Coburg
Designtage

Chinesisches Flair in Coburg

Ab Dienstag verwandelt sich das Gelände um die Pakethalle wieder zum Design-Mekka. Die "kleine" Pakethalle wird, zumindest virtuell, zum Crystal Palace. In der "großen" Pakethalle steht bereits eine Attrappe der Chinesischen Mauer.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Aufbauarbeiten für die 31. Coburger Designtage laufen. Die Ausstellung "Chinas Rot" nimmt bereits Gestalt an.  Cindy Dötschel
Die Aufbauarbeiten für die 31. Coburger Designtage laufen. Die Ausstellung "Chinas Rot" nimmt bereits Gestalt an.  Cindy Dötschel

Mitten in der "großen" Pakethalle, zwischen herumstehenden Kartons und zahlreichen Holzplatten, sitzt ein Pandabär auf einem Rollbrett. Hinter ihm ist bereits eine Kulisse aufgebaut, die ein asiatisches Flair vermittelt. Der Panda ist Teil der Ausstellung "Chinas Rot", die am 28. Mai mit den Designtagen eröffnet wird. "Die Ausstellung basiert auf einer Arbeit der Studentin Leonie Seemann und wurde gemeinsam mit dem Coburger Designforum Oberfranken (CDO) verwirklicht", erklärt Marion Knonsalla, die für die Planung der Designtage zuständig ist. Von September bis März war "Chinas Rot" bereits im Naturkundemuseum zu sehen. Während der Designtage wird die Ausstellung nun um eine kleine Tee-Zeremonie, die viermal täglich stattfindet, erweitert.

Innovativ und zukunftsweisend

Von der Ausstellung "Coburg verbunden" ist demgegenüber noch nicht so viel zu sehen. Ohne eine konkrete Anordnung stehen und liegen hier schwarze, hölzerne Quadrate herum. Markant ist ein gelbschwarz gestreiftes Brett, das in die Höhe ragt. "Regionale, innovative und vor allem zukunftsweisende Unternehmen und Designer werden hier ihre neusten Produkte präsentieren", kündigt Ute Pridöhl an, Projektmanagerin beim CDO. Die Platten werden noch miteinander verbunden, so soll die regionale Vernetzung der Aussteller symbolisiert werden.

Vom Handwerker zum Designer

Gegenüber von "Coburg verbunden" wird die Ausstellung "Erfolg durch Design" von Designovation, einer Tochter des CDO, aufgebaut. Das Projekt soll Designer und Unternehmer zusammenbringen. "Bisher haben zehn Firmen teilgenommen, die unter anderem erfolgreich sind, weil sie Wert auf Design legen", erzählt Pridöhl. Designovation organisiert Veranstaltungen, die in der jeweiligen Firma stattfinden. Vor Ort kommt es dann zum Austausch mit den Designern.

In einem Teil der "großen" Pakethalle werden sich Handwerksschulen aus ganz Bayern vorstellen. "Wer als Handwerker mit Stein, Holz, oder Metall arbeitet, kann genauso Designer werden, wie ein Student", sagt Knonsalla. Auch Besucher des Events können kreativ werden, unter anderem werden Workshops zum Holzbildhauen, Nähen und der Bearbeitung von Leder angeboten.

Geschichte trifft Digitalisierung

Anlässlich des 200. Geburtstags von Prinz Albert wird die "kleine" Pakethalle während der Designtage zum Palast - zumindest virtuell. "Prinz Albert war maßgeblich an der Errichtung des ,Crystal Palace' für die erste Weltausstellung 1851 in London beteiligt", so Knonsalla. Mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen können sich die Besucher innerhalb des Palasts bewegen. Laut Knonsalla weiß kaum jemand, dass die Statue von Prinz Albert auf dem Coburger Marktplatz, um die anlässlich der Designtage bereits eine Rauminstallation angebracht wurde, eine Zeichnung des Palasts in der Hand hält. "Was auch nur die Wenigsten wissen, ist, dass Prinz Albert den weltweit ersten Dinosaurierpark inszeniert hat", ergänzt Pridöhl. Die Kinderecke wird in diesem Jahr ganz unter dem Motto Dinosaurier stehen. Dort gibt es unter anderem die Möglichkeit, Flugsaurier zu basteln.

Der Güterbahnhof der Zukunft

Um das Glashäuschen in der "großen" Pakethalle herum wird sich das CDO selbst präsentieren. "Wir weisen darauf hin, was wir machen, und zeigen, was sich seit 2014 vor Ort in der Pakethalle verändert hat", sagt Pridöhl. Im Laufe der letzten Jahre habe sich die Veranstaltung nach und nach auf dem Gelände ausgeweitet. Wo sich jetzt der "Catwalk" befindet, sei einst ein altes Gleisbett gewesen. "Im Glashäuschen zeigen wir unsere Visionen für die Zukunft des Geländes", erklärt Knonsalla. Sie wünscht sich einen Ort, an dem sich die Kulturszene bündeln kann. Der bevorstehenden Renovierung der Pakethalle steht sie skeptisch gegenüber, sie hat Angst, dass diese ihren Charme verlieren könnte.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren