlich gehe ich auch mit einem weinenden Auge, denn in den letzten Jahren haben wir gerade in Bezug auf den innerstädtischen Einzelhandel viel bewegt. Mit unserer Initiative "GoCoburg" konnten wir viele, vor allem inhabergeführte Geschäfte für das Thema der Digitalisierung im Einzelhandel sensibilisieren. Erst Anfang dieser Woche haben wir die Stipendien im Rahmen des Projekts "CO:Handel(n)" vergeben und werden 10 Einzelhändler im Online-Bereich schulen. Da nehmen wir in Coburg eine Vorreiterrolle in der gesamten Republik ein."


Er gehe nicht im Bösen, versichert er, es war die Gunst der Stunde, die er nutzen musste, nachdem ihm die Stellenausschreibung buchstäblich vor die Füße fiel, just in dem Moment als klar war, dass seine Freundin künftig in Frankfurt weiter studieren werde.
Und dass er Coburg dadurch auch ein Stück weiter erhalten bleibe, sei sowieso klar. "Wer einmal hier war, kommt immer wieder gern", sagt er. Die Arbeit habe ihm großen Spaß gemacht. Die Entwicklung im Steinweg sieht er durchaus positiv. Mit den Eigentümern, Bewohnern und Betreibern seien die richtigen Akteure am Werk. In zehn Jahren sehe er den Steinweg ähnlich entwickelt wie die Ketschenvorstadt mit vielen sanierten Häusern, als eine Vorstadt, die ihre Chancen nutzen kann. Potenzial sieht er in den vielen jungen Menschen, den Kreativen und den Gastronomen.
Seinem Nachfolger wünscht er ein gutes Händchen. Es gebe noch einiges zu tun. Eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand von Zentrum Coburg findet Hormann wichtig.

Stichwort Markthalle. Der Citymanager, der nicht in die Entwicklung der Markthalle eingebunden war, weiß um die Kritikpunkte. Vor allem, dass sich die Coburger das alles anders vorgestellt haben. Er versteht das, bleibt jedoch - Gentleman like - zuversichtlich. "Jetzt muss man die Chance nutzen und ergreifen. Die Angebote müssen ausgebaut, das Marketing forciert und Aktionen im Inneren durchgeführt werden", sagt er voller Elan. Ein Problem sieht er darin, dass der Betreiber nicht vor Ort reagieren kann, sondern weit weg sei. Deshalb findet er die Konstellation mit dem Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung in einem Boot als erfolgversprechend an.
Coburgs 2. Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber, in deren Referat das Citymanagement angesiedelt ist, bedauert den Weggang Hormanns sehr: "Jörg Hormann hat in seiner Zeit in Coburg bewiesen, dass er ein hervorragendes Gespür für aktuelle Situationen im Einzelhandel hat und es ist ihm sehr schnell gelungen sein Netzwerk zu den Akteuren auf- und auszubauen. Seine Fähigkeit, Menschen dazu zu bringen, miteinander zu kommunizieren, sie auf ein gemeinsames Ziel hin einzuschwören und gemeinsam etwas zu bewegen, war unheimlich wichtig für Coburg und die Entwicklung in unserer Innenstadt. Ich kann die Entscheidung von Herrn Hormann menschlich verstehen, für Coburg ist es aber ein Verlust".
Wie es in Zukunft im Bereich Citymanagement weitergeht, ist derzeit noch nicht entschieden. "Wir befinden uns nun seit Februar, als der Stadtrat entschieden hat, eine Neuordnung der Tourismusaktivitäten der Stadt Coburg auszuloten, in der Evaluierungsphase durch das städtische Personal- und Organisationsamt. Dennoch hat aus meiner Sicht die Suche nach einem Nachfolger für Herrn Hormann oberste Priorität und muss so schnell wie nur irgendwie möglich beginnen. Zudem gilt es, aus meinem Referat heraus und mit dem momentan vorhandenen Personal, einen Weg zu finden, wie wir die Zeit bis zur Wiederbesetzung der Stelle möglichst gut überbrücken können. Erste Gespräche hierzu habe ich referatsintern bereits geführt und ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird, zeitnah eine vorübergehende Lösung zu finden", so die 2. Bürgermeisterin abschließend.
Jörg Hormann wird Anfang Dezember bereits seinen Schreibtisch räumen - die "Winterzaubernacht" am 2. Dezember wird damit der letzte Event unter seiner Federführung sein.

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