Coburg
Karrieresprung

Cedric Teuchert hat "alles richtig gemacht"

Jugendtrainer erinnern sich an einen "Dreikäsehoch" mit ausgeprägtem Torriecher. Jetzt wechselt der Ex-DVV-Stürmer für viel Geld vom Club zu Schalke 04.
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Cedric Teuchert stürmt künftig in der 1. Bundesliga. Allerdings geht der Coburger nicht mehr für den 1. FC Nürnberg, sondern für Schalke 04 auf Torejagd.dpa
Cedric Teuchert stürmt künftig in der 1. Bundesliga. Allerdings geht der Coburger nicht mehr für den 1. FC Nürnberg, sondern für Schalke 04 auf Torejagd.dpa
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"Wenn Cedric von größeren Verletzungen verschont bleibt, dann kann er es eines Tages schaffen. Er hat auf jeden Fall Potenzial für ganz oben." André Rackisch, langjähriger Jugendtrainer der DJK Viktoria/VfB Coburg und einer der großen Förderer von Cedric Teuchert, hatte 2008 bereits eine gewisse Vorahnung. Er erkannte das große Talent seines elfjährigen Torjägers und schickte ihn vorzeitig zum Stützpunkttraining.
Damit kam die Karriere des ehrgeizigen Coburgers ins Rollen. Gestern erreichte die Erfolgsgeschichte des U21-Nationalspielers mit seinem Winter-Wechsel vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg in die 1. Bundesliga zu Schalke 04 ihren vorläufigen Höhepunkt (dazu auch ein ausführlicher Bericht auf Seite 23).


Mit 13 vom DVV zum Club

Als 13-Jähriger wechselte er nach seiner erfolgreichen D-Jugendzeit beim DVV Coburg zum Club. "Für mich war dieser Vereinswechsel noch ein oder zwei Jahre zu früh. Ich habe abgeraten und vor einem vorzeitigen Deal mit dem 1. FC Nürnberg gewarnt, doch seine Eltern ließen sich das nicht mehr ausreden", erinnert sich Peter Rackisch. Er war damals Stützpunktleiter und einer der Initiatoren des ein Jahr später gegründeten Nachwuchsleistungszentrum in der Vestestadt.
Acht Jahre später gibt Rackisch unumwunden zu: "Alles richtig gemacht. Cedric hat das Optimale herausgeholt und seine Eltern haben die richtige Entscheidung getroffen. Ich freue mich für die ganze Familie, dass es jetzt auch mit so einem spektakulären Wechsel zu Schalke 04 geklappt hat."
Bei seinen ehemaligen Jugendtrainern - vor allem auch Günter Weidlich hat den "Dreikäsehoch" nach besten Kräften gefordert und gefördert - ist die Freude über den gestern offiziell bekannt gewordenen Transfer von einem Traditionsclub zum anderen und noch dazu in die Belletage des deutschen Fußballs sehr groß.


Förderer Günter Weidlich

"Wir gönnen ihm diesen Karrieresprung und freuen uns mit ihm. Er war brutal effektiv", erinnert sich André Rakisch an die Stärken seines Schützlings. Auch wenn man den "Vollblutstürmer" während der 60 Minuten bei einem E- oder D-Jugendspiel manchmal gar nicht gesehen hätte, "in der Schlussphase stand er oft goldrichtig und schlug noch eiskalt zu. Cedric braucht eben nicht viele Chancen", so Rackisch. So wie in der Hinrunde beim Club: Sechs Tore und zwei direkte Vorlagen waren in 15 Zweitligaspielen ein toller Wert für den künftigen Schalker.


Ausbildungsentschädigung für den FCC?

Da der FC Coburg als Nachfolgeverein des DVV Coburg anerkannt wurde, dürfen die Verantwortlichen beim Bezirksligisten, unter dessen Dach auch das NLZ betrieben wird, auf eine Ausbildungsentschädigung hoffen. Diese wird aufgrund der Tatsache, dass Teuchert bereits in jungen Jahren in die Noris wechselte, allerdings bescheiden ausfallen. Das weiß auch Vorsitzender Walter Luft, der sich viel mehr über die Personalie an sich freut: "Ich finde Cedric und seine ganze Familie haben das verdient. Seine Eltern haben immer an ihn geglaubt. Schon während der Zeit vor unserem Nachwuchsleistungszentrum wurde in Coburg hervorragende Jugendarbeit geleistet. Teuchert ist der beste Beweis. Ihm und seinen Eltern sei gedankt, dass er den FCC als Nachfolger des DVV anerkannt hat. Somit bekommen wir als FCC wahrscheinlich ein kleinen Benefit, der dann unserer Jugendarbeit zufließt", erklärt der Apotheker. Wie hoch diese Summe sein könnte, ist aber völlig unklar. Auch weil die Ablösesumme offiziell noch nicht bekannt ist. Laut Medienangaben liegt der Betrag zwischen einer und zwei Millionen Euro.



Regelung von Ausbildungsentschädigungen

Auszug aus dem FIFA-Reglement bezüglich Transfer von Spielern:

Beginnt ein Spieler seine Profikarriere nicht in dem Verein, von dem er ausgebildet wurde, sondern entscheidet sich für einen Wechsel, wird die Entschädigungszahlung als Mindestsumme fällig. Alternativ kann ein Transfer vorgenommen werden, bei dem sich beide Vereine auf eine Summe für den wechselwilligen Spieler einigen. Die Höhe der Zahlung ist im Falle einer Ausbildungsentschädigung hingegen festgelegt und orientiert sich an einer von der FIFA jährlich herausgegeben Kategorisierungsliste, nach welcher die Mitgliedsverbände ihre Vereine bei der FIFA registrieren müssen.
Der Solidaritätsmechanismus legt fest, dass alle Vereine, die an der Ausbildung mitgewirkt haben, mit insgesamt fünf Prozent an jeder Transfersumme beteiligt werden, die bei eventuellen Weiterverkäufen eines Spielers im Verlauf seiner Karriere erzielt werden (zwischen 0,25 Prozent (12. bis 15. Lebensjahr) und 0,5 Prozent (16. bis 23. Lebensjahr) pro im Verein verbrachte Saison.
Quelle: Wikipedia
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