Coburg
Miteinander

Christen, Muslime, Juden und Buddhisten feierten gemeinsam in Coburg

Mit dem Friedensfest der Religionen endete in Coburg die internationale Woche am Sonntag.
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In  den Dialog traten die Besucher des Friedensfestes, zum Beispiel Heinz Faustmann aus Untersiemau und Quasim Saad aus Äthiopien. Foto: Gabi Arnold
In den Dialog traten die Besucher des Friedensfestes, zum Beispiel Heinz Faustmann aus Untersiemau und Quasim Saad aus Äthiopien. Foto: Gabi Arnold
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Eine Woche lang hat die Stadt Coburg ganz im Zeichen fremder Kulturen, Sitten und Bräuche gestanden. Am Sonntag endete die internationale Woche mit einem Friedensfest der Religionen: Christen, Muslime, Juden und Buddhisten feierten gemeinsam ein buntes Fest auf dem Albertsplatz.

Genau dieses Miteinander sei ein erklärtes Ziel der Stadt Coburg, betonte Oberbürgermeister Norbert Tessmer in seiner Friedensbotschaft. Der OB meinte damit ein vorbildliches Zusammenleben aller Kulturen. Immerhin leben laut Tessmer in der 41 000 Einwohner zählenden Stadt über 100 unterschiedliche Nationen zusammen. Da die Stadt Coburg von dieser Vielzahl von Kulturen und Religionen geprägt sei, komme der Gestaltung des Zusammenlebens eine hohe Bedeutung zu, so Tessmer. "Die religiösen Gemeinden und Vereine sind ein fester Bestandteil unserer Stadtgesellschaft", betonte Tessmer. Das Zusammenleben funktioniere aber nur, wenn alle die gemeinsamen Grundlagen anerkennten, so der OB. In der Stadt Coburg, so Tessmer weiter, werde seit Jahren ein kultureller und religiöser Austausch gepflegt, und dies sei in der globalisierten Welt um so bedeutender, denn genau dies schärfe das Bewusstsein für die Vielfalt.


Tessmer: Gegen die ersten Töne von Hass vorgehen

Das Zusammenleben der Kulturen müsse durch gemeinsame Aktionen wie eben dem Friedensfest sichtbar, hörbar und spürbar werden, so Tessmer: "Alle sollten gegen erste Anzeichen von radikalen Tönen, die Hass anstatt Versöhnung predigen, aufstehen und schon im Ansatz Widerstand leisten", so Tessmer. Vertreter der Religionen können laut Tessmer aktiv etwas gegen ihre Instrumentalisierung tun. Coburgs OB warb einmal mehr für gegenseitiges Verständnis. "Ich spreche mich hier klar gegen alle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aus", betonte er. Das Friedensfest sei auch ein Anlass, um miteinander in den Dialog zu treten, und es müsse noch mehr solche Gelegenheiten wie diese geben. "Damit wir mehr voneinander erfahren und lernen", so Tessmer.


Coburger werden

Die Vertreter der vier Religionen sprachen Friedensbotschaften und beschrifteten gemeinsam mit Vertretern der Stadt und Landrat Michael Busch Friedensbänder mit ihren Wünschen und verknoteten diese in einer Friedenskugel. Die internationale Woche war laut dem Dritten Bürgermeister Thomas Nowak wieder überaus gelungen. So sei die Auftaktveranstaltung, die diesmal im Rahmen des ersten Coburger Stadtfestes stattfand, ein voller Erfolg gewesen. Zu den Höhepunkten zählten laut Nowak ein Fußballturnier und öffentliche Einbürgerungen; ein Brite und ein Bulgare erhielten demnach den deutschen Pass. Insgesamt, so Nowak, würden jährlich zwischen 40 und 50 Personen in Coburg eingebürgert. Ein buntes Programm mit Musik aus unterschiedlichen Kulturen, zum Beispiel den Sonnefeldern Querbläsern und dem Chor der israelitischen Kulturgemeinde, umrahmten den Nachmittag.
Das Friedensfest der Religionen wurde vom interreligiösen Dialog Coburg veranstaltet.


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